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Gevelsberg: Weihnachtsgeschichte von Thomas Kautenburger

Thomas Kautenburger hat sich ein eigenes Tonstudio eingerichtet. Wenn der Schauspieler nicht selbst vor der Kamera steht, ist er Synchronsprecher, Buchautor oder Regisseur.

Thomas Kautenburger hat sich ein eigenes Tonstudio eingerichtet. Wenn der Schauspieler nicht selbst vor der Kamera steht, ist er Synchronsprecher, Buchautor oder Regisseur.

Foto: Carmen Thomaschewski / WP

Gevelsberg.  Gevelsberger Schauspieler Thomas Kautenburger schreibt und vertont die Weihnachtsgeschichte „Bethlehem ist überall“.

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Er spielt harte Kerle auf der Leinwand und Bösewichte im Tatort: Privat ist Thomas Kautenburger aber ein ausgeglichener und sanftmütiger Mann – und ein Weihnachtsmensch. Er liebt es, mit der Familie zusammen zu sein, etwas Gutes zu essen und eine Weihnachtsgeschichte zu lesen. Was ihn aber immer ein wenig störte, ist, „dass diese Geschichten immer so blumig und wenig aus dem Leben gegriffen sind“, sagt er. Also hat der Schauspieler selbst eine geschrieben. „Betlehem ist überall“ heißt diese Geschichte und spielt zum großen Teil an einer Tankstelle.

„Von Typen wie mir erwartet man so etwas nicht“, sagt er und lacht. Man dürfe eben nicht vom Äußeren auf den Menschen schließen. Und um nichts anderes geht es auch in seiner Geschichte. Darin treffen zwei Welten aufeinander, Menschen die unterschiedlicher kaum sein können. Ein Mann, der viele Dinge besitzt, aber nicht mehr weiß, was wirklich wichtig ist. Eine Frau, die sich gerade so durchschlägt und anders ist, als sie erscheint, vielmehr wie sie von dem Mann gesehen wird. Die Tonart ist durchaus auch mal ruppig, die Dialoge nicht gekünstelt, und die Geschichte könnte so an jedem Ort geschehen. „Es geht darum zu zeigen, dass Erfolg und Geld nicht alles ist und dass sich kein Mensch über einen anderen stellen darf“, sagt Kautenburger.

Es ist nicht das erste Buch, das er geschrieben hat. 2011 veröffentlicht er „Festplatte Unterbewusstsein“. Er will mit diesem Werk anderen Menschen helfen, die vielleicht in einer Lebenskrise stecken, nach Problemlösungen suchen oder verzweifelt auf die Erfüllung ihrer Herzenswünsche warten, die sich einfach nicht erfüllen wollen. Momente, die der 58-Jährige auch erlebt hat und gestärkt daraus herausgekommen ist. „Ich habe festgestellt, man kann alles“, sagt er. „Nicht alles gleich gut, aber gut genug.“ Und noch etwas, das entscheidend ist. „Man muss es auch wollen.“

Erlös geht ans Tierheim

Kautenburger wollte nicht mehr im Saarland leben und fing neu an. Er war da schon über 30, hatte eine gut gehende Firma im Bereich Metallveredelung aufgebaut. Doch nach einem schweren Unfall spielte die Gesundheit nicht mehr mit. Er verkaufte die Firma und die Liebe führte ihn nach Köln. Dort machte er – nur zum Spaß – an einem Theaterworkshop mit und war Feuer und Flamme für die Schauspielerei. Er nahm Unterricht, stand auf der Bühne und wurde schon bald für andere Projekte gebucht. Heute ist er vor allem in Fernsehproduktionen zu sehen.

Noch im Dezember beginnen die Dreharbeiten für eine neue Serie und zwei Tage vor Heiligabend läuft der Münster-Tatort. Dort schlüpft Thomas Kautenburger in die Rolle eines Rockers, mimt wieder einen der harten Jungs.

Im echten Leben lässt er das Herz sprechen. So führte ihn sein Weg auch vor mehr als zehn Jahren nach Gevelsberg. „Ein paar Gevelsberger Mädels sind in meinem Lieblingslokal in Köln aufgetaucht.“ Heute ist er mit einer von ihnen verheiratet. Seit kurzem wohnen sie in Haßlinghausen, nur einen Steinwurf von Gevelsberg entfernt. Sie führt eine Apotheke, er reist von Filmprojekt zu Filmprojekt und richtet sich zuhause ein Tonstudio ein.

Seine markante Stimme ließ ihn zum gefragten Synchronsprecher werden. Auf eine Rolle im Berufsleben will sich Kautenburger aber nicht festlegen lassen. Er hat viele Interessen und will sich in allem ausprobieren: als Schauspieler, als Filmemacher, als Autor und Sprecher. Auch seine Weihnachtsgeschichte hat er vertont und selbst eingesprochen. So wie auch sein zweites und drittes Werk als Hörbuch erschienen ist. „Die zweite Wesenheit in Dir“ heißt der Nachfolger von „Festplatte Unterbewusstsein“ und macht sich auch tiefere Gedanken über das Leben, die Lebensgestaltung, das Bewusstsein und Eigenverantwortlichkeit. Die Fernuni Köln will das Buch im Unterricht behandeln, sagt Kautenburger und freut sich, dass es beim Leser nachwirkt. „Plötzlich Sommer“ erschien 2015.

Ob er nochmal so einen umfassenden Roman schreiben wird? „Erstmal nicht“, sagt er und lacht. Das sei schon sehr aufwändig gewesen. Ein Drehbuch, das würde er aber gerne mal verfassen. Das habe er außerdem noch nicht gemacht. Und die Weihnachtsgeschichte, die habe er geschrieben, weil er vom Lions Club Sprockhövel gebeten wurde, eine Geschichte vorzulesen und weil er keine fand, die ihm gefiel. Und sie soll Gutes bewirken. „Mit dem Geld, das durch den Verkauf eingenommen wird, möchte ich das Tierheim Strückerberg unterstützen.“ Weil er ein Herz für Tiere hat und sich gerne für andere einsetzt. Er sei eben anders als in den meisten seiner Rollen.

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