Wohnen

Ennepetal: Nach viel Ärger liegt Baugebiet Homberge auf Eis

Auf dieser 3,2 Hektar großen Fläche am Rande von Homberge sieht die Ennepetaler Verwaltung ein Baugebiet für etwa 33 Einfamilien- und 16 Doppelhäuser vor. Vorerst werden die Planungen nicht weitergeführt.

Auf dieser 3,2 Hektar großen Fläche am Rande von Homberge sieht die Ennepetaler Verwaltung ein Baugebiet für etwa 33 Einfamilien- und 16 Doppelhäuser vor. Vorerst werden die Planungen nicht weitergeführt.

Foto: Fabian Vogel / WP

Ennepetal.  Es gab viel Zoff um das Baugebiet in Ennepetal-Homberge. Der Grund, warum die Erschließung nun auf Eis liegt überrascht trotzdem.

Das Handlungskonzept Wohnen, das der Rat der Stadt 2012 für Ennepetal erstmals verabschiedet hatte, soll fortgeschrieben werden. Bis die Ergebnisse – voraussichtlich nicht vor Anfang 2021 – daraus vorliegen, legt die Verwaltung eine weitere Entwicklung des geplanten Baugebiets Homberge auf Eis. Gleiches gilt für weitere potenzielle Baugebiete wie insbesondere die Fläche an der Vilvoorder Straße in Voerde-Nord. Das Baugebiet Ebbinghausen-Kehr, für das es einen gültigen Bebauungsplan gibt, wird hingegen weiter vermarktet. Auch die Untersuchung zu einer besseren Verkehrsanbindung dieses Gebiets wird wie geplant durchgeführt.

Gegen die Pläne der Verwaltung, an der Rüggeberger Straße auf Homberge, oberhalb des Hülsenbecker Tals, ein Wohngebiet mit etwa 50 Einfamilien- beziehungsweise Doppelhäusern zu schaffen, hatte sich erheblicher Widerstand formiert. Vor allem beklagten die Gegner die Zerstörung der Natur und bezweifelten, dass die Erschließung der abschüssigen Fläche wirtschaftlich wäre. Zuletzt zeichnete sich ab, dass es für das Neubaugebiet keine politische Mehrheit geben würde, nachdem die SPD-Fraktion wie zuvor schon Die Linke/Piratenpartei und Bündnis 90/Die Grünen ihre Ablehnung bekundet hatte.

Mit der Fortschreibung des Handlungskonzepts Wohnen will die Stadt nicht zuletzt Erkenntnisse gewinnen, ob, wo und in welcher Form Neubaugebiete entwickelt werden sollten. In den Jahren 2010 bis 2012 hatte ein beauftragtes Institut erstmals ein solches Konzept erarbeitet. Anknüpfend an eine Betrachtung der gesamtstädtischen Rahmenbedingungen (Bevölkerungsentwicklung, Wohnungsbedarf und -angebot) wurden Stadtteile betrachtet. Daraus wurden erste Handlungsbedarfe konkretisiert und Handlungsempfehlungen für die Felder Wohnungsneubau, Mietwohnungsmarkt, Soziale Wohnraumversorgung, Wohnen im Alter und Wohneigentumsbildung gegeben.

Weil die Datengrundlage inzwischen acht Jahre alt ist und sich unter anderem die Bevölkerungsentwicklung positiver als damals prognostiziert darstellt, müssten Aussagen und Schlussfolgerungen überprüft und möglicherweise neu definiert werden, heißt es nun von Seiten der Verwaltung. So sei zu berücksichtigen, wie heute die typischen Nachfrager nach Wohnraum aussehen, wie sich das Preisniveau am Wohnungsmarkt entwickelt hat, wie der Bestand und die vorhandenen Potenzialflächen für Wohnbebauung quantitativ und qualitativ zu bewerten sind und wie der heutige Bedarf an Ein- und Mehrfamilienhäusern einzustufen ist.

Grundsätzliche Fragen zu klären

Es solle auf Grundlage des alten Konzepts mit neuen Zahlen gearbeitet werden, erklärte Fachbereichsleiter Stephan Langhard gegenüber dieser Zeitung. „Im Vergleich von Alt und Neu wird überprüft, ob die damaligen Kernaussagen noch gültig sind.“ Langhard betonte, dass man neben dem Baugebiet Homberge auch die Planungen für die Vilvoorder Straße zunächst nicht weiterführe, weil es um die grundsätzliche Frage gehe, inwieweit Grünflächen für Baugebiete genutzt werden sollten. Dazu erwarte er Erkenntnisse aus der neutralen Perspektive der Fachleute, die das Konzept erstellen. Dass man die ursprünglich für den aktuellen Flächennutzungsplan auf Homberge vorgesehene Wohnungsbaufläche auf ein Drittel verringert habe, gehe nicht zuletzt auf das Handlungskonzept zurück.

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