Politik

Kein Schwelmer Heimatfest bei Klimanotstand

Stellen Karussells bei ausgerufenem Klimanotstand einen unnötigen CO2-Ausstoß dar? Die CDU befürchtet dies.

Stellen Karussells bei ausgerufenem Klimanotstand einen unnötigen CO2-Ausstoß dar? Die CDU befürchtet dies.

Foto: Foto: Michael Scheuermann

Schwelm.  CDU reagiert auf Antrag von Grünen und Bürgern und sieht schwer wiegende Verluste für Schwelm, falls dieser angenommen wird.

Klima ist das politische Thema der Stunde und nachdem die Fraktionen von Bündnis 90/Die Grünen und „Die Bürger“ gemeinsam beantragt haben, den Klimanotstand für Schwelm auszurufen (wir berichteten), werden sich die Ratsmitglieder der Kreisstadt im Rahmen ihrer kommenden Sitzung mit einem weiteren Antrag zu diesem Thema beschäftigen. Denn unter dem Titel „Klimagerechte Stadtentwicklung Schwelm“ legt die CDU nach.

Klimabeirat für Schwelm gründen

Unter anderem beantragen die Christdemokraten, dass die Verwaltung um Bürgermeisterin Gabriele Grollmann Sorge dafür trägt, dass die Stadt Schwelm noch im laufenden Jahr damit beginnt, eine Ladeinfrastruktur für E-Mobilität auszubauen. Außerdem möchte die CDU ein neues Gremium gründen. Im Antrag heißt es dazu: „In der Stadt Schwelm wird ein Beirat für eine klimagerechte Stadtentwicklung eingerichtet, der sich aus den unterschiedlichsten Lebens- und Gesellschaftsbereichen zusammensetzt.“ Dazu gehören sollen Vertreter der: Schüler, Lehrer, Unternehmen, Gewerkschaften, Kirchen, dem Beirat für Menschen mit Behinderungen,Wissenschaftler, Techniker, Familien und Senioren, Feuerwehr und Hilfsorganisationen, AGU, Mieter und Vermieter, Arbeitsgemeinschaft der freien Wohlfahrtspflege sowie der AVU. Der Beirat soll die Herausforderungen des Klimawandels und mögliche Maßnahmen für und in Schwelm diskutieren sowie der Politik Vorschläge für eine klimagerechte Stadtentwicklung machen.

CDU sieht viele Gefahren

Gleichzeitig positioniert sich die CDU ganz klar dagegen, für Schwelm, wie von den beiden anderen Fraktionen gefordert, den Klimanotstand auszurufen.

Dieses hätte nämlich aus Sicht der Union extreme Nachteile für die Stadt Schwelm. Sogar das Heimatfest müsse ausfallen: „Erklärt die Stadt Schwelm den Klimanotstand, müssen alle Maßnahmen und Handlungen dahinter zurücktreten. Der Schutz der Artenvielfalt ebenso wie alle anderen Belange des Umwelt- und Naturschutzes“, schreibt CDU-Fraktionsvorsitzender Oliver Flüshöh in der Begründung des Antrags. Die Sorge dafür, den Menschen in der Stadt bezahlbaren Wohnraum zur Verfügung zu stellen würde ebenso hinten angestellt, wie die Aufrechterhaltung des Wirtschaftsstandortes zur Sicherung der Arbeitsplätze in der Stadt, fährt er fort.

Und nicht zuletzt müsste laut CDU jede Form unnötigen CO2-Ausstoßes konsequent eingestellt werden. Heißt für Oliver Flüshöh: „Es dürfte kein Heimatfest mehr durchgeführt werden, kein Feierabendmarkt oder keine Bierbörse, der Zuschuss für das Freibad müsste umgehend eingestellt werden, weil durch die Durchführung und den Betrieb ein nicht notwendiger CO2-Verbrauch entsteht.“

Verkehr auf Routen bündeln

Die CDU setze daher auf eine breit akzeptierte, klimagerechte Stadtentwicklung und will beispielsweise im Zuge der Innenstadtentwicklung ein Verkehrskonzept einführen, das es ermöglicht, Verkehre so weit wie möglich aus der Innenstadt herauszuhalten und die notwendigen Verkehre auf bestimmte Routen sowie Parkplätzen zu bündeln.

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