Start in Gevelsberg

Kirchenorgel rückt bei Festival im Südkreis in Mittelpunkt

Gerhardt Marquardt bereitet sich in der Erlöserkirche auf das Kinderkonzert „Die Arche Noah“ vor.

Gerhardt Marquardt bereitet sich in der Erlöserkirche auf das Kinderkonzert „Die Arche Noah“ vor.

Foto: Klaus Bröking

Gevelsberg.   Gerhardt Marquardt eröffnet den 12. Orgel-Herbst mit einem Konzert in der Erlöserkirche. Bei „Hymnus“ wirken auch Bläser und Schlagzeug mit.

„Wir haben so viele schöne Orgeln in den Kirchen im Süden des Ennepe-Ruhr-Kreises, die möchten wir einem breiten Publikum einmal vorstellen“, sagt Gerhardt Marquardt, Kantor an der Gevelsberger Erlöserkirche und für den Evangelischen Kirchenkreis Schwelm. Und deshalb startet zum 12. Mal im Monat September der Orgel-Herbst in den drei Städten Schwelm, Gevelsberg und Ennepetal.

In jedem Gottesdienst ist die Kraft der Orgel deutlich spürbar. „Königin der Instrumente“ wird sie genannt. Wenn die Gläubigen in den Kirchen beten, steht die Orgel allerdings nicht im Mittelpunkt. Die Kirchenmusiker der Evangelischen und Katholischen Gemeinden wollen den Zuhörern deshalb mit dem Festival demonstrieren, wie eine Kirchenorgel als Konzertinstrument wirkt.

Publikum reist mit

Dazu haben neben Gerhardt Marquardt auch seine Kollegin Konstanze Pfeiffer und seine Kollegen Ulrich Isfort und Ludger Janning ein abwechslungsreiches Programm für den Konzert-Herbst, der alle zwei Jahre stattfindet, zusammengestellt. Und diese Vielfalt muss schon aus einem Grund sein: „Wir haben festgestellt, dass ein Teil des Publikums von Konzert zu Konzert mitreist. Es sind auch bei den Konzerten viele fremde Gesichter im Publikum.“ Das sind Musikliebhaber, die von den Klängen der Orgel auch aus der weiteren Umgebung angezogen wurden.

Vor 24 Jahren wurde der Orgel-Herbst aus der Taufe gehoben. Zuerst haben sich nur die beiden Städte Gevelsberg und Schwelm beteiligt, weil es in Ennepetal keinen hauptberuflichen Kirchenmusiker gab. Im Jahr 2010 – als das Ruhrgebiet den Titel Kulturhauptstadt trug – kam die Klutertstadt hinzu. In diesem Jahr finden jeweils drei Konzerte in einer der Südkreisstädte statt. Die Erlöserkirche und die Liebfrauenkirche in Gevelsberg, die Christuskirche und die St. Marienkirche in Schwelm sowie die Johanneskirche, die Herz-Jesu-Kirche und die Evangelische Kirche Milspe werden zu Konzertsälen. Die Bürgermeister der drei Städte haben auch Schirmherrschaft über das Festival übernommen.

Planungen ein Jahr vorher

Für das Programm werden die ersten Musiker von den Organisatoren bereits ein Jahr vor dem ersten Konzert angesprochen. „Durch die neue Schwelmer Kantorin Konstanze Pfeiffer haben sich für uns jetzt auch viele Türen im Kölner Raum geöffnet“, sagt Gerhardt Marquardt. Besonders freut sich der Musiker über ein Konzert mit dem er selbst den Orgel-Herbst am Sonntag, dem 9. September, in der Erlöserkirche eröffnet.

Bei „Hymnus“ wirken Bläser, Orgel und Schlagzeug zusammen. Anlässlich des 400. Geburtstages von Paul Gerhardt im Jahr 2007 komponierte und arrangierte Christian Sprenger das Werk, einen Zyklus von Choralfantasien über bekannte Paul-Gerhardt-Lieder für ein zehnköpfiges Blechbläserensemble, Schlagzeug und Orgel, das in diesem Konzert zu hören sein wird.

Arche Noah für Kinder

Alle Veranstaltungen im Rahmen des Orgel-Herbstes sind mal mehr oder mal weniger so außergewöhnlich wie das Eröffnungskonzert. Für Kinder ist „Die Arche Noah“ dabei. Die biblische Geschichte wird zur Musik von Johann Sebastian Bach in der Erlöserkirche erzählt. Und in der Johanneskirche erklingen die „Dancing Pipes“. Mit Programmtiteln wie „Cosmic waltz“ und „Life is a dance“ verspricht dieses Konzert, die Orgelpfeifen zum Tanzen zu bringen. Dafür sorgen der Organist Hans-Martin Limberg – dessen Kompositionen und CD-Aufnahmen mittlerweile auch im europäischen Ausland Beachtung finden – und der Schlagzeuger Jochen Welle, der seit 1980 im Jazz-, Big Band-, Rock-, Blues- und Popbereich unterwegs ist und viele namhafte Künstler begleitet hat.

Und auch bei einer so hochkarätigen Besetzung ist der Eintritt zu den Konzerten kostenfrei, um allen Menschen den Besuch zu ermöglichen. Die Organisatoren bitten nur am Ausgang um eine Spende, damit die Kosten zum Beispiel für Programmhefte und Plakate gedeckt werden können. In den Programmheften steht eine Menge Wissenswertes über die Orgeln, auf denen gespielt wird, und über die Musiker, die bei den Konzerten dabei sein werden.

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