Jazz

20 Jahre Zentrum für Kiche und Kultur in Gevelsberg

Wolf Ossenberg (links) und seine Old Friends starten mit Sängerin Dian Pratiwi

Wolf Ossenberg (links) und seine Old Friends starten mit Sängerin Dian Pratiwi

Foto: HB

Gevelsberg.   Wolf Ossenberg setzt sich seit zwei Jahrzehnten für das Zentrum für Kirche und Kultur, sowie den Jazzclub ein.

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20 Jahre Zentrum für Kirche und Kultur, 20 Jahre Jazzclub, 20 Jahre Old Friends. Mit dieser Aussage überraschte das Vorstandsmitglied und Gitarrist Wolf Ossenberg das Publikum in der rappelvollen Cafeteria. Das könne doch noch nicht sein – aber er müsse es schließlich wissen, denn er ist, wie die übrigen Vorstandsmitglieder ebenfalls, seit Gründung des Vereins mit dabei. Seine Frau Gisela erzählt: „Ich habe ihn damals dazu angestachelt. Ich war im Presbyterium und als es dann um die Zukunft des Hauses ging sagte ich: Warum nicht einen Verein gründen? Mein Mann kann das...“

Das ehemalige CVJM-Haus sei von der Kirchengemeinde übernommen worden, renoviert und stand dann zur Diskussion. Ossenberg hatte bereits Erfahrung im Vorstand des Hasper Hammers gesammelt, war in den 70er und 80er Jahren Ratsmitglied (Kulturausschuss) der Stadt Gevelsberg und hatte schon viele Veranstaltungen initiiert – also, warum nicht? Mit der Unterstützung seiner Frau, die als Vereinsmitglied im Jazzclub jeden Abend die Kasse verwaltet und tatkräftig die Theken- und Schnittchenmannschaft unterstützt, hat der jetzt 71-Jährige die Herausforderung angenommen.

Die Vereinsarbeit ist vielfältig – da müsse auch mal eine Künstlerin sicher in der Nacht nach Hause gefahren werden – und ehrenamtlich helfende Hände seien immer gern gesehen. Er scherzt: „In meinem Vertrag steht: Mindestens einmal im Jahr müssen die Old Friends spielen.“

Jazz-Gala als Höhepunkt im Jahr

Neben den ganz Großen der Jazz-Branche ist die Hausband des Zentrums für Kirche und Kultur somit ein fester Bestandteil. Im Sommer (5. Juli, 19 Uhr) spielen sie wieder eintrittsfrei im Garten des Zentrums beim Gartenfest. Am 1. Dezember 1999 starteten sie nur mit Piano (Uli Afflerbach) und Gitarre (Ossenberg) – zum 20-Jährigen standen sie mit acht Musikern auf der Bühne.

Für Ossenberg, von den alten Weggefährten sei noch Wolf Rüdiger genannt – war es damals selbstverständlich, dass die Band größer werden müsse. Da gehören auch Bläser und Rhythmus-Instrumente dazu, und gern lade man sich eine Sängerin ein. An diesem Abend hatte man sich wieder einmal für Dian Pratiwi, ursprünglich aus Bali kommend, entschieden. Seit einem spontanen gemeinsamen Auftritt bei der Jazz-Gala im Zentrum haben sie zu einander gefunden. Die Musiker sind sich einig: „Wenn Wolf Rüdiger ruft, dann kommen wir.“ Und Ossenberg sagt schmunzelnd: „Was soll ich machen? Die kommen einfach.“

Dies gilt auch für das Publikum. Der Neu-Gevelsberger Christian (57) hat den Jazzclub gerade erst neu entdeckt und sagt: „Toll, was diese Stadt zu bieten hat. Ein sehr schönes bereicherndes Erlebnis.“ Die Old Friends mit ihrem Jazz-Repertoire sind immer ein Garant für einen unterhaltsamen Abend.

Die erfahrenen Herren sind Meister des Improvisierens – sie spielen alle seit ihrer Kindheit in mehreren Bands, und ihre Spielfreude reißt das Publikum mit. Der Bassist Armin Runge ist der einzige Berufsmusiker in der Band und bringt es auf den Punkt: „Es gibt nicht mehr so viele Spielstätten, an denen man sich zu Hause fühlt. Man kann es gar nicht hoch genug schätzen, dass diese Arbeit von dem Verein geleistet wird. Sie halten die live Jazz-Musik am Leben.“

Der Jazz lebt in Gevelsberg weiter

Es mache einfach Spaß und dies berührt die Leute. Edelgard Kirsch, eine ehemalige Studienkollegin von Ossenberg, extra aus Staufen im Breisgau angereist, lobte: „Es ist toll, wie die Gruppe gewachsen ist und auf Dauer Bestand hat. Die machen keine Mucke, die machen Musik.“ Es war ein lebendiges Geburtstagsfest für die Old Friends. Der Höhepunkt in dem Jubiläumsjahr soll eine besonders anspruchsvolle Jazz-Gala am Ende des Jahres werden.

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