Kultur

Letzter Akt um geplatzte Warhol-Schau

Auch ein vollständiger Marilyn-Zyklus sollte in der Warhol-Ausstellung gezeigt werden. Der gebürtige Schwelmer Peter Christian Neumann hatte sein Angebot nach massiver Kritik zurückgezogen.

Auch ein vollständiger Marilyn-Zyklus sollte in der Warhol-Ausstellung gezeigt werden. Der gebürtige Schwelmer Peter Christian Neumann hatte sein Angebot nach massiver Kritik zurückgezogen.

Foto: Jan-Philipp Strobel / dpa

Schwelm.  Im Kulturausschuss prallten noch einmal die Meinungen der Befürworter und Gegner der geplatzten Warhol-Ausstellung in Schwelm aufeinander.

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Vorhang auf zum letzten Akt der ursprünglich für das kommende Jahr geplanten aber abgesagten Warhol-Ausstellung im Haus Martfeld. Die Bühne dafür bildete sinniger Weise der Seminarraum des Schlosses. Dort waren die Mitglieder zur letzten Sitzung des Kulturausschusses in diesem Jahr zusammengekommen. Auf der Tagesordnung stand auch das Thema Warhol und die Gründe für die Absage durch Mäzen Peter Christian Neumann.

Mit der Diskussion im jüngsten Kulturausschuss zog die Politik einen Schlussstrich unter die geplatzte Warhol- Ausstellung. Der Gesprächsverlauf zeigte, dass die Standpunkte durchaus kontrovers bis zum Schluss geblieben sind. Befürworter und Gegner der Schau setzten zu einem letzten Schlagabtausch an.

Bürgermeisterin Gabriele Grollmann-Mock stellte klar, dass die Absage nicht mit zu hohen Kosten begründet werden kann. Von den ursprünglich geschätzten 63.000 Euro sei durch Spenden und Umorganisation letztendlich ein Fehlbetrag von 11.000 Euro übrig geblieben. „Wir hätten mit einer schwarzen Null abgeschlossen“, war sich die Bürgermeisterin sicher. Museumsleiterin Dr. Bärbel Jäger brachte ihr Unverständnis über die politische Diskussion zum Ausdruck.

Wie berichtet, hatte P.C. Neumann sein Angebot für die Ausstellung zurückgezogen und in einer Mail begründet. Darin sprach er von einer massiv gegen das Kunstprojekt in der Öffentlichkeit gemachten Stimmung und zeigte sich enttäuscht über die „offensichtlich existierende Kleinbürgerlichkeit und Verschlossenheit“ in seiner Heimatstadt. Besonders die „negativen Reaktionen seitens der Politik und insbesondere der SPD“ hätten „von einer beispiellosen Inkompetenz“ gezeugt.

„Normale demokratische Arbeit“

„Ich kann die Enttäuschung von Neumann verstehen. Es wäre für Schwelm etwas besonderes gewesen“, bedauerte Christiane Sartor (CDU) die Absage der Warhol-Ausstellung durch den Kunstmäzen. „Wir waren relativ nahe dran. Schade, dass die Schau nicht zustande gekommen ist“, pflichtete ihr Matthias Kampschulte (CDU) bei. Grollmann kritisierte, dass „massiv von einer Fraktion gegen die Ausstellung gesprochen wurde“, das sei auch eine Klatsche gegen die Sponsoren so einer Veranstaltung gewesen.

„Es war ein politischer Diskussionsprozess, der in Gang war. Es gibt keinen Grund für Schuldzuweisungen“, sah sowohl Ausschussvorsitzende Dr. Frauke Hortolani (SPD) das ganz anders, wie auch Dr. Michaela Kaufmann (SPD): „Kritische Fragen müssen erlaubt sein, die muss auch ein Aussteller aushalten.“ Diese Meinung vertrat auch Brigitta Gießwein, die von „ganz normaler demokratischer Arbeit“ sprach.

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