Betriebsausschuss

Planung für Fuzo-Öffnung in Ennepetal sorgt für Irritationen

In diesem Bereich zwischen Harkort- und Marktstraße (Vordergrund) soll Begegnungsverkehr möglich sein.  Die Bäume in der Marktstraße werden zum Marktplatzkomplex mit den Gastronomiebetrieben hin versetzt.

In diesem Bereich zwischen Harkort- und Marktstraße (Vordergrund) soll Begegnungsverkehr möglich sein. Die Bäume in der Marktstraße werden zum Marktplatzkomplex mit den Gastronomiebetrieben hin versetzt.

Foto: Hartmut Breyer

Ennepetal.   Die Öffnung der Fußgängerzone für Fahrzeuge könnte im Herbst erfolgen. Die Planungen der SBE warfen im Betriebsausschuss einige Fragen auf.

Voraussichtlich im Oktober wird die bisherige Fußgängerzone in Milspe zum größten Teil wieder für den Pkw-Verkehr geöffnet. Das geht aus den Planungen für die zuvor notwendigen Umbauten auf dem betreffenden Teilstück, die die Stadtbetriebe Ennepetal (SBE) nun im Betriebsausschuss vorstellten. Einzelne Details sorgten dabei allerdings für Irritationen bei einigen Ausschussmitgliedern.

So wird es nicht in allen Bereichen eine Einbahnstraßenregelung geben (von der Einmündung Berninghauser Straße bis zur Marktstraße und dann abknickend bis zur Südstraße), sondern auf zwei kurzen Abschnitten Begegnungsverkehr, wie SBE-Tiefbau-Mitarbeiter Thomas Humpohl erläuterte. Auf der Marktstraße dürfen Pkw zwischen der Zufahrt zum Gebau-Parkplatz und der Einmündung in die Südstraße (vor dem Busbahnhof) demnach künftig in beide Richtungen verkehren. Gleiches gilt für die Voerder Straße zwischen der Harkortstraße und der Marktstraße. Letzteres ist notwendig, um eine Ausfahrt aus dem unteren Teil der Harkortstraße zu ermöglichen, da unmittelbar vor dem Marktplatz ein Stück „echte“ Fußgängerzone erhalten bleiben soll. Dort werden Poller aufgestellt, eine Durchfahrt ist nicht möglich. „Ich bin überrascht“, sagte Christian Zink (SPD) in der Ausschusssitzung. „Ich hatte immer die Einbahnstraßen-Lösung im Kopf. Begegnungsverkehr halte ich für bedenklich.“

Bänke werden gedreht

Tim Strathmann, Leiter des Fachbereichs Finanzen und Interner Service im Rathaus und kürzlich als weiteres Vorstandsmitglied der SBE bestellt, erklärte, dass die SBE die Planung nicht selbst entwickelt hätten, sondern eine Liste von Anforderungen abarbeiten würden. Erst Ende April habe es letzte Absprachen bei einem Ortstermin mit Vertretern von Bezirksregierung und Polizei gegeben. All dies sei zu berücksichtigen gewesen.

Thomas Humpohl erläuterte weitere Maßnahmen. So werden die Gehwegbereiche weitestgehend von Einbauten befreit. Da gilt zum Beispiel für das Grünbeet an der ehemaligen Fortuna-Apotheke sowie das Spielgerät und das Wipptier. An der Sparkasse wird das Schachfeld entfernt, dort soll das Spielgerät aus der Marktstraße aufgebaut werden. Das Beet an der Marktstraße wird auf die gegenüberliegende Seite verlegt. Die Sitzbänke werden versetzt und gedreht, so dass die Menschen künftig mit dem Rücken zur Fahrbahn sitzen. Das stieß im Ausschuss zum Teil auf Unverständnis. Es sei unter anderem notwendig, weil entlang der Voerder Straße Pkw-Stellplätze eingerichtet würden und man verhindern wolle, das die Bänke durch einparkende Fahrzeuge beschädigt würden, so Thomas Humpohl. Insgesamt neue 22 Stellplätze (mit Parkzeitbeschränkung auf 15 Minuten) sind vorgesehen. Wo keine Stellplätze sind, werden die hellen durch anthrazitfarbene Pflastersteine ersetzt, um eine optische Abgrenzung zu schaffen. Die vorhandenen Behindertenparkplätze gegenüber dem Bürgerbüro bleiben erhalten, das bisherige – unerlaubte – Querparken vor der Sparkasse soll durch Einrichtung zweier Stellplätze in Längsrichtung unterbunden werden.

Bäume an der Außengastronomie

Um den Spielplatz auf dem Minna-Schmidt-Idar-Platz zu sichern und den für Kinder gerne genutzten Wasserlauf in dem Bereich erhalten zu können, wird dort ein Plexiglas-Schutzzaun errichtet. Eine derartige, durchsichtige Abgrenzung habe man gewählt, damit Autofahrer die Kinder sehen können, erklärte Thomas Humpohl. Überlegungen, eine Gabione aufzustellen, seien daher verworfen worden. Die Anregung von Stefan Mayer-Stoye (Bündnis 90/Die Grünen), dort eine grüne Hecke zu pflanzen, hielt Humpohl für ebenso wenig praktikabel. Auf dem Spielplatz wird im Übrigen das Klettergerüst von der Passage am Markt installiert.

Um eine Abgrenzung zur Außengastronomie an der Marktstraße zu schaffen, sollen dort die Bäume auf die andere Straßenseite, hin zum Marktplatz, verlegt werden. Die Fahrbahn wird dann über die bisherigen Baumstandorte geführt. Die Frage von Stefan Mayer-Stoye, wie viel Außengastronomie-Fläche wegfallen werde, konnte Thomas Humpohl nicht beantworten. Man sei aber bemüht, auf der Straßenseite am Marktplatz so viel wie möglich zu erhalten.

Für Blinde und Sehbehinderte wird auf der Voerder Straße beidseitig ein taktiles Leitsystem installiert, auf der Markstraße wird es einseitig sein. Außerdem sind an vier Stellen Querungshilfen vorgesehen. Das hatte der Behindertenbeirat bei einer Begehung mit Vertretern von Stadt und SBE vereinbart (wir berichteten).

Leserkommentare (1) Kommentar schreiben