Spielhalle

Ennepetal: Mögliche Spielhalle am Timpen sorgt für Unruhe

Der Briefkasten quillt über, die Autoaufbereitung am Timpen macht generell einen verlassenen Eindruck. Für die Immobilie ist ein Bauantrag eingegangen, sie zu einer Spielhalle mit Bistro zu machen.

Der Briefkasten quillt über, die Autoaufbereitung am Timpen macht generell einen verlassenen Eindruck. Für die Immobilie ist ein Bauantrag eingegangen, sie zu einer Spielhalle mit Bistro zu machen.

Foto: Stefan Scherer

Ennpetal.   Bauantrag bei der Stadt zum Umbau einer Kfz-Werkstatt eingegangen. Politik will Sinnhaftigkeit eines Spielhallenkonzepts prüfen.

Die Ennepetaler Gretchenfrage lautet: „Wie hast Du’s mit den Spielhallen?“ Zumindest sorgt der Bauantrag für eine Spielhalle am Timpen für Diskussionen und eine gewisse Uneinigkeit darüber, welches Vorgehen nun das richtige ist.

1. Was wollen die Antragssteller?
Für die Kfz-Werkstatt am Timpen, Kölner Straße 122, ist bei der Stadt ein Bauantrag eingegangen, die Werkstatt zu einer Spielhalle mit zwölf Automaten umzubauen. Parallel dazu soll es einen Bistro-Betrieb geben und die Antragssteller wollen 17 Pkw-Stellplätze schaffen.

2. Was schlägt die Stadtverwaltung vor?

Der zuständige Fachbereichsleiter Stephan Langhard sieht keinerlei rechtliche Möglichkeit, die Ansiedlung der Spielhalle an dieser Stelle zu verhindern. Weil deren Zahl ohnehin rückläufig ist, sei eine Genehmigung in aller Stille aus seiner Sicht das Richtige. Das sehen vor allem SPD und Freie Wähler komplett anders. Sie möchten die Verteilung und Ansiedlung dieser Betriebe in Ennepetal über ein Spielhallenkonzept steuern, um es als Stadt selbst in der Hand zu haben, wo sich Glücksspielbetriebe ansiedeln dürfen.

3. Was bringt ein Spielhallenkonzept?
„Auch Spielhallenbetreiber haben Rechte“, sagte CDU-Fraktionsvorsitzender Daniel Heymann und macht damit die Grenzen eines solchen Konzepts deutlich: Eine komplette Verhinderung von Spielhallen ist nicht möglich. Ein solches Konzept legt fest, in welchen Bereichen sich Spielhallen ansiedeln dürfen und wo nicht.

Aus Sicht von Stephan Langhard ist das allerdings überflüssig. Es koste viel Geld und viel Zeit, die Zahl der Spielhallen sei jedoch rückläufig „und aus meiner Sicht stießen wir Interessenten so erst recht mit der Nase darauf, an welchen Stellen wir neue Spielhallen genehmigen müssten“, sagt der Verwaltungsmitarbeiter.

4. Wie sieht die aktuelle Situation in Ennepetal aus?
Nachdem unlängst zwei Spielhallen geschlossen haben, gibt es im gesamten Stadtgebiet noch drei – zwei davon in Milspe. Im Landesdurchschnitt gibt es einen Glücksspielautomaten auf 431 Einwohner. In Ennepetal sind es doppelt so viele Einwohner pro Automat. Und selbst wenn die zwölf beantragten Geräte dazukommen, liegt die Stadt laut Stephan Langhard noch bei etwa 631 Einwohner pro Gerät. Der Fachbereichsleiter macht aus seiner Sicht deutlich: „Wir haben kein Spielhallenproblem in Ennepetal.“

5. Wie geht es nun weiter mit diesem Thema?
Die Politik hat bei der Gegenstimme von Bürgermeisterin Imke Heymann und den Enthaltungen der FDP entschieden, sich noch nicht zu entscheiden. Anhand von bestehenden Spielhallen-Konzepten aus anderen Städten – Rösrath und Erkrath wurden genannt – wollen die Ratsmitglieder sich erst genauer informieren, wie ein solches Konzept aufgebaut sein kann und welche Möglichkeiten es bietet. Heißt: Eine Entscheidung, ob die Stadt Ennepetal ein solches Konzept aufsetzt oder nicht, fällt entweder in der Ratssitzung am 11. Juli oder sogar erst nach der politischen Sommerpause.

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