Voerder Adventszauber

Endlich wieder ein Weihnachtsmarkt in Ennepetal

Der Adventszauber in Voerde füllt eine ehemals klaffende Veranstaltungslücke in der Stadt Ennepetal: ein Weihnachtsmarkt.  

Der Adventszauber in Voerde füllt eine ehemals klaffende Veranstaltungslücke in der Stadt Ennepetal: ein Weihnachtsmarkt.  

Foto: Angelika Trapp / WP

Ennepetal.  Der erste Adventszauber des Vereins „Voerderleben“ zieht hunderte Besucher aus Ennepetal und darüber hinaus an. Vorbildliches Engagement.

Nanu? Das war ja wie einst, als die festlich geschmückten Hütten rings um die Johanneskirche besucht werden konnten. Als die IG Voerde sich vor einigen Jahren nicht mehr in der Lage sah, den Adventsmarkt zu veranstalten, hatten sich Gruppen aus der Kirchengemeinde Voerde und des CVJM überlegt, eine Alternative anzubieten. „Besser als gar nichts“, meinten damals Besucher, die allerdings über den niedlichen Mini-Hüttenzauber mit gerade mal vier Büdchen eher müde lächelten. Aber es geht noch viel, viel besser, wie der erste „Adventszauber“ des Vereins „Voerderleben“ am Wochenende nun bewies.

„Ich bin glücklich, dass es so voll ist“, strahlte die Vorsitzende des Vereins, Bianca Herberg. „Wir wollten die Menschen aktiv in das Bühnenprogramm mit einbeziehen – und das ist uns gelungen.“ 18 liebevoll bestückte Hütten mit Kunsthandwerk und kulinarischen Leckereien begeisterten die Besucher, die aus allen Stadtteilen nach Voerde gekommen waren. „Das ist nicht nur gut, das ist sogar sehr gut hier“, sagte Klaus Oehm aus Milspe.

Kooperation mit der Kirche

„Ich freue mich, dass wir den neuen Verein haben“, betonte Pfarrer Armin Kunze. „Ich finde es prima, dass es so viele junge Leute gibt, die sich engagieren. Und dass sie jetzt den Adventsmarkt aufgezogen haben, finde ich super. Meine Unterstützung haben sie immer.“ War auch vieles neu, eines ist geblieben: Der Gottesdienst am Samstag, den Pfarrer Kunze mit den Sterntaler-Kindern unter dem Motto „Die kleine Glocke“ gestaltet hatte.

Es war eine gute Mischung aus Gottesdienst, Konzerten und Begegnungen bei Kaffee und Waffeln sowie jede Menge Programm auf dem Kirchplatz. Dazu gehörte an beiden Tagen eine „Open-Stage“-Stunde, an der sich Gruppen und Einzelpersonen beteiligen konnten. So erhielten die Steinnocken-Lerchen, der Chor der Senioreneinrichtung an der Steinnockenstraße, für die „Weihnachtsbäckerei“ großen Applaus. Wunderschön war auch der Beitrag von Joost (10) und dessen Onkel René vom Büttenberg, die mit Posaune und Trompete begeisterten. Als besondere Überraschung hatte René sein kleinstes Musikinstrument hervorgeholt. „Ich spiele auf der Mundharmonika, obwohl das Stück ,Der Trommelmann’ heißt.“ Wer wollte, konnte mitsingen.

Kein Einweggeschirr verwendet

„Der Verein kann durch die Teilnahme von Bürgern Geld für teure Chöre oder Bands sparen und den Akteuren wird die Möglichkeit gegeben, sich auf einem kleinen Weihnachtsmarkt zu präsentieren“, erklärt Bianca Herberg. Sie sei überrascht gewesen, dass sich etliche Akteure sofort gemeldet hatten. „Das Geld haben wir lieber für die Anschaffung eigener Tassen in die Hand genommen.“ Und das waren 1000 Stück. Denn: Neu und was allgemeine Zustimmung bezüglich Nachhaltigkeit erfuhr, war, dass beim Adventszauber auf Einweggeschirr verzichtet wurde. Möglichst wenig Plastikmüll zu produzieren sei dem Verein ein besonderes Anliegen gewesen. Gerade auf solchen Märkten falle besonders viel Einweggeschirr an, man setze auf den Einsatz von Porzellan. „Ich freue mich wahnsinnig, dass wir das hinbekommen haben“, so Bianca Herberg. Man sei stolz auf die nachhaltige, umweltschonende und müllvermeidende Lösung für Geschirr.

Die Logistik klappte wie am Schnürchen. Hütten-Bestücker brachten das benutzte Geschirr in die Küche des Gemeindehauses, wo eine große Industriespülmaschine nonstop in Betrieb war. Das saubere Geschirr wurde dann wieder von den Akteuren abgeholt. Dazu habe man 15 „Spül“-Körbe angeschafft, so Herberg.

Ober-Spülmeister und Geschäftsführer des Vereins „Voerderleben“, Lutz Becker, wirbelte mit dem Spül-Kollegen Kai Lemmer von rechts nach links, sie trockneten die Teller so hingebungsvoll, dass die Damen-„Riege“ schon mal drängen musste, damit die Herren das Geschirrtuch aus der Hand legen. „Alle zwei Stunden ist Schichtwechsel“, erzähle Lutz Becker – und dann wird erst mal unsere Kehle durchgespült.“

Die Atmosphäre war einzigartig: heimelig, gemütlich und rappelvoll. Den Adventszauber hatten Bürgermeisterin Imke Heymann und Bianca Herberg eröffnet.

Ausschließlich heimische Akteure

Wert wurde darauf gelegt, dass nur heimische Akteure und Vereine an der Veranstaltung teilnahmen. Und dieses Konzept kam an. Der Voerder Schützenverein bot Kindern am Lagerfeuer Gelegenheit, Stockbrot zu rösten. „Das ist sehr beliebt“, sagt Vorsitzender André Mayr, dessen Frau Andrea den Teig hergestellt hatte. Bei BW Voerde konnte man per Glücksrad eine Pute gewinnen. Und der Henri-Thaler-Verein sowie die Herzdamen waren ebenso mit von der Partie, um nur einige Teilnehmer zu nennen.

Es ist gute Tradition, dass, wenn ein Voerder Weihnachtsmarkt beziehungsweise – neu – Adventszauber aufgezogen wird, ein musikalisches Programm angeboten wird. Dazu gehörten in diesem Jahr die Konzerte des Shanty-Chors Voerde, der Bigband „Jazzpunkt“ der Musikschule und der Original Sauerländer Musikanten, die in der Johanneskirche stattfanden.

Und wenn auch die Bigband unter Leitung von Hans-Peter Beckmann eindrucksvoll „Let it snow“ darbot: Die Flocken wollten nicht kommen.

Als es dämmrig wurde, konnte die wunderschöne, neue Beleuchtung in den Bäumen bewundert werden. „Das ist wirklich zauberhaft hier“, bemerkte Besucherin Monika Kroll „Davon schwärme ich meinen VBG-Leuten vor.“

Der Adventszauber war genau das Richtige, die Menschen in vorweihnachtliche Stimmung zu versetzen.

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