Schule

Gevelsberger Hasencleverschule: Neuer Name, neue Optik

Insgesamt kostete die energetische Sanierung der Förderschule mehr als 5 Millionen Euro. Etwa 4 Millionen zahlt die Stadt.

Insgesamt kostete die energetische Sanierung der Förderschule mehr als 5 Millionen Euro. Etwa 4 Millionen zahlt die Stadt.

Foto: Carmen Thomaschewski / WP

Gevelsberg.  Erst die Sanierung jetzt ein neuer Name: Die Hasencleverschule in Gevelsberg stellt sich für die Zukunft auf. Es ist vieles in Bewegung.

Der Umbau der Förderschule ist fast abgeschlossen. Etwa 4 Millionen Euro investierte die Stadt in die energetische Sanierung. Dirk Mautner hofft, dass sich durch die neue Optik nicht nur die Wertigkeit steigert, sondern sich dadurch auch der Umgang der Schüler mit dem Gebäude verbessert. Frischer Wind was die Wahrnehmung der Schule von außen angeht und auch von innen positiv beeinflusst. So sei auch die Idee zur Umbenennung der Schule gewachsen – in die Ferdinand-Hasenclever-Schule, dem Namensgeber der Einrichtung. https://www.wp.de/staedte/ennepetal-gevelsberg-schwelm/endspurt-fuer-arbeiten-an-der-gevelsberger-hasencleverschule-id217089001.html

Den Evangelischen Pfarrer und das, was er für die Stadt und das Schulwesen geleistet hat, kennen nur die wenigsten, weiß der kommissarische Schulleiter. Dirk Mautner ist sich sicher, dass durch den Eigennamen in der Schulbezeichnung eine ganz andere Auseinandersetzung mit der Schule und ihrer Aufgabe geschieht. „Schon vor 200 Jahren hat Ferdinand Hasenclever etwas erkannt, was so aktuell ist wie nie. Die Lücken im System, den Handlungsbedarf bei der Lehrerausbildung und dass die Schulpflicht entscheidend ist.“

170 Kinder, 32 Lehrer

Ferdinand Hasenclever habe das Märkische Schulsystem reformiert und war viele Jahre in Gevelsberg als evangelischer Pfarrer tätig, sagt Mautner. Das noch mehr in den Vordergrund zu rücken, komme auch der Schule zugute. Die Idee zur Umbenennung sei aus dem Kollegium gekommen, erklärt Mautner. Die Schulkonferenz und der Rat haben mittlerweile zugestimmt und die Schule plant bereits eine offiziellen Veranstaltung im März oder April. Aktuell wird am Logo und an der neuen optischen Darstellung der Schule gearbeitet. Passend zur neuen baulichen Erscheinungsform.

Auch sonst ist vieles nach den langen Monaten der Sanierung im Umbruch. „In den letzten Monaten wurde an drei Standorten unterrichtet: in der Hauptschule, der Förderschule und in Containern.“ Jetzt müsse sich erst einmal alles wieder einspielen. Doch auch vor dem Umbau wurde schon deutlich: Die Schule steht bei den Eltern hoch im Kurs und die Anmeldezahlen steigen stetig. Auch jetzt, Wochen bevor die Anmeldung beginnt, klopfen Eltern an, zeigt sich, dass der Bedarf groß sei. Keine Frage, „der Grundgedanke der Inklusion ist großartig, doch die Bedingungen für das gemeinsame Lernen müssen besser werden“, sagt Mautner. „Die Förderschule ist zusätzlich zur Inklusion unverzichtbar“, davon ist der Lehrer überzeugt. Jedes Kind sei anders und benötige eine individuelle Förderung, nicht alle profitieren vom gemeinsamen Lernen. Das zeigt sich auch im Schulalltag. Die Schule habe einen starken Zulauf von Kindern, die in Regelschulen nicht mitkommen. „Zum Glück existieren noch einige Förderschulen, hier gibt es die bestmögliche Förderung für diese Schüler“, sagt Mautner und beschreibt, was die Ferdinand-Hasenclever-Schule so besonders macht. Das sei vor allem der gebundene Ganztag für die Klassen eins bis zehn. Dadurch werde die Schule tatsächlich zum Ort des Lernens und des Lebens. Morgens Unterricht, gemeinsames Mittagessen, Freizeitgestaltung am Nachmittag. „Wir sind stolz darauf, was wir hier alles mit den Kindern machen und sind mit Herzblut dabei“, sagt Mautner.

Ort des Lebens und des Lernens

170 Kinder werden hier von 32 Lehrern unterrichtet, dazu kommen noch die vielen Betreuungskräfte. Gelernt wird jahrgangsübergreifend in sogenannten Familienklassen. Der kommissarische Schulleiter, der mit einem dreiköpfigen Team die Geschicke der Schule lenkt, erklärt, welche Schwerpunkte gesetzt werden: Berufs- und praxisorientiert, Schlüsselqualifikationen im Fokus, um bestmöglich auf den Arbeitsmarkt vorzubereiten. Praktika gehören regelmäßig zum Stundenplan – und das in vielen verschiedenen Bereichen und unterschiedlichen Jahrgangsstufen.

Große Unterstützung erfahre die Einrichtung durch Spenden. Mautner berichtet von einem Privatmann, der den Schülern zwei Mal in der Woche jeweils zwölf Kilogramm frisches Obst spendet. „So lernen die Schüler gesunde Ernährung kennen, erfahren, wie Obst zubereitet wird und machen das bestenfalls auch zuhause.“

Auch in Sachen Freizeit will die Schule Hilfestellung bieten. „Viele wissen gar nicht, was sie nach der Schule anstellen sollen“, sagt Mautner. Durch ein breites AG-Angebot sollen die Schüler vieles kennen lernen. Mautner: „Wie viel die Schüler davon mitnehmen, das ist letztlich jedem selbst überlassen.“ Hier hätten sie aber alle Möglichkeiten, mehr als an anderen Schulen möglich ist.

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