Prozess

Schwelm: Spenden für Brandopfer gestohlen und Frau bedroht

Das Fachwerkhaus von Filmemacher Friedhelm Bühne in der Kölner Straße gibt es nicht mehr Es wurde ein Raub der Flammen. Jetzt hat Bühne nur unweit seiner alten Heimat wieder ein Haus gemietet und zwar in der Kölner Straße 7. Schilder sollen Unbefugte davon abhalten, das Grundstück zu betreten.

Das Fachwerkhaus von Filmemacher Friedhelm Bühne in der Kölner Straße gibt es nicht mehr Es wurde ein Raub der Flammen. Jetzt hat Bühne nur unweit seiner alten Heimat wieder ein Haus gemietet und zwar in der Kölner Straße 7. Schilder sollen Unbefugte davon abhalten, das Grundstück zu betreten.

Foto: Bernd Richter / WP

Schwelm.  Der Prozess gegen den Schwelmer Spendenräuber ist gestartet. Er hat eine Frau massiv bedroht und verängstigt.

Ein 45-jähriger Schwelmer steht vor dem Hagener Landgericht. Er soll nicht nur 25 Euro Spendengelder erbeutet haben, die für Schwelms Brandopfer gedacht waren, sondern auf der Flucht auch eine junge Frau bedroht haben, ihr den Schädel einzuschlagen. Der Mann schweigt zu den Vorwürfen.

Was eine 28-jährige Verkäuferin aus Schwelm getan hat, ist in der Nachbetrachtung mehr als mutig. Nach einer Verfolgungsjagd stellte die Schwelmerin den mutmaßlichen Dieb. Und der soll ihr Furchtbares angedroht haben. „Es war doch der Behälter mit den Spenden für die Opfer des Brands in der Innenstadt“, sagte die Zeugin beim Prozessauftakt.

Am 13. August soll der Angeklagte im Supermarkt an der Prinzenstraße eine Flasche Schnaps gekauft haben. Die junge Frau ging gerade in der Nähe der Kassen entlang. „Ich sah, dass jemand den Behälter mit den Spendengeldern mitnahm.“ Nach einem kurzen Moment der Verwirrung nahm die 28-Jährige die Verfolgung auf.

Zunächst ging es runter zum Parkplatz des Markts und dann weiter bis zur B7. In Höhe eines Autohauses fasste die Verkäuferin den Mann. „Ich habe ihn an der Schulter festgehalten. Er sagte, er brauche das Geld, denn er hätte keins.“ Und dann wurde es gefährlich: „Er hat die Flasche hochgehoben und über meinen Kopf gehalten und sagte: ‚Lass mich los, sonst gibt es was auf den Schädel.‘ Ich war wie in Schockstarre“, erzählte die Frau weiter im Zeugenstand. „Die Bedrohung hat mir Angst gemacht. Zunächst war es selbstverständlich, hinterher zu rennen, aber am Ende doch leichtsinnig. Gott sei Dank war es doch die richtige Entscheidung“, sagte die 28-Jährige.

Zeugin erkennt Angeklagten

Bevor er geflüchtet sei, habe er ihr eine „Riesenhand voll“ Kleingeld in die Hände geworfen. Fünf Fünf-Euro-Scheine soll er laut Anklage behalten haben. Schließlich identifizierte sie den Angeklagten im Gerichtssaal: „Ja, das ist der Mann.“ Der 45-Jährige äußerte sich in der Verhandlung nicht. Einmal murmelte er leise, er könne sich nicht erinnern, die Frau bedroht zu haben.

Für den Angeklagten steht viel auf dem Spiel: Ihm wird ein besonders schwerer räuberischer Diebstahl vorgeworfen. Und der ist laut Strafgesetzbuch wie ein Raub zu ahnden, wenn jemand bei einem Diebstahl einer anderen Person Gewalt antut beziehungsweise Gefahr für Leib und Leben androht, um das Gestohlene zu behalten. „Für den Sachverhalt, wie er hier angeklagt ist, sieht das Gesetz eine Mindeststrafe von fünf Jahren vor. Daher wird der Fall am Landgericht verhandelt, denn ein Amtsgericht darf nur Strafen bis vier Jahre verhängen“, erklärte Staatsanwalt Nils Warmbold auf Nachfrage dieser Zeitung.

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