Denkmal

Rettung für Schwelmer Haferkasten in Sicht

Der Haferkasten des Verschönerungsvereins am haus Martfeld ist seit dem Feuer eingerüstet.

Der Haferkasten des Verschönerungsvereins am haus Martfeld ist seit dem Feuer eingerüstet.

Foto: Bernd Richter / WP

Schwelm.  Der Verschönerungsverein Schwelm wird den durch einen Brand stark beschädigten Haferkasten am Haus Martfeld wieder aufbauen.

Der Haferkasten am Haus Martfeld wird den Schwelmern auch weiterhin erhalten bleiben. Ein durch Unbekannte gelegtes Feuer hatte an dem ältesten Gebäude der Kreisstadt Ende August großen Schaden angerichtet. Der Holzsachverständige hat sein Gutachten über den baulichen Zustand der Konstruktion für die Jahreshauptversammlung des Verschönerungsvereins am 15. Oktober angekündigt, doch Vereinsvorsitzender Michael Lindermann sagte am Dienstag unserer Zeitung: „Der Haferkasten wird von uns wieder hergerichtet. Große Teile der Bausubstanz sind nach einer ersten Einschätzung des Gutachters erhaltenswert.“

Tobias Dropmann-Fischer ist in den vergangenen Wochen zum Stammgast am Haferkasten geworden. Der Sachverständige für Holzschutz begutachtet quasi jeden Balken des Bauwerks aus dem Jahr 1583, prüft den Erhaltungszustand, um beurteilen zu können, ob er wieder aufgearbeitet oder erneuert werden muss. Dabei helfen ihm die Baupläne des Korn- bzw. Haferkastens, die bei der großen Sanierung 2009 auf Grundlage alter Unterlagen neu erstellt worden waren. „Dropmann-Fischer halte ich persönlich für einen Glücksgriff für uns“, freut sich Ralf Schweinsberg, Beigeordneter der Stadt Schwelm. Der Sachverständige kennt sich mit Denkmälern aus und ist kein Unbekannter bei der Denkmalbehörde. Die Flammen haben recht unterschiedlich gewütet. Manche Hölzer sind nur noch Ruß und Asche ohne Tragfähigkeit, bei anderen Hölzer wiederum reiche es laut Lindermann, die verbrannten, rußgeschwärzten Stellen abzuschälen. „Es gibt auch Flächen, die nur komplett gereinigt werden müssen“, freut sich der Verschönerungsvereins-Vorsitzende. Nach Abschluss der Restaurierung werden sicherlich nicht alle Brandspuren beseitigt sein. Auch diese gehörten zur Historie des jahrhundertealten Gebäudes, sagt Schweinsberg. Der Haferkasten ist für 72.000 Euro versichert.

Wenn der Haferkasten wieder von seinem Gerüst samt Planen befreit ist, wird das Denkmal an die Brandmeldeanlage von Haus Martfeld angeschlossen sein. „Das ist unser Versuch, das Objekt so gut wie nur möglich künftig vor ähnlichen Ereignissen zu schützen“, so Schweinsberg. Am Dienstag gab es aber noch einen weiteren erfreulichen Anlass für den Beigeordneten, trotz Dauerregens in den Park am Haus Martfeld zu kommen. Die Städtische Sparkasse zu Schwelm hat den Bürgern der Kreisstadt zwei weitere, barrierefreie Parkbänke gestiftet. Sie stehen an der Kapelle Martfeld und an der Ecke Drosselstraße/Hauptstraße.

Fünf barrierefreie Bänke

Mit diesen beiden neuen Bänken aus stabilem Edelstahl erhöht sich die Zahl der gestifteten barrierefreien Bänke in Schwelm auf fünf Exemplare. Die Stadtsparkasse hatte schon 2013 das erste Modell dieser besonderen Bänke gestiftet, das vor der Hirschapotheke auf dem Bürgerplatz aufgestellt wurde. Die zweite Bank, finanziert von dem Schwelmer Unternehmer Ralf Stoffels, konnte 2014 in der Kirchstraße platziert werden. Die dritte Bank wurde von der Schwelmer Firma Klaus Flender, die die Bänke auch baut, gestiftet und fand 2015 ihren Standort in der Nähe des Innenstadtbrunnens in der Fußgängerzone. Den Einbau dieser Bank hatte Schwelms früherer Bürgermeister Jochen Stobbe privat bezahlt.

Jede dieser Bänke kostet inklusive Montagearbeiten rund 2500 Euro. Schwelms Behindertenbeirat hatte bereits vor Jahren eine Liste mit möglichen Aufstellungsorten für diese Sitzgelegenheiten erarbeitet. Auf dieser stehen noch der Märkische Platz und der Altmarkt als weitere Wunschorte

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