Studienstiftungsorchester NRW

Ein Kinderkonzert in Gevelsberg ohne Kinder

Gut gelaunt nach vier Tagen voller Musik: das Studienstiftungsorchester NRW in kleiner Besetzung. Es war zu Gast im Gebäude der Musikschule Am Lindengraben.

Gut gelaunt nach vier Tagen voller Musik: das Studienstiftungsorchester NRW in kleiner Besetzung. Es war zu Gast im Gebäude der Musikschule Am Lindengraben.

Foto: Lilo Ingenlath-Gegic

Gevelsberg.  Das Studienstiftungsorchester NRW ist wieder in Gevelsberg aufgetreten. Beim Auftritt für das junge Publikum gab es eine Überraschung.

Stellen Sie sich vor, es gibt ein Konzert und keiner geht hin. So geschehen in Gevelsberg: Das Studienstiftungsorchester NRW war zu Gast im Gebäude der Musikschule Am Lindengraben und hatte zu einem Kinderkonzert eingeladen, doch es kam kein einziges Kind.

Ob es an mangelnder Information oder an fehlendem Interesse lag, an Missverständnissen oder daran, dass zu viele andere Ereignisse an diesem Tag stattfanden, ließ sich nicht klären. Orchestermitglied Dr. Andrea Schmidinger hatte im Vorfeld zumindest mit einer Gevelsberger Grundschule in Kontakt gestanden und die hatte die Teilnahme der Kinder zugesagt.

Die Musiker gestalteten ein Konzert eigens für junges Publikum. Nur zwei Meter von Geige, Cello oder Klarinette entfernt hätten Kinder wunderschöne Kammermusik kennenlernen, hören und sogar hautnah spüren können. Das Ensemble spielte dennoch, allerdings nicht vor kleinen Zuhörern, sondern vor kleinem Publikum.

Das Studienorchester NRW war zum sechsten Mal zu Gast. „Gevelsberg ist unsere musikalische Heimat geworden“, sagt Dr. Andrea Schmidinger. Die in Gevelsberg ansässige Ärztin ist Gründungsmitglied des Orchesters, das in kleiner Besetzung vom 2. bis 6. Oktober in der Musikschule probte. Die Studentin Julia Maria Kim (Cello) war mit 22 Jahren die jüngste Musikerin, Karl Josef Nüschen (Kontrabass) mit 75 der älteste Musiker an diesem Wochenende. Am Nachmittag gab es ein Kammerkonzert, und das war deutlich besser besucht als das am Mittag.

Dank an Dagmar Tewes

Udo Fingberg (Fagott) führte als Moderator durch das Programm und bedankte sich bei Dagmar Tewes, Leiterin der städtischen Musikschule, dass die knapp 20 Musiker hier vier Tage „hausen“ durften. In diesen Tagen hatte das Orchester morgens, mittags, abends und sogar nachts geprobt. „Es gibt nette Nachbarn hier, denn keiner hat sich über unsere nächtliche Musik beschwert“, so Fingberg.

Mit Hilfe zweier erfahrener Dozenten wurden alle Schwierigkeiten gemeistert, so dass die Besucher ein hochwertiges Kammerkonzert geboten bekamen. Nach Musik von Mendelssohn Bartholdy, Glinka, Mozart, Tschaikowsky und Beethoven spendete das Publikum begeistert Beifall für dieses schöne Konzert, das man in Gevelsberg kostenlos genießen durfte.

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