Fernsehen

Schwelmer wollen „Bares für Rares“

Rainer und Renate Zachow mit dem Porzellanteller von Sevres/Paris (1750 bis 1830), der nicht das Interesse der Produktionsfirma fand.

Rainer und Renate Zachow mit dem Porzellanteller von Sevres/Paris (1750 bis 1830), der nicht das Interesse der Produktionsfirma fand.

Foto: Bernd Richter

Schwelm.   Renate und Rainer Zachow sind Gast bei ZDF-Sendereihe mit Horst Lichter. Ob sie das Familienerbstück verkaufen konnten, wird am 25. Juni enthüllt.

Wer hätte das nicht gerne: einen Goldschatz im heimischen Haushalt, der seit Jahrzehnten unbeachtet in der Ecke vor sich hin dämmert und darauf wartet, entdeckt zu werden. Das ist das Rezept der ZDF-Sendereihe „Bares für Rares“, dem sich auch Renate (71) und Rainer Zachow (75) nicht entziehen konnten. Das Ehepaar aus der Steinhauser Bergstraße hat sich gleich mehrfach mit alten Schätzchen für das Format beworben, ein über 200 Jahre altes Familienerbstück fand schließlich das Interesse der Produzenten. Der Auftritt der Schwelmer wurde am 8. März 2019 aufgezeichnet, gesendet wird ihr „Bares für Rares“-Erlebnis voraussichtlich am Dienstag, 25. Juni, in der Zeit zwischen 15.05 und 16 Uhr.

Über das Familienerbstück hängt ein „Schweigegelübde“. „Wir dürfen laut Vertrag mit dem ZDF und der Warner Bros. Filmgesellschaft nichts weiter sagen. Wer es sehen möchte, viel Spaß beim ansehen“, gibt sich Rainer Zachow recht zugeknöpft über das gute Stück, was der Profi-Riege vor den Filmkameras zur Versteigerung vorgelegt wurde. Auch die Information, ob es ersteigert worden ist, lässt sich der Schwelmer nicht entlocken. Dabei sind Rainer und Renate Zachow normalerweise alles andere als schweigsam. „Jeder von uns musste im Vorfeld zwei vierseitige Verträge unterzeichnen“, so Rainer Zachow. Und weiter: „In dem Moment, wie ich unterschrieben hatte, durfte ich das Teil keinem mehr zeigen.“

In dem Vertragwerk wird so ziemlich alles verboten, nur um das Geheimnis um den Auftritt wahren zu können. Doch das drumherum selbst ist schon spannend genug. Die erste Bewerbung lieferte Rainer Zachow am 19. September mit einem Porzellanteller aus Frankreich ab, aus der Manufaktur Sevres/Paris, hergestellt zwischen 1750 und 1830. „Es waren ursprünglich zwölf. Die hat mein Vater im Krieg im Spreewald vergraben und nach dem Krieg wieder ausgegraben. Acht von ihnen hat er im Nachkriegsdeutschland in der Hamsterzeit gegen Lebensmittel eingetauscht“, erinnert sich der Schwelmer. Vor 20 Jahren habe er sie einmal schätzen lassen. Ihr Wert: 1000 - 2000 Mark pro Stück. Doch an Teller-Angeboten mangelt es „Bares für Rares“ anscheinend nicht. „Die Bewerber-E-Mails werden maschinell bearbeitet“, weiß Zachow. Das ist auch kein Wunder, da monatlich zwischen 10.000 und 20.000 Bewerbungen für das Sendeformat eingehen. Eingeladen wird das Schwelmer Ehepaar dennoch, und zwar als Zuschauer für die Aufzeichnung des Weihnachtsspecials 2018.

Mit der zweiten Bewerbung von Rainer Zachow am 15. Februar 2019 klapp es schließlich. Von da an geht alles sehr schnell. Für den 8. März um 9 Uhr werden die Zachows in das alte Walzwerk in Köln-Pulheim bestellt. Dort hat die Produktionsgesellschaft ihr Aufnahmestudio. Zu Beginn gibt es ein schönes Frühstück, und dann heißt es für die Schwelmer warten. „Die, die nach uns gekommen sind, waren vorher dran“, erinnert sich Renate Zachow. Eine nette Dame am Set habe ihr dann gesagt: „Ihr kommt ganz zum Schluss, ihr habt ja den Jackpot.“

Weiße und schwarze Kleidung tabu

Um 11.10 Uhr geht's dann für die Schwelmer zum Kleidercheck. Denn wer ins Fernsehen kommt, der darf längst nicht alles anziehen, was er will. So werden beispielsweise die Farben der Kleidungsstücke eingeschränkt. Weiße und schwarze Kleidung ist tabu, ebenso karierte oder gestreifte Stücke. Und Schweigen ist angesagt. „Wir durften nichts sagen, wenn wir nicht gefragt worden sind, denn wir waren ja verkabelt und der Ton wurde übertragen. Das war schwer für mich“, sagt Renate Zachow. Die Selbstbestimmtheit über sich gibt man während der Aufnahmen ab. „Man wird dirigiert, was man wie zu machen hat“, ergänzt Ehemann Rainer. Aus den avisierten 13-Uhr-Ende wird schließlich 14.30 Uhr, dann sind die Bilder im Kasten.

„Es war ein schönes Erlebnis, ein Highlight in unserem Rentnerdarsein. Ich würde jederzeit wieder mitmachen“, freut sich Renate Zachow, dabeigewesen zu sein. Rainer Zachow steht seiner Frau da in nichts nach. „Das war für uns eine lustige Sache, eine Gelegenheit, mit interessanten Leuten ins Gespräch zu kommen.“ Und natürlich werden die Zachows am 25. Juni auch vor ihrem Fernseher sitzen und dann noch einmal miterleben, wenn das Geheimnis um das Familienerbstück gelüftet wird.

„Bares für Rares“ mit Horst Lichter

„Bares für Rares“ ist eine von Horst Lichter moderierte Sendereihe, die seit 2013 für das ZDF produziert wird und bereits acht Staffeln mit mehr als 750 Folgen umfasst. In der Sendung stellen ausgewählte Bewerber jeweils eine mitgebrachte Kuriosität, Rarität oder Antiquität vor. Nach erhaltener Expertise bekommen sie vor Ort Gelegenheit, ihr Exponat einem wechselnden fünfköpfigen Händlerpodium zum Kauf anzubieten und im besten Fall an den Höchstbietenden gegen „Bares“ zu veräußern.

Leserkommentare (0) Kommentar schreiben