Brände in Schwelm

Brand-Ermittlungen in Schwelm drohen ins Leere zu laufen

Wo einmal das Fachwerkhaus von Filmemacher Friedhelm Bühne in Schwelm stand, bietet sich heute von der Obermauerstraße aus ein freier Durchblick auf die Kölner Straße. Der 87-Jährige hat mittlerweile ein neues Zuhause in der Oberstadt gefunden.

Wo einmal das Fachwerkhaus von Filmemacher Friedhelm Bühne in Schwelm stand, bietet sich heute von der Obermauerstraße aus ein freier Durchblick auf die Kölner Straße. Der 87-Jährige hat mittlerweile ein neues Zuhause in der Oberstadt gefunden.

Foto: Bernd Richter / WP

Schwelm.  Sowohl bei der Brandstiftung am Schwelmer Neumarkt, als auch beim Feuer in der Oberstadt drohen die Ermittlungen ins Leere zu laufen.

Zwei größere Brände haben Schwelm in der jüngsten Vergangenheit heimgesucht. Jetzt drohen in beiden Fällen die Ermittlungen der Staatsanwaltschaft Hagen ins Leere zu laufen.

Konkret geht es um die Brandstiftung in einem Mehrfamilienhaus an der Ecke Neumarkt/Moltkestraße Ende Mai und das Feuer in einem Fachwerkhaus in der Kölner Straße im August. Im Fall des Mehrfamilienhauses hat die Staatsanwaltschaft die Mordkommission Brot gebildet.

Doch die Ermittlungen wegen vorsätzlicher Brandstiftung und versuchtem Totschlag treten auf der Stelle. „Es gibt keinen Ermittlungsansatz, im Moment ist da ein Stillstand eingetreten“, sagte Sandra Ley, die zuständige Staatsanwältin in Hagen, auf Nachfrage unserer Zeitung. Die Mordkommission wird aber auch weiterhin Bestand haben, wenn sie sich auch jetzt eher auf Warteposition befindet. Das direkt nach dem Brand durch die Polizei versiegelte Gebäude ist mittlerweile von den Behörden wieder freigegeben worden.

Im Fall des Fachwerkhaus-Brands in der Schwelmer Oberstadt könnte die Staatsanwaltschaft sich zur Einstellung des Ermittlungsverfahrens gezwungen sehen. Der Vorwurf der fahrlässigen Brandstiftung steht zwar immer noch im Raum, da vermutet wird, das nicht fachmännisch ausgeführte Handwerksarbeiten zum Ausbrechen des Feuers geführt haben könnten. Doch der von der Staatsanwaltschaft in solchen Fällen hinzugezogene Brandsachverständige hat bei dem Feuer in der Oberstadt keinen Ansatzpunkt mehr.

Die Brandruine war einsturzgefährdet, Teile der Fassade des Hauses drohten auf die Kölner Straße zu fallen. Deshalb wurden im Zuge der Gefahrenabwehr die Überreste des Gebäudes bis auf das Kellergeschoss komplett abgetragen. „Ohne Gutachten kann keine Brandursache mehr festgestellt werden“, sagt die Staatsanwältin auf Nachfrage.

Mittlerweile ist Friedhelm Bühne wieder aus der Wohnung seines Bruders am Ehrenberg ausgezogen. Der Schwelmer Filmemacher hat wieder ein Zuhause in seinem gewohnten Lebensumfeld in der Kölner Straße anmieten können. „Das Haus wird wieder aufgebaut“, sagt der 87-Jährige. Einen Zeitplan dafür gebe es allerdings noch nicht.

Das Brandereignis in der Schwelmer Altstadt hatte die Bürger der Kreisstadt sehr bewegt. Im Rahmen der Spendenaktion „Hilfsfonds Altstadtbrand Schwelm“ kamen allein 26.484,37 Euro auf dem Konto der Stadt Schwelm zusammen.

„Die Stadt hat den Hilfsfonds aufgelöst und das Geld an die elf Betroffenen zu gleichen Teilen ausgezahlt“, sagt Heike Rudolph, Pressesprecher der Stadt Schwelm.

Die Stadtverwaltung Schwelm hatte unmittelbar nach dem schlimmen Brand vom 10. August in der Kölner Straße den „Hilfsfonds Altstadtbrand Schwelm“ eingerichtet, die Städtische Sparkasse zu Schwelm hatte allein 10.000 Euro für die Brandgeschädigten zur Verfügung gestellt. Die restlichen Beträge hatten Bürger gespendet. Schwelms Beigeordneter Ralf Schweinsberg hatte im Namen der Betroffenen allen, die sich auf diese Weise stark gemacht haben, für ihr Engagement gedankt.

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