Zentralisierung

Planung für Rathaus Schwelm stockt

So soll sich das neue Rathaus in die Schwelmer Innenstadt laut des ersten Entwurfs in die Umgebung einfügen.

So soll sich das neue Rathaus in die Schwelmer Innenstadt laut des ersten Entwurfs in die Umgebung einfügen.

Foto: Heinle Wischer Gesellschaft für Generalplanung mbH

Schwelm.   Politik vertagt Beschluss auf den 4. April und moniert kurzfristige Vorlage. Beratungsbedarf in Fraktionen. Entwürfe des Büros werden konkreter.

Seit ihrer offiziellen Vorstellung Mitte November vergangenen Jahres waren die Generalplaner von Heinle und Wischer recht fleißig, was die Gestaltung und Berechnung des neuen Schwelmer Rathauses und des Kulturzentrums in der direkten Nachbarschaft anbelangt. Die Abstimmung im Rat der Stadt Schwelm erreichte die Vorlage der Verwaltung für die nächsten Schritte dennoch nicht. Fehlenden Angaben zu den erwarteten Kosten und vor allem die kurzfristige Einbringung der Papiere waren die Gründe dafür, dass sämtliche Fraktionen des Schwelmer Stadtrats dem Antrag auf Vertagung durch die Grünen zustimmten.

Das Rathaus

Der viergeschossige Bau ist komplett unterkellert. Laut der Vorplanungen sollen im Untergeschoss 58 Stellplätze für Pkw eingerichtet werden, die den Kunden des Einzelhandels vorbehalten sein könnten. Die Gewerbefläche erstreckt sich auf insgesamt 1798 Quadratmeter im Erdgeschoss, dazu kommen auf der gleichen Etage 176 Quadratmeter für das Bürgerbüro, das gegenüber des Kesselhauses angesiedelt werden soll.

In drei Obergeschossen finden die Verwaltungsmitarbeiter Platz. Das vierte Obergeschoss soll nur auf den Gebäudeteil in Richtung Neumarkt gesetzt werden. Hier soll unter anderem der knapp 250 Quadratmeter große Multifunktionssaal, der auch für die Sitzungen des Stadtrats genutzt werden soll, entstehen.

Das Kulturzentrum

Das Kulturzentrum soll auf dem Grundstück an der Römerstraße gebaut werden, auf dem derzeit noch die Villa Xtra dry steht. Zusätzlich schlagen die Planer vor, den Grünstreifen und einen Teil der Parkfläche des Wilhelmsplatzes für den Neubau zu nutzen.

Während in der Teilunterkellerung die Technik Platz findet, soll die Städtische Bücherei ins Erdgeschoss einziehen, die VHS in der ersten Etage Platz finden und die Städtische Musikschule in die zweite Etage Einzug halten. In Richtung Wilhelmsplatz sollen Begrünung und Sitzgruppen ein gemütliches Ambiente schaffen.

Die Parkplätze

Die größte Diskussion läuft seit Beginn der Planungen bereits zu den Stellplätzen in der Innenstadt und dazu, wie sich die Parkplatzsituation gestaltet, wenn die Mitarbeiter des Rathauses ebenfalls ins Zentrum fahren und sich dort weitere Einzelhändler ansiedeln.

Die in der Vorplanung des Rathauses nun eingezeichneten 58 Stellplätze liegen deutlich unter den zunächst avisierten 80. In den Ratsfraktionen herrschen ohnehin unterschiedliche Meinungen, wie viele Stellplätze mit Blick auf sich verändernde Mobilität notwendig sind.

Die 58 Stellplätze sind ausschließlich für Kunden des Einzelhandels und nicht für die Rathausmitarbeiter gedacht. Die vergleichsweise geringe Zahl erläutert Ralf Schweinsberg, Beigeordneter der Stadt Schwelm, auf Nachfrage dieser Zeitung: „Die Zahl 80 gründet noch auf alten Planungen der Euroconcept, die die Anlieferung der Geschäfte über die Schulstraße abwickeln wollte. Unser Einzelhandelsplaner hat nun eine zeitgemäße Anlieferungs- und Entsorgungszone eingerechnet.“ Außerdem sei die Haustechnik von den oberen Etagen in den Keller gewandert.

In der vertagten Vorlage der Verwaltung ist bereits der Beschlussvorschlag aufgeführt, zu prüfen, ob die Tiefgarage in Richtung Kessel- und Patrizierhaus erweitert werden kann, um mehr Parkfläche zu schaffen. Ebenso dürfte der Plan, Fläche vom Wilhelmsparkplatz für das Kulturzentrum zu opfern, für Diskussionen sorgen. „Dies alles werden wir im Verkehrskonzept für die gesamte Innenstadt aufarbeiten“, sagt CDU-Fraktionsvorsitzender Oliver Flüshöh.

Die Zeitschiene

„Wir sind mit dem Vertagungsantrag natürlich nicht glücklich und seitdem mit den Büros im Gespräch“, sagt Ralf Schweinsberg. Ziel der Verwaltung ist es nun, die Vorlage der Verwaltung zu überarbeiten, im bevorstehenden Sitzungszyklus abschließend zu beraten, so dass sie in der Sitzung des Stadtrats am Donnerstag, 4. April, von der Sitzung abgestimmt werden kann.

Warum es überhaupt zu dem Antrag kam, erklärt der Fraktionsvorsitzende der Grünen, Marcel Gießwein, auf Nachfrage dieser Zeitung: „Die Beratungszeit war viel zu kurz. Außerdem gab es keine Angabe zu den Kosten.“ Das Konzept ist am Montag, 11. Februar, in nicht öffentlicher Sitzung dem Arbeitskreis Zentralisierung vorgestellt worden, die Vorlage und die entsprechenden Unterlagen des Planungsbüros sind den Politikern jedoch erst am Abend vor der Ratssitzung zugänglich gemacht worden. „Wir mussten zunächst die Vorlage schreiben und wollten dort die Ergebnisse des Arbeitskreises einfließen lassen“, verteidigt Ralf Schweinsberg die Vorgehensweise der Stadtverwaltung.

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