Umwelt

Biologische Station Ennepetal hilft beim Umgang mit Wespen

Störenfriede im Anflug? Wer Ruhe bewahrt und noch weitere Tipps und Tricks beherzigt, sollte mit Wespen in diesem Sommer keine Probleme haben.

Störenfriede im Anflug? Wer Ruhe bewahrt und noch weitere Tipps und Tricks beherzigt, sollte mit Wespen in diesem Sommer keine Probleme haben.

Foto: Frank Rumpenhorst

Ennepetal.  Gelb-schwarze Brummer sind besser als ihr Ruf. Die folgenden Tipps sollen den Sommer entspannter machen.

Der Sommer ist noch gar nicht richtig da und schon gehen die ersten Anrufe bei uns ein: Hausbesitzer beobachten mit Unbehagen, wie Wespen ihre Nester an Stellen bauen, wo sie nicht gerne gesehen sind. Wespen gelten bestenfalls als lästig, meist als aggressiv, und gestochen werden möchte man wirklich nicht von den gelb-schwarzen Brummern. Dennoch sind sie besser als ihr Ruf.

Wissenschaftlich gesehen gibt es alleine in Deutschland mehrere tausend Wespen-Arten. Die meisten fallen uns aber nicht auf, weil sie keine oder keine großen Nester bilden. Sie sind auch nicht so auffällig gelb-schwarz gefärbt. Übrig bleiben nur acht Wespen-Arten, deren kunstvolle Papiernester die meisten Menschen nicht so gerne in ihrer Nähe haben möchten. Und von diesen acht Arten sind es nur zwei, nämlich Deutsche Wespe und Gemeine Wespe, die oft als Störenfriede empfunden werden und im Laufe des Sommers als ungebetene Gäste an unseren Tisch kommen. Dabei steht „Gemein“ im Namen der Wespe aber nicht für „bösartig“ sondern für „gewöhnlich“.

Ruhe bewahren

Die Wespen dieser beiden Arten suchen proteinreiche Nahrung wie Grillfleisch zur Aufzucht der Brut und Süßes als Energielieferant für sich selbst. Außerhalb ihres Nestbereichs, der zwei, drei Meter um das Nest herum abgrenzt, sind aber auch Deutsche Wespe und Gemeine Wespe nicht von sich aus aggressiv. Sie stechen nur, wenn sie sich bedroht fühlen. Daher gilt:

Ruhe bewahren: Schlagen Sie nicht nach den Tieren und vermeiden sie heftige Bewegungen.

Nicht wegpusten: Die Tiere sanft wegpusten zu wollen, ist keine gute Idee. Unser Atem enthält Kohlendioxid und das wird von Wespen als Alarmsignal verstanden.

Nahrungsmittel abdecken: Damit die Tiere gar nicht erst angelockt werden, decken Sie Nahrungsmittel am besten ab und lassen Essensreste nicht unnötig lange offen stehen. Kleinen Kindern sollte man die Hände und den Mund abwischen.

Auf Geruch und Kleidung achten: Wespen können sich auch von Parfüm, Cremes oder duftenden Haushaltsmitteln angezogen fühlen. Auch bunte Kleidung scheinen sie anziehend zu finden.

Ablenkung: Fern halten kann man die Tiere ganz gut, indem man sie mit einer kleinen Gabe aus überreifen Weintrauben ablenkt, die man in mehreren Metern Entfernung platziert.

Miteinander auskommen: Und wenn man nun entdeckt, dass eine Wespe beginnt, ein Nest zu bauen, wo man es nicht haben möchte? Noch sind die Nester klein. Jede Jungkönigin beginnt erst im Laufe des Frühjahrs mit dem Bau der ersten Waben aus zerkautem Holz, in die sie dann die Eier legt. Die Brut wird mit anderen Insekten versorgt, daher sind Wespen auch hervorragende „Fliegenfänger“. Aus den ersten Eiern schlüpfen Arbeiterinnen, die der Königin den Nestbau und die Brutpflege immer mehr abnehmen, so dass sie sich ganz auf das Eierlegen konzentrieren kann. Im Sommer werden dann Männchen und Jungköniginnen gebildet und das alte Volk stirbt ab. Nach der Begattung überwintern die Jungköniginnen und beginnen den Zyklus im nächsten Frühjahr von vorne. Finden Sie ein Nest, das frei auf dem Dachboden, im Schuppen oder im Gebüsch hängt, dann handelt es sich in der Regel um die weniger „aggressiven“ Arten. Deren relativ kleine Nester beherbergen nur wenige hundert Tiere und sie beenden ihren Lebenszyklus bereits Ende August/Anfang September. Außerhalb ihres unmittelbaren Nestbereichs kann man für diese paar Wochen gut mit ihnen auskommen.

Flugrichtung lenken: Manchmal helfen Sichtblenden oder Fliegengitter, um die Tiere von einer Flugrichtung, zum Beispiel Richtung Terrasse, abzuhalten.

Nester nicht zerstören: Gemeine Wespe und Deutsche Wespe hingegen bauen meist in dunklen und engen Hohlräumen wie Jalousien oder Verschalungen. Ihre Nester können bis zwei Meter Umfang erreichen. Sie sind bis in den Oktober hinein aktiv. Zerstören darf man auch ihre Nester nicht, das ist gesetzlich verboten. Ist das Zusammenleben mit den Wespen für die menschlichen Hausbewohner unerträglich, darf eine Umsiedelung des Nestes nur durch einen Experten mit einer Genehmigung durchgeführt werden. Informationen dazu geben örtliche Imkervereine oder die Kreisimkervereine.

Hausmittel gegen Stiche: Sollten Sie trotz aller guter Ratschläge doch einmal gestochen werden, hilft Ihnen hoffentlich ein Eiswürfel, der den Stich kühlt oder der Zwiebel-Trick: die ätherischen Öle einer aufgeschnitten Zwiebel lindern den Schmerz und reduzieren die Schwellung.

Ihre Britta Kunz

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