Konzert

Gitarrenfestival Gevelsberg: Ema Kapor gewinnt Wettbewerb

Die Siegerin: Ema Kapor aus Serbien überzeugt mit Technik und Gefühl.

Die Siegerin: Ema Kapor aus Serbien überzeugt mit Technik und Gefühl.

Foto: Hartmut Breyer

Gevelsberg.   21-jährige Serbin erhält wertvolle Gitarre und darf 2020 Konzert geben

Mit Scarlatti und Ponce zum Erfolg: Ema Kapor hat den Internationalen Wettbewerb beim Gitarrenfestival Gevelsberg gewonnen. Die 21-jährige Serbin überzeugte die fünfköpfige Jury im hochklassigen Finale am Mittwochabend mit ihrem technisch versierten, aber auch sehr lebendigen und ausdrucksstarken Spiel.

Es war ein äußerst spannender Abend in der Lukaskirche. Natürlich merkte man den fünf Finalisten, die sich am Samstag und Sonntag in den beiden ersten Runden des Wettbewerbs aus dem 20-köpfigen Teilnehmerfeld herausgehoben hatten, die Nervosität stellenweise an. Doch unüberhörbar war, dass sie alle ihre Instrument hervorragend im Griff haben. Ema Kapor erfüllte mit ihrer Interpretation von Scarlattis Sonate K. 213 die Lukaskirche mit einem warmen Klang, meisterte auch die schwierigen Passagen sehr souverän. Und Ponces Sonata III spielte sie kraftvoll und dynamisch.

Als Preis erhielt Ema Kapor nicht nur die Möglichkeit, beim Gitarrenfestival im kommenden Jahr ein Konzert zu geben, sondern auch eine hochwertige Meistergitarre des griechischen Gitarrenbauers Giannis Seintoulas. Die Preisträgerin, die aus Belgrad stammt und seit 2015 an der Hochschule für Musik und Tanz in Köln studiert, gab im Anschluss an die Siegerehrung eine Kostprobe auf ihrem neuen Instrument – nicht nur zur Freude von Giannis Seintoulas, der seine Werkstatt beim Festival präsentierte und natürlich beim Wettbewerbsfinale dabei war.

Platz zwei, dotiert mit 500 Euro, sprach die Jury Dmytro Omelchak aus der Ukraine zu. Den dritten Platz teilen sich die Deutsche Emma Schützmann und der Spanier Miguel Chillón Pino. Sie erhalten jeweils 300 Euro. Anerkennung für seine Leistung erhielt Ilija Tosic aus Serbien. „Es war ein sehr hohes internationales Niveau“, betonte Jury-Präsident Anders Miolin. „Eigentlich waren alle preiswürdig.“ Doch schon allein die Teilnahme sei ein großer Gewinn, sagte er an die Nachwuchsmusiker gerichtet. Neben Miolin gehörten Jan Depreter, Michalis Sourvinos, Ivan Petricevic und Dagmar Tewes der Jury an.

Das Publikum hatte übrigens einen anderen Favoriten. Die Zuhörer konnten – außerhalb des Wettbewerbs – einen Stimmzettel abgeben. Die meisten Kreuzchen vereinte Miguel Chillón Pino auf sich, der mit seinem souveränen Vortrag von Allemande, Corrente, Sarabande und Giga aus der Partita d-moll, BWV 1004, von Bach sowie dem Stück Aire Vasco von Manjón beeindruckt hatte.

Zu Beginn des Finalabends hatte Bürgermeister Claus Jacobi die Gelegenheit genutzt, dem engagierten Team der Musikschule um Leiterin Dagmar Tewes ein besonderes Dankeschön auszusprechen. Außerdem richtete er seinen Dank an die Evangelische Kirchengemeinde Gevelsberg, die es für eine Selbstverständlichkeit und zugleich Besonderheit halte, in der Lukaskirche Gastgeber für die Konzerte beim Gitarrenfestival zu sein.

Leserkommentare (0) Kommentar schreiben