DB Netz AG stellt Pläne vor

Lärmschutz an Teilabschnitten der Bahnlinie durch Ennepetal

So sehen die Lärmschutzwände aus, die die DB Netz AG an den Gleisen installieren will. Bei der Farbgestaltung darf die Stadt mitreden.

So sehen die Lärmschutzwände aus, die die DB Netz AG an den Gleisen installieren will. Bei der Farbgestaltung darf die Stadt mitreden.

Foto: STEFAN AREND

Ennepetal.   Die Deutsche Bahn will den Lärmschutz entlang der Bahnlinie durch Ennepetal verbessern und auf drei Abschnitten Schallschutzwände installieren.

Die Deutsche Bahn (DB) will den Lärmschutz entlang der Bahnlinie durch Ennepetaler Stadtgebiet verbessern. Vorgesehen ist, auf einer Länge von 2100 Metern Schallschutzwände zu installieren. Etwa 3,2 Millionen Euro investiert die Bahn in die Baumaßnahme, die derzeit geplant wird und im Jahr 2021 umgesetzt werden soll. Darüber hinaus sind stellenweise auch passive Maßnahmen wie der Einbau von Schallschutzfenstern und schallgedämmten Wandlüfter sowie die Verbesserung der Schalldämmung von Rollläden, Wänden und Dächern möglich. Dabei ist jeweils eine finanzielle Beteiligung der Eigentümer in Höhe von 25 Prozent der Kosten erforderlich.

Andreas Tecklenburg und Sabrina Reinecke von der DB Netz AG stellten die Lärmsanierungsmaßnahmen für Ennepetal im Ausschuss für Stadtentwicklung und Wirtschaftsförderung vor. Demnach stellen das Bundesministerium für Verkehr und digitale Infrastruktur (BMVI) und das Eisenbahnbundesamt jährlich insgesamt 150 Millionen Euro für „Lärmsanierungsmaßnahmen an Schienenwegen des Bundes“ bereit. Damit derartige Maßnahmen gefördert werden, müssen drei Voraussetzungen erfüllt sein:
1. Die Immissionsgrenzwerte für die Lärmsanierung sind überschritten (dabei gelten unterschiedliche Werte für Krankenhäuser, Schulen, Altenheime und reine Wohngebiete, für Kern-, Dorf und Mischgebiete sowie für Gewerbegebiete).
2. Für die bauliche Anlage muss vor dem 1. Januar 2015 eine Baugenehmigung erteilt worden sein oder die bauliche Anlage wurde im Geltungsplan eines vor dem 1. Januar 2015 bestandskräftig gewordenen Bebauungsplanes errichtet.
3. Bei aktiven Maßnahmen bewegt sich das Nutzen-/Kostenverhältnis in einem festgesetzten Rahmen.

Digitales Berechnungsmodell

Um die Werte für Ennepetal zu ermitteln, ließ die DB Netz AG eine schalltechnische Untersuchung vornehmen. Dabei wurde allerdings die Lärmbelastung nicht real gemessen, sondern mit einem digitalen Berechnungsmodell ermittelt. Zugrunde lag ein dreidimensionales Geländemodell, für das der Emissionspegel für Tages-und Nachtzeitraum unter Berücksichtigung der Ist-Zugzahlen und der prognostizierten Zugzahlen berechnet wurde.

Das Gutachten ergab, dass von der Ambrosius-Brand-Straße (kurz hinter der Einmündung Aufsicht) bis zur Heimstraße (bis etwa oberhalb des Lidl) sowie im Bereich des Bahnhofs Ennepetal/Gevelsberg Handlungsbedarf besteht. Durch die Installation von Lärmschutzwänden könnte nach den Ausführungen der DB-Netz-Vertreter die Lärmbelastung unter die Immissionsgrenzwerte gesenkt werden. „Die Wände sind zwei bis drei Meter hoch und werden nah am Gleis errichtet“, erläuterten Andreas Tecklenburg und Sabrina Reinecke. Es handele sich um Alu-Elemente, die in Stahlträgern geführt werden. Gegründet würden diese auf Stahlbetonsockeln und in den Boden gerammten Stahlrohren.

Insgesamt drei dieser Wände sind für das Ennepetaler Stadtgebiet geplant. Die mit 1,3 Kilometern längste wird entlang der Ambrosius-Brand-Straße hin zum Büttenberg (Kölner Straße) und unterhalb der Schachtstraße bis zur Heimstraße errichtet. Eine zweite Wand mit 560 Metern Länge ist vom Rahlenbecker Tunnel hin zur Kölner Straße und im weiteren Verlauf oberhalb der Kampstraße vorgesehen. Die dritte und mit 260 Metern kürzeste Wand wird nördlich des Bahnhofs (rechts der Bahnlinie in Fahrtrichtung Hagen bis etwa Höhe der Einmündung Wunderbau) installiert.

Rettungswege werden angelegt

Andreas Tecklenburg und Sabrina Reinecke erklärten, dass die Farbgebung der Schallschutzwände mit der Stadt abgestimmt werde. „Grünabstufungen sind sehr beliebt“, meinte Reinecke dazu. Auf Nachfragen aus dem Ausschuss erläuterte sie, dass während der Bauarbeiten aufgrund der Nähe zum Gleiskörper die Strecke zeitweise in einer Richtung gesperrt werden müsse. Man versuche aber auch, nachts zu arbeiten. Rettungswege – für den Fall, dass ein Zug liegen bleibt – werde es geben, hierfür stünden die Planer auch in Kontakt mit der Feuerwehr.

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