Literatur

Schwelmerin Astrid Schwikardi mordet literarisch in Köln

„Ich wollte erst über eine Agentur veröffentlichen, doch meine Bewerbungen blieben erfolglos“:  Die Schwelmerin Astrid Schwikardi.

„Ich wollte erst über eine Agentur veröffentlichen, doch meine Bewerbungen blieben erfolglos“:  Die Schwelmerin Astrid Schwikardi.

Foto: LAura Dicke

Schwelm.  Die Schwelmer Autorin Astrid Schwikardi hat ihren Debütroman „Uterus – ein Köln Krimi“ veröffentlicht – eine nervenaufreibende Arbeit.

Arthur Conan Doyle, Stephen King, Agatha Christie, Sebastian Fitzek und die Schwelmerin Astrid Schwikardi – sie alle haben eins gemeinsam – sie alle sind Autoren des Genres Spannungsliteratur. Letztere jedoch noch nicht so lange. Erst vor wenigen Monaten erschien von der Hobby-Schriftstellerin Astrid Schwikardi der Debütroman „Uterus – ein Köln Krimi“. Für sie erst der Anfang einer ganzen Krimi-Reihe um den Kommissar und Hauptprotagonisten Mark Birkholz. Wie nervenaufreibend und langwierig das Herausbringen eines Kriminalromans ist und welche Zukunftspläne sie als Autorin hat, erzählte Astrid Schwikardi im Gespräch mit unserer Zeitung.

Grausame Mordserie

Doch zunächst kurz zum Inhalt des Krimis „Uterus“: Eine grausame Mordserie versetzt die Stadt Köln in Angst und Schrecken. Ein Mörder schneidet jungen Frauen den Unterleib samt Uterus heraus und drapiert die Leichen auf Waldlichtungen.

Was zu Beginn noch wie ein Ritualmord aussieht, entpuppt sich für die Ermittler Mark Birkholz und Stefan Rauhaus im Laufe der Geschichte ein weitaus komplizierterer Grund für die Morde. Ohne viel vorwegzunehmen: Die Basis der Geschichte und damit auch die Motivation des Täters beruht auf einem Thema des Gesundheitswesen, auf das Astrid Schwikardi bei ihrer Arbeit gestoßen ist.

Hauptberuflich bei Krankenversicherung

Denn hauptberuflich arbeitet die Schwelmerin bei der Barmenia Krankenversicherung in Wuppertal. „Ich war damals noch im operativen Geschäft tätig und da bekommt man zu den Entwicklungen des Gesundheitswesens viel mit.

In diesem Fall dachte ich „was wäre wenn“ und so entstand die erste Idee zur Geschichte“, erzählte die Autorin. Da sich das Thema prima dafür eignet und Astrid Schwikardi in ihrer Freizeit gerne Thriller liest, war für sie auch von Beginn an klar, dass es ein Krimi werden sollte.

Keine Schreibblockaden

„Die Geschichte an sich stand schnell und auch das Schreiben ging flüssig von der Hand. Was lange dauerte war die Recherche, Nachbearbeitung und das Umschreiben mit dem Verlag“, so die Schwelmer Autorin. Schreibblockaden hatte sie nicht und auch dem klassischen schematischen Aufbau des Kriminalromans folgte sie nicht bewusst.

Klassische Krimi-Elemente, die dem Spannungsaufbau dienen, wie offene Enden, sogenannte Cliffhanger und einige Elemente des Thrillers sind dennoch zu finden. „Ich habe aus dem Bauchgefühl heraus geschrieben.

Viel Zeit für Recherche und Überarbeitung

Teilweise war ich überrascht, wie sich meine Figuren während des Schreibprozesses entwickelten – ich hätte anfangs nie gedacht, dass sie so reagieren“, erläuterte Astrid Schwikardi. Im Gegensatz zum reinen Schreiben, wofür sie nur knapp ein halbes Jahr benötigte, dauerte die Recherche und Überarbeitung mit kleinen Unterbrechungen fast sechsmal so lange.

Dabei sprach sie mit verschiedensten Experten und Ratgebern, darunter einem Gynäkologen, Polizisten, einem Pharmaunternehmen und einer Staatsanwältin. Das gewonnene Hintergrundwissen brachte sie vielseitig in ihr Buch ein, ebenso wie reale Orte und Schauplätze Kölns.

Parallel Kurzgeschichten geschrieben

Nochmal über ein Jahr dauerte dann die Überarbeitung durch ihren Verlag und allein der Weg dorthin war nicht immer ganz einfach für die Nachwuchsautorin. „Ich wollte erst über eine Agentur veröffentlichen, doch meine Bewerbungen blieben erfolglos.

Das Verlagsgeschäft ist hart, also fing ich parallel zur Recherche an, Kurzgeschichten zu schreiben und zu veröffentlichen“, berichtete Schwikardi. Erst als sie einige Veröffentlichungen vorweisen konnte schlug sie den direkten Weg über einen Verlag ein und stieß auf den mainbook Verlag von Verleger Gerd Fischer mit Sitz in Frankfurt am Main.

Circa 450 Seiten gestrichen

„Der Kontakt entstand dann sehr schnell und mein Manuskript wurde kritisch überarbeitet“, so Astrid Schwikardi. Von anfänglichen knapp 900 Seiten wurden dabei circa 450 Seiten gestrichen, ohne jedoch die Thematik groß zu verändern. Auch die Platzierung des Krimis in eine Großstadt entstand erst bei der Überarbeitung mit mainbook.

Für Astrid Schwikardi stand Köln dabei an erster Stelle, denn dorthin hat sie einen besonderen persönlichen Bezug. „Ich verbinde mit Köln viel aus meiner Kindheit und auch meinen Junggesellinnenabschied hab ich dort gefeiert“, erinnerte sie sich.

Zweiter Krimi in Arbeit

Zurzeit schreibt die Schwelmerin an ihrem zweiten Krimi, einer Fortsetzung der Reihe um Mark Birkholz, doch unter einem anderen Themenhintergrund. Auch für die Geschichte des neuen Werks entstammt die Grundidee aus ihrem Alltag. „Eine Bekannte erzählte mir etwas und schnell entstand wie bei „Uterus“ eine Geschichte in meinem Kopf“, so Schwikardi.

Im Herbst dieses Jahres soll das Manuskript zu ihren Verlag gehen und möglicherweise bereits im kommenden Jahr publiziert werden. Welches Thema die Leser erwartet und wie es mit Kriminalhauptkommissar Birkholz weitergeht bleibt bis dahin ihr Geheimnis. Außerdem plant die Autorin zurzeit Lesungen von ihrem Debütroman „Uterus“ in Schwelm und Umgebung.

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