Ausstellung

Unai Etxebarria stellt zum zweiten Mal in seiner Heimat aus

Unai Etxebarria eröffnete am Sonntag seine Ausstellung Ideas in Rees. Es ist die zweite Ausstellung in seiner Heimat.

Unai Etxebarria eröffnete am Sonntag seine Ausstellung Ideas in Rees. Es ist die zweite Ausstellung in seiner Heimat.

Foto: Erwin Pottgiesser

Rees.   Am Sonntag wurde die Ausstellung des Künstlers Unai Etxebarria in Rees eröffnet. Besondere Details lassen seine Bilder einzigartig werden.

„Bei vielen Bildern muss man zweimal hingucken”, kommentierte Christoph Gerwers sofort die Ausstellung Ideas von Unai Etxebarria, die am Sonntag im Koenraad Bosman Museum in Rees eröffnet wurde.

Nach der musikalischen Eröffnung durch ein Trio der Haldern Strings, erläuterte Gerwers in seiner Rolle als Bürgermeister die Bilder weiter. Sie seien extrem unterschiedlich und doch eine sie die detaillierte und präzise Ausarbeitung.

Zweite Ausstellung in Rees

Er lobte die selbsterlernten Fähigkeiten des Grundschullehrers mit baskischen Wurzeln und mit Doktortitel der Philosophie, der nun in Haldern wohnt. Für diese zweite Ausstellung in Rees nach neun Jahren Pause werden sich wieder „viele Einheimische auf den Weg machen”.

Es folgte eine Einführung in die Bilder und deren Hintergründe durch den Kunsterzieher Johannes Beenen. Dass die 13 Ölgemälde und zehn Zeichnungen so detailliert ausgearbeitet sind, sei hier eine „notwendige Ausdrucksform” für den Künstler. Aus dem Detail ergebe sich dann erst das Bild. „Die Bilder sollen irritieren, wagen Sie aber mit mir, einige Bilder zu entschlüsseln”, lud Beenen ein.

Parlamentsprügeleien in der Ukraine

Er erläuterte dann den Hingucker der Ausstellung: „Gigantomachie”, eine vierteilige Serie, die zuerst an den Pergamonaltar erinnert. Dieser stellt die uralte griechische Historie dar, die Serie von Extebarria hingegen spricht topaktuelle Themen an.

Die Parlamentsprügeleien in der Ukraine oder Türkei und die verbundene Gefahr für die Demokratie, die Abschottung gegen Flüchtlinge und die indische Frauenrechtsbewegung, alles große Themen, die mit geschickt eingesetztem Symbolismus angesprochen wurden.

Künstler will nicht belehren

Unai Etxebarria möchte aber nicht mit seinen Werken belehren. „Wer glaubt, dass Kunst allein die Welt verändern könne, ist naiv”, ist er sogar überzeugt. „Für mich ist die Malerei der beste Weg, meine Gedanken darzustellen und Gedanken im Betrachter anzuregen”.

Was auffällt an Unai Etxebarria, ist seine lockere und fröhliche Art, die man auch in seinen Bildern spürt. So spricht seine Bildreihe „Pataphysische Vermutung” zwar Themen wie versteckten Rechtsradikalismus und fragwürdige Rechtsgrundlagen an.

Lohnenswerte Ausstellung

Gleichzeitig aber erklärt er verschmitzt „alle sind auch Spielerei mit dem Unsinn, da habe ich Spaß dran”.

Diese Ausstellung des Künstlers aus Haldern, die noch bis zum 26. Mai so schön das Spiel mit dem Ernst verbindet, ist lohnenswert anzusehen.

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