Kirche

Glaubensfestival in Gevelsberg der Evangelischen Gemeinden

Von links nach rechts: Christian Lunkenheimer (Freie Evangelische Gemeinde), Adrian Wild (Evangelisch Freikirchliche Gemeinde) und Daniel Jung (Evangelische Kirchengemeinde) machen sich für ein gemeinsames Ziel stark.

Von links nach rechts: Christian Lunkenheimer (Freie Evangelische Gemeinde), Adrian Wild (Evangelisch Freikirchliche Gemeinde) und Daniel Jung (Evangelische Kirchengemeinde) machen sich für ein gemeinsames Ziel stark.

Foto: Carmen Thomaschewski

Gevelsberg.   15. und 16. Juni im Zentrum für Kirche und Kultur: Im Mittelpunkt steht die Frage: „Was muss Kirche tun, um zukunftsfähig zu sein?“

„Kirche bedeutet nicht nur, dass 500 Menschen fromme Lieder singen“, sagt Christian Lunkenheimer von der Freien Evangelischen Gemeinde (FEG). Keine Frage, das könne auch geistlich erhebend sein, weiß Daniel Jung. Der Mann der Evangelischen Kirchengemeinde meint aber vor allem: „Kirche muss sich einbringen, präsent und relevant für die Menschen sein.“ „Nicht nur die Menschen sollen in die Kirche kommen, sondern auch die Kirche zu ihnen“, betont auch Adrian Wild von der Baptistengemeinde. Die Pastoren der drei christlichen Gemeinden in der Stadt sind sich einig, dass sich Kirche verändern muss. Sie fragen: „Was muss Kirche tun, um zukunftsfähig zu sein?“ Am kommenden Wochenende planen sie ein gemeinsames Glaubensfestival, das sich genau mit dieser Frage auseinandersetzt.

Offener Dialog

Drei Gemeinden – eine Idee: Es geht nicht nur darum, Interessierten eine unterhaltsame Zeit zu bescheren. Die Impulse, die daraus entstehen, die sollen weiter getragen werden und nachwirken, erklärt Adrian Wild. „Wichtig ist dafür ein offener Dialog“, ergänzt Daniel Jung.

Die Möglichkeit dazu bietet sich bei der Veranstaltung G Quadrat, „Glaube mal Gevelsberg“, die am Samstag und Sonntag, 15. und 16. Juni, im Zentrum für Kirche und Kultur stattfindet. Sie bietet ein tagfüllendes Programm am Samstag und endet mit einem gemeinsamen Gottesdienst am Sonntag (siehe Infokiste).

Johannes Reimer, Professor für Missionswissenschaften und Interkulturelle Theologie, wird mit den drei Pastoren und Benjamin Garske, Vorsitzender im Ausschuss für Stadtentwicklung und Politikwissenschaftler, darüber reden, welchen Beitrag Kirche leisten kann und vor allem muss. Nicht nur der Inhalt ist zukunftsorientiert, auch das Format. Fragen aus dem Publikum können zum Beispiel per SMS an die Moderatorin verschickt werden, während der Diskussion. Auch beim Podcast-Duo Hossa Talk geht es darum, wie sich Christsein in einer komplexen, widersprüchlichen und manchmal chaotischen Welt leben lässt, auch hier kann sich das Publikum interaktiv beteiligen.

Sozialraumstudie für Gevelsberg

Die Ehrenamtlichen seien es, die den Körper Kirche tragen, nicht die fest Angestellten, sagt Daniel Jung und macht damit deutlich, wer im Mittelpunkt der kirchlichen Arbeit stehen sollte. Alle Menschen, reiche wie sozial benachteiligte, mit all ihren jeweiligen Fragestellungen. Natürlich sei es schwierig, mit allen ins Gespräch zu kommen, dennoch müsse sich Kirche dieser Herausforderung stellen.

Umweltschutz, soziale Gerechtigkeit: Die Themen, die die Menschen beschäftigten, seien vielfältig, wissen die drei Pastoren aus ihrer täglichen Arbeit. Hier müsse Kirche ansetzen. Es müsse die Rolle der Kirche definiert werden, damit sie auch in Zukunft eine Rolle im Leben der Menschen spiele.

„Kirche blickt auf eine 2000 Jahre alte Geschichte zurück“, sagt Daniel Jung. „Dabei ist Kirche auch der Teil gewesen, der den Menschen im Weg stand zu Gott zu finden.“ Die drei Pastoren appellieren an die Verantwortung von Kirche und streben einen kontinuierlichen Entwicklungsprozess an.

Deshalb wird die Theologische Hochschule Ewersbach in den kommenden Monaten eine Sozialraumanalyse für Gevelsberg erstellen. Wo gibt es Bereiche, in denen sich Kirche einbringen kann, wo liegt der Bedarf des Menschen? Auftraggeber sind die Freie Evangelische Gemeinde und die Evangelisch Freikirchliche Gemeinde. „Natürlich werden wir die Ergebnisse und Erkenntnisse auch mit anderen teilen“, sagt Christian Lunkenheimer und macht damit deutlich, wie eng die Gemeinden in der Stadt zusammen gerückt seien, nicht nur im Hinblick der angestrebten Fusion mit der Baptistengemeinde, siehe Zweittext.

Die drei Pastoren sind eine Altersklasse, Mitte 20, Anfang 30, sie verstehen sich gut und wollen das gute Miteinander auch in den Gemeinden stärken. Im Sinne der Menschen.

>>> INFO

Das Glaubensfestival G² feierte 2011 Premiere. Eines von vielen gemeinsamen Aktionen und Projekte.

Das Programm: Samstag, 15. Juni, Beginn 13.30 Uhr Stehkaffee. 14-15.30 Uhr Podium „Gesellschaftsrelevanter Gemeindebau“ mit Johannes Reimer, 15.30-16.15 Uhr Kaffee und Kuchen, 16.30-18 Uhr Podiumsdiskussion mit Johannes Reimer, Adrian Wild, Christian Lunkenheimer, Daniel Jung und Benjamin Garske, 18 Uhr Pizza-Pause, 19.15 Hossa Talk live zum Thema „Gemeinde in der Zukunft“, 21.15 Uhr Musik.

Sonntag, 16. Juni, Abschluss-Gottesdienst, auch im Zentrum für Kirche und Kultur, Südstraße 8.

Der Eintritt ist frei, über Spenden würden sich die Gemeinden freuen.

Mehr Informationen gibt es im Internet unter www.glaube-mal-gevelsberg.de

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