Innenstadt

Schwelm-Center ist erneut verkauft worden

Was passiert nun mit dem Schwelm-Center? Die Hoffnung von Politik und Verwaltung ruht darauf, dass der neue Eigentümer Planungen im Sinne der Schwelmer Innenstadtpolitik verfolgt.

Foto: Bernd Richter

Was passiert nun mit dem Schwelm-Center? Die Hoffnung von Politik und Verwaltung ruht darauf, dass der neue Eigentümer Planungen im Sinne der Schwelmer Innenstadtpolitik verfolgt. Foto: Bernd Richter

Schwelm.   Völlig überraschend hat Kintyre das Schwelm-Center wieder verkauft. Eigentlich wollte die Firma es für zehn Millionen Euro modernisieren.

Da schienen sich die Puzzle-Teile für die Schwelmer Innenstadtentwicklung endlich alle so weit gefügt zu haben, dass eine zusammenhängende Planung aller wichtigen Punkte möglich war und auch deutlich vorangetrieben wurde, da tritt die nächste Unwägbarkeit auf den Plan. Das Schwelm-Center hat erneut den Besitzer gewechselt. Was dieser nun mit der zentralen Immobilie und dem dazugehörigen Parkhaus vorhat, will er in den nächsten Tagen der Verwaltungsspitze im Rathaus vorstellen.

Es ist erst eineinhalb Jahre her, da schien sich für das in die Jahre gekommene Bauwerk plötzlich alles zum Guten zu wenden.

Denn das Schwelm-Center war Bestandteil eines Einzelhandelsportfolios mit weiteren Standorten in Magdeburg, Bad Staffelstein, Mühldorf am Inn, Schwalmstadt, Treysa, Bischoffen und Herten, das die Firma Kintyre mit dem US-Investor AEW Capitol Management erworben hatte.

Keine Reaktion von Kintyre

Der zuständige Mann bei Kintyre, Uwe Kessler, stellte im Juli 2016 die Pläne für den Umbau im Rat der Stadt Schwelm vor: Offene Verkaufsflächen, Glasfassade, direkte Zugänge vom modernisierten Parkhaus aus standen ebenso auf der Agenda wie die Neugestaltung der Verbindung in die Fußgängerzone. Für die leer stehenden Verkaufsflächen gebe es Interessenten, teilte Kessler mit, der von einer hundertprozentigen Vermietung ausging.

Den ursprünglichen Plan, zum Weihnachtsgeschäft 2017 fertig zu sein, hatte Kintyre jedoch schnell verworfen. „Wir konnten das zeitlich nicht umsetzen“, nannte Kessler seinerzeit das Offensichtliche ohne Begründung. Die neue Zeitplanung sah vor, dass im Sommer 2017 der Bauantrag gestellt werden sollte, der Baustart wurde auf Frühjahr 2018 terminiert, Neueröffnung sollte spätestens zum Weihnachtsgeschäft im kommenden Jahr sein.

Daraus wird jetzt wieder nichts. Denn offensichtlich ist Uwe Kessler nicht nur von dem Projekt abgezogen worden, sondern hat Kintyre wohl ganz verlassen, seinen Posten als Director Asset Management hat Katja Bielecke übernommen, die telefonisch jedoch für eine Stellungnahme, warum Kintyre sich von dem Schwelm-Center getrennt hat, bislang nicht erreichbar ist.

Hoffnung auf eine positive Lösung

Der erste Beigeordnete der Stadt Schwelm, Ralf Schweinsberg, bestätigt auf Nachfrage dieser Zeitung den Eigentümerwechsel: „Die Stadt ist darüber informiert worden und hat sich intensiv mit dem Thema befasst.“ Insbesondere, ob ein Vorkaufsrecht der Kommune laut Baugesetzbuch besteht, war ein großes Thema. Dieses existiert nicht, so dass der Verkauf an den neuen Eigentümer vollzogen ist. Daraus folgt: Die Einflussnahme auf die Innenstadtentwicklung an dieser Stelle von Politik und Verwaltung ist arg begrenzt bis nicht existent. Denn: Nachdem das Schwelm-Center erneut verkauft worden ist, macht sich Angst breit, dass es möglicherweise zum reinen Spekulationsobjekt für Heuschrecken-Investoren verkommt. Besonders ärgerlich wäre dies, wenn irgendwann einmal die Brauereibrache entwickelt und die Fußgängerzone erneuert ist, aber dazwischen würde sich der nächste Schandfleck entwickeln.

Im Hinblick auf die bevorstehenden Gespräche mit den neuen Eigentümern sagt Ralf Schweinsberg jedoch recht hoffnungsvoll: „Die Verwaltung glaubt, dass es eine endgültig positive Lösung für das Objekt geben wird. Sollte dies nicht der Fall sein, haben wir aber auch einen Plan B.“ Wie dieser aussieht, werde er jedoch nicht verraten.

Sehr ärgerlich aus Sicht der Stadtverwaltung ist diese Entwicklung vor allem, weil durch den Kauf der Brauereibrache erst vor einigen Monaten die bis dato einzige große Unbekannte in der Innenstadt beseitigt worden war und Kintyre als Entwickler des Schwelm-Centers bislang keine Zweifel an der Ernsthaftigkeit des Zehn-Millionen-Euro-Investments in den Umbau oder ihre Seriosität aufkommen ließ.

Nun hoffen alle, dass der neue Besitzer im Sinne der Stadt Schwelm und der zukünftigen Innenstadtentwicklung plant. In wenigen Tagen werden alle ein wenig schlauer sein.

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