Kultur

Gevelsberger Konzertgesellschaft: So war das Meisterkonzert

Ein besonderes Hörerlebnis mit ungeheuren Steigerungen in Gevelsberg: Das Signum Quartett mit (von links) Florian Donderer (erste Violine), Annette Walther (zweite Violine), Thomas Schmitz (Violoncello) und  Xandi van Dijk (Viola).

Ein besonderes Hörerlebnis mit ungeheuren Steigerungen in Gevelsberg: Das Signum Quartett mit (von links) Florian Donderer (erste Violine), Annette Walther (zweite Violine), Thomas Schmitz (Violoncello) und  Xandi van Dijk (Viola).

Foto: Lilo Ingenlath-Gegic

Gevelsberg.  Beim dritten Meisterkonzert der Konzertgesellschaft Gevelsberg präsentierte das Signum Quartett Kammermusik von allerhöchster Qualität.

Das mehrfach preisgekrönte Signum Quartett erfreut sich höchster Anerkennung bei Konzertpublikum und Fachkritik. Somit waren beim III. Meisterkonzert der Konzertgesellschaft Gevelsberg Musiker zu Gast, die Kammermusik allerhöchster Qualität präsentierten.

Am Anfang stand das Streichquartett Nr. 8 B-Dur von Franz Schubert (1797-1828). Den ersten Satz ließen die vier Streicher vehement und zugleich sanft erklingen. Im zweiten Satz stimmten sie getragene Töne an. Bratsche und Cello verliehen dem eine besondere Melancholie.

Dann tauchten sie wieder ein in romantische Klänge und ließen im nächsten Satz ein verliebtes Tänzchen ertönen.

Die vier Musiker spielten perfekt aufeinander eingestimmt und mit absoluter Präzision. Stets kommunizierten sie mit Blicken und Instrumenten miteinander.

Der nächste Programmpunkt war ein außergewöhnlicher: Das „Quartett for Strings“ von der südafrikanischen Komponistin Priaulx Rainier (1903-1986), die bisher in Deutschland nahezu unbekannt ist. Ihr 1939 komponiertes Streichquartett wurde 1944 in London uraufgeführt und kann keiner Musikrichtung klar zugeordnet werden.

Besonderes Hörerlebnis

Spannend und für alle Zuhörer völlig neu, wurde es ein besonderes Hörerlebnis mit ungeheuren Steigerungen. An vielen Stellen waren Cello und Bratsche tonangebend, im zweiten Satz schienen die Instrumente Streitgespräche miteinander zu führen, während der nächste Satz romantisch, verklärt begann. Kraftvoll und ungestüm der vierte Satz und beinahe schon aggressiv der Schluss. Sicher eine große Herausforderung für die vier Musiker, die sie grandios meisterten.

Mit „Adagio und Fuge c-Moll“ von W.A. Mozart (1756-1791) ging es nach der Pause weiter. Mozart führte hier Pathos, Sehnsucht und das Regelwerk der Fuge geschickt zusammen. Er baute alle Techniken ein, die er in der Musik von Bach und Händel vorfand.

Das Signum Quartett sorgte nicht nur für einen feinen Hörgenuss, es war auch eine Freude den Streichern bei ihrem lebendigen, bewegten Spiel zuzuschauen.

Den Höhepunkt des Abends bildete das Streichquartett op. 18 Nr. 3 D-Dur von Ludwig van Beethoven (1770-1827). Hier gestalteten die Musiker ein beeindruckendes Klangergebnis und füllten den ganzen Saal mit Beethovens Musik. Mit ihrer großen Dynamik machten sie die Musik regelrecht spürbar.

Das Publikum spendete reichlich Applaus für ein grandioses Streichquartett, das die Charakteristik des jeweiligen Werkes hervorragend erfasste.„Wir spielen noch etwas, um runterzukommen“, kündigte Florian Donderer die Zugabe an. Mit der wunderschönen Bearbeitung des Schubert-Liedes „Frühlingsglaube“, der Vertonung eines Gedichtes von Ludwig Uhland, klang ein großartiger Konzertabend ganz sanft aus.

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