Nach Totalausfall

Ennepetal: Ahlhauser Hammer steht unter Strom

Der Ahlhauser Hammer hat nach zweieinhalb Monaten wieder Strom. Darüber freut sich Ewald Kätzler, der im Haus neben dem Hammerwerk wohnt und Vorsitzender des Fördervereins ist.

Der Ahlhauser Hammer hat nach zweieinhalb Monaten wieder Strom. Darüber freut sich Ewald Kätzler, der im Haus neben dem Hammerwerk wohnt und Vorsitzender des Fördervereins ist.

Foto: Andreas Gruber / Westfalenpost Schwelm

Ennepetal.  Zweieinhalb Monate mussten Ewald und Gudrun Kätzler wie im Mittelalter leben – weil sie ohne Strom waren.

Der Ahlhauser Hammer steht wieder unter Strom. Gut zweieinhalb Monate lebten Ewald Kätzler und seine Frau Gudrun wie im Mittelalter, lief am historischen Schmiedestandort gar nichts mehr. Nun gibt’s wieder „Saft“. Die defekte Trafo-Station konnte dank einer unkonventionellen Lösung repariert werden. Nicht nur technisch gehen am Hammer jetzt wieder die Lichter an...

Als die Lichter Mitte Juli erloschen, sah es wahrlich zappenduster aus: die Trafo-Station war komplett hinüber, Kätzlers sahen die AVU in der Verantwortung, der die Station aber nicht gehört, und der Förderverein musste alle Veranstaltungen im Hammerwerk absagen, weil keine Lösung in Sichtweite war. Es war eine ganz bittere Zeit für alle Betroffenen.

„Wir haben gelebt wie im Mittelalter“, erzählt Ewald Kätzler über die stromlose Zeit daheim. Er wohnt in dem Haus neben der Schmiede. Es gab kein Fernsehen, kein Warmduschen, kein Handy-Aufladen, und gekocht wurde wie auf dem Camping-Platz. Mit Gas. „Wir sind, wie man so schön sagt, mit den Hühnern aufgestanden und mit ihnen ins Bett gegangen“, sagt Kätzler.

Dank für tolle Unterstützung

Dass er jetzt darüber sogar grinsen kann, hat auch damit zu tun, dass es immer wieder Unterstützung gab. Beispielsweise in Form eines Notstrom-Aggregates. „Unser Dank gilt stellvertretend für viele andere den Firmen Thorsten Rottmann, Marc Alberts und dem Forstbetrieb Dicks“, erklärt Kätzler. Sie seien immer zur Stelle gewesen, wenn Not am Mann war. Und das war öfter.

Die entscheidende Wende in der verfahrenen Angelegenheit kam kürzlich. „Nach sieben Wochen ohne Strom ist mir der Kragen geplatzt“, berichtet Ewald Kätzler, der auch Vorsitzender des Fördervereins ist. „Da bin ich mit meiner Frau zur AVU gefahren und habe gesagt, wie es aussieht.“ Er stieß auf Verständnis und mit Frank Reiber vom Vorstandsbüro auf einen Mann, der Bewegung in die Sache brachte. „Innerhalb von zwei Wochen war der Strom wieder da“, ist Kätzler bis heute dankbar dafür.

AVU geht in Vorleistung

Zumal mit der AVU eine Lösung gefunden wurde, mit der er wie auch der Förderverein gut leben können. Die AVU Netz hat den Defekt in Vorleistung behoben und der Förderverein kann den mittleren vierstelligen Betrag, den das gekostet hat, innerhalb der nächsten fünf Jahre abstottern. „Das ist ein Agreement, mit dem beide Seiten gut leben können“, meint Ewald Kätzler, der auch betont, dass die AVU den Schaden zu einem fairen Preis behoben hat.

Ursache für den Totalausfall war eine Ratte, die ins Spannungsfeld des Trafos geraten war, wie Kätzler berichtet. Die Überspannung von 10 kV, die der Trafo am Hammer zu haushaltsüblichen Strom umwandelt, hat den Hauptschalter und andere Bauteile derart beschädigt, dass sie komplett ausgetauscht werden mussten. Damit sowas in Zukunft nicht mehr passiert, wurde am Transformator zusätzlich ein Gitter zum Schutz vor Tiere angebracht. Seit dem 3. Oktober steht der Ahlhauser Hammer wieder unter Strom.

Kätzler und die Ehrenamtlichen, die sich für den Erhalt des alten Schmiedestandortes engagieren, freuen sich aber noch über einen anderen Neustart am Hammer. Im Förderverein gibt es ein junges Starterteam, dass sich ab sofort um die Organisation von Veranstaltungen und Festen kümmert. Es handelt sich dabei um den Schmied Daniel Stolz, um Kätzlers Tochter Christine Boese, um Annika Schmidt und Daniel Lüdorf. Der Vorsitzende selbst will in Zukunft kürzer treten und mehr Zeit mit seiner Frau verbringen.

Dritter Bauernmarkt

Da es am Ahlhauser Hammer nun wieder weitergeht, werden die guten Nachrichten auch gebührend gefeiert. Am 19. und 20. Oktober findet am Schmiedestandort der inzwischen dritte Bauernmarkt statt. Das passende Motto: „Wir stehen wieder unter Strom.“ Die Besucher dürfen sich in der Zeit von 11 bis 18 Uhr auf regionale Waren, Fisch, Fleisch, Honig, Honigerzeugnisse, Kunsthandwerk sowie am Sonntag auf Blumen freuen.

Zu einer weitere Veranstaltung lädt der Förderverein schon jetzt ein: Am 23. November veranstaltet das neue Starterteam ein Abendkonzert mit der Band Amulett und einen Mittelaltermarkt.

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