Kirchstraße

Anwohner-Protest gegen geplante Baumfällung in Ennepetal

Die drei Ahornbäume vor den denkmalgeschützten Häusern an der Kirchstraße sollen dem geplanten Umbau der Straße zum Opfer fallen.

Die drei Ahornbäume vor den denkmalgeschützten Häusern an der Kirchstraße sollen dem geplanten Umbau der Straße zum Opfer fallen.

Foto: Hartmut Breyer

Ennepetal.   Müssen alte Linden- und Ahornbäume weichen, wenn die Kirchstraße saniert und umgestaltet wird? Die Vorplanung der SBE sieht das vor.

Müssen alte Linden- und Ahornbäume weichen, wenn die Kirchstraße saniert und umgestaltet wird? Darüber diskutierten die Mitglieder des Betriebsausschusses intensiv, nachdem Thomas Humpohl von den Stadtbetrieben Ennepetal (SBE) die Vorplanung vorgestellt hatte. Bündnis 90/Die Grünen hatten zuvor in einem Antrag Informationen zum Umgang mit den Bäumen gefordert.

Vorgesehen ist, dass die Kirchstraße zwischen Heinrichstraße und Herz-Jesu-Kirche ein neues Gesicht erhält. Bis die Bagger anrollen, dauert es noch einige Zeit, da die Gebau in Kürze mit dem Bau von Mehrfamilienhäusern auf der Fläche gegenüber der Kirche beginnen wird. „Das wollen wir noch abwarten“, erklärte Thomas Humpohl. Im Herbst 2020, gegebenenfalls im Frühjahr 2021 könnte es los gehen. Die Vorplanung sieht vor, dass die Pflasterkissen zur Verkehrsberuhigung erhalten bleiben. Die Fahrbahn wird 5,50 Meter breit, parallel zur Fahrbahn werden 19 Stellplätze mit zwei Metern Breite angelegt (aktuell 17-19 Plätze). In einer Vorschätzung geht man von 400.000 Euro Kosten aus. Es werden KAG-Beiträge fällig.

Wichtig für Klima und Insekten

Die Vorplanung sieht vor, dass vier – kürzlich gestutzte – Linden im Bereich der Häuser 55 bis 57 und drei Ahornbäume vor der Stützmauer zwischen den Einmündungen der Kettelerstraße gefällt werden. „Da haben wir einen Interessenkonflikt“, sagte Thomas Humpohl. Die Bäume seien sehr nah an der Fahrbahn, Parkplätze könnten nicht frei angelegt werden und man habe keine ausreichende Breite, um Fußgänger gefahrlos vorbei zu führen. Zudem hebe das Wurzelwerk Fahrbahn und Gehweg an. „Die Wurzeln kann man nicht einfach kappen, das würde der Baum nicht überleben“, so Humpohl.

Die Anwohner Thorsten und Jenny Vitt, die die Sitzung verfolgten, kritisierten die geplante Fällung. „Keiner der Anwohner möchte, dass die Bäume wegkommen“, so Thorsten Vitt. Sie gehörten zu den denkmalgeschützten, 100 Jahre alten Arbeiterhäusern in dem Bereich. Außerdem stellten sie eine funktionierende Verkehrsberuhigung dar. Seine Frau Jenny ergänzte, dass sich im früh blühenden Ahorn derzeit wieder viele Insekten finden würden.

Ulrich Röhder (Bündnis 90/Die Grünen) betonte die Funktion der Bäume für das Umgebungsklima. Er forderte, sie als gegeben anzusehen und mit ihnen zu planen. Giuseppe Bianco (SPD), der auch Vorsitzender des Behindertenbeirats ist, sagte, dass es an der Heinrichstraße eine ähnliche Problematik gebe. Es gebe aber Möglichkeiten, den Gehweg ebener zu gestalten.

Ausschuss will Ortstermin

„Wir sollten weg von dem Dogma Fahrbahnbreite, auch wegen der Verkehrsberuhigung“, sagte Stefan Mayer-Stoye (Bündnis 90/Die Grünen). Dem entgegnete Thomas Humpohl, dass dort Busse und die Müllabfuhr fahren würden, eine gewisse Breite also notwendig sei.

Der Ausschussvorsitzende Jörgen Steinbrink (SPD) stieß mit seinem Vorschlag auf Zustimmung, sich die Situation beim nächsten Sitzungstermin am 25. Juni vor Ort anzusehen. Sein Parteikollege Christian Zink ergänzte, dass man dazu einen Fachmann zur Entwicklung der Bäume hören sollte.

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