Brauerei

Rat erteilt Zustimmung für Brauereikauf der Stadt

Die Stadt Schwelm wird am 15. Mai 4,95 Millionen Euro an Euroconcept überweisen und dann Eigentümerin des Brauereigrundstücks sein. Hier soll nun zügig das neue Rathaus entstehen.

Foto: Stefan Scherer

Die Stadt Schwelm wird am 15. Mai 4,95 Millionen Euro an Euroconcept überweisen und dann Eigentümerin des Brauereigrundstücks sein. Hier soll nun zügig das neue Rathaus entstehen. Foto: Stefan Scherer

Schwelm.  Der Rat hat nach hitziger Debatte dafür votiert, dass die Stadt Schwelm selbst das Brauereigelände kauft. Hier soll das Rathaus gebaut werden.

Damit hatte niemand gerechnet und selbst einige Schwelmer Ratsfraktionen waren davon völlig überrascht: Die Stadt Schwelm kauft die Brauereibrache selbst mit dem Ziel, dort das neue Rathaus für die zentralisierte Stadtverwaltung zu errichten. Sie muss dafür bis zum 15. Mai 4,95 Millionen Euro an die bisherige Eigentümerin Eurococept überweisen.

Die Fraktionen von CDU, SPD und Grünen, die die Sache eingestielt hatten, stimmten ebenso für den Kauf wie die Fraktion „Die Bürger“ sowie Eleonore Lubitz von den Linken. FDP, SWG, BfS und Linken-Chef Jürgen Feldmann schäumten hingegen vor Wut. Sie sahen sich übergangen, weil sie die Beschlussvorlage erst wenige Stunden vor der Ratssitzung am Donnerstag erreichte. Zudem wollen sie Klärung darüber, ob der Kaufpreis gerechtfertigt ist, und wie die Finanzierung aussehen soll.

Notartermin am Donnerstagmorgen

Auf der anderen Seite herrschte hingegen große Freude darüber, dass das Geschäft so kurzfristig über die Bühne ging. Nachdem geplante Verkäufe der Euroconcept an potenzielle Investoren mehrfach nicht realisiert worden waren, und sich das Ultimatum der Politik, dort das Rathaus bauen zu wollen, dem Ende entgegen neigte, habe man intensiv darüber diskutiert, welche Alternativen bestünden, sagen CDU-Fraktionsvorsitzender Oliver Flüshöh, der stellvertretende SPD-Fraktions-Chef Hans-Werner Kick und Grünen-Fraktionsvorsitzender Marcel Gießwein.

Die Verwaltungsspitze um Bürgermeisterin Gabriele Grollmann und den Beigeordneten Ralf Schweinsberg habe dann einen Kauf des Grundstücks ins Gespräch gebracht. „Am Montag schließlich tat sich diese Möglichkeit auf“, sagt Oliver Flüshöh. Grollmann und Schweinsberg verhandelten mit Euroconcept-Geschäftsführer Guido Layer. Die Stadt bot zunächst 3,5 Millionen Euro, die Eigentümer forderten 6,15 Millionen Euro. Nach intensiven Verhandlungen lag die Einigung schließlich bei 4,95 Millionen Euro. Guido Layer setzte sich ins Flugzeug, gestern morgen unterzeichneten er, Gabriele Grollmann und Ralf Schweinsberg vorbehaltlich der Abstimmung des Stadtrats schließlich beim Schwelmer Notar Rainer Hofmann den Kaufvertrag.

Kaufpreis durch Haushalt gedeckt

„Es war ein nicht mehr zu toppender Krimi. Dies ist ein Jahrhundertbeschluss für die Stadt“, sagte die Bürgermeisterin am Donnerstagabend in der Ratssitzung. „Eine einmalige historische Chance“, nannte Hans-Werner Kick, der für die beteiligten Fraktionen sprach, den Grundstückskauf. Dies sei keine Notlösung sondern ein großer Schritt zur Entwicklung der Schwelmer Innenstadt: „Auf unserem Acker können wir nun selbst bestimmen.“

Die Initiatoren des Bürgerbegehrens begrüßen den Kauf und die Entscheidung, dort für 24 Millionen Euro die Verwaltung zu zentralisieren. Außerdem sollen auf dem Grundstück die Volkshochschule, die Musikschule und die Stadtbücherei untergebracht werden. Zudem soll im Erdgeschoss des neuen Baukörpers Einzelhandel entstehen, im historischen Teil Gastronomie. Die Kaufsumme ist laut Verwaltungsvorlage durch den Haushaltsansatz von 7,65 Millionen Euro für den Umbau der Gustav-Heinemann-Schule gedeckt, die wegen den Bürgerbegehrens noch nicht angetastet wurden.

Konkrete Planungen beginnen nun

Nun soll so schnell wie möglich der Arbeitskreis „Zentralisierung“ zusammentreten und mit der Ausgestaltung beginnen. „Inwieweit was realisiert werden kann, was wo untergebracht wird, was mit den dann frei werdenden Städtischen Gebäuden und der Gustav-Heinemann-Schule passiert, wird in den nächsten Schritten geklärt werden“, sagt Oliver Flüshöh. „Wir haben in einem ersten Schritt diese Chance ergriffen, werden nun einem zweiten die Umsetzung planen. Zügig, aber mit Bedacht“, ergänzt Marcel Gießwein. Dazu zähle auch abzuwägen, wer baue, wer zukünftig vermiete oder für die Bewirtschaftung zuständig sei.

Maßnahme zur Konsolidierung

Zwar haben laut Ralf Schweinsberg vor Vertragsunterzeichnung Gespräche mit der Bezirksregierung Arnsberg stattgefunden, die ihre Zustimmung für dieses Vorhaben erteilt hat, dennoch werden die Schwelmer kein unbegrenztes Zeitfenster bis zur Umsetzung des Rathausbaus bekommen. Schließlich ist die Zentralisierung elementarer Bestandteil des Konsolidierungskonzepts und wurde mehrfach von der Aufsichtsbehörde angemahnt.

Weitere Berichterstattung folgt.

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