Unterhaltungselektronik

Thomas Kerns Erlebnisse von Video 2000 bis zum Smartphone

Thomas Kern präsentiert mit seiner Chefin Kirsten Bolk den silbernen Meisterbrief.

Thomas Kern präsentiert mit seiner Chefin Kirsten Bolk den silbernen Meisterbrief.

Foto: Konrad Flintrop

Emmerich.   Thomas Kern hat den Silbernen Meisterbrief als Radio- und Fernsehtechniker erhalten. Der Hüthumer spricht über den Wandel in seiner Branche.

Es gibt Werbeslogans, die bleiben über Jahrzehnte im Ohr. Thomas Kern weiß noch genau, wie sein Ausbildungsbetrieb um Kunden warb.

„Wähle zweimal die Zwei und zweimal die Vier, Radio Hallmann hilft auch Dir“, erinnert sich der Hüthumer, der nun mit dem silbernen Meisterbrief ausgezeichnet wurde.

Drei Systeme bei Videorekordern

Als Kern seine Lehre zum Radio- und Fernsehtechniker begann, kam gerade der Walkman auf. „Es war auch die Hochzeit des Videorekorders, der mit einem Preis von knapp unter 2000 DM bezahlbar wurde“, erinnert sich der 55-Jährige, der damals auch noch mit drei unterschiedlichen Systemen (Beta, VHS und Video 2000) hantieren musste. „Das schlechteste System hat sich durchgesetzt. Die Kassetten bei Video 2000 waren beidseitig benutzbar und der Bildvorlauf ging ohne Störzone.“

Das Zeitalter des Videorekorders ist längst vorbei. Selbst der Nachfolger DVD ist mittlerweile ein vom Aussterben bedrohtes Auslaufmodell. Der Sektor Unterhaltungselektronik hat sich stark gewandelt. Das erlebt er täglich im Geschäft von Abbing und Bolk, wo er nach seiner Selbstständigkeit vor acht Jahren wieder ins Angestelltenverhältnis wechselte.

Entscheidung nicht bereut

„Ich wollte damals von meiner hohen Wochenarbeitszeit runter und auch die soziale Absicherung war mir wichtig. Als ich dann das Angebot von Abbing und Bolk bekam, habe ich nach reiflicher Überlegung mit meiner Familie und mehreren Gesprächen zugesagt“, erinnert sich Kern.

Die Entscheidung, den eigenen, wirtschaftlich gut laufenden Betrieb aufzugeben, hat er nicht bereut.

Siegeszug des Smartphones

Denn auch als angestellter Meister erlebte er den stetigen Wandel in der Unterhaltungselektronik hautnah mit. In seinen 25 Jahren als Meister hat er Produkte Kommen und Gehen gesehen. Etwa den IPod.

„Heute braucht eigentlich niemand mehr einen MP3-Player, das Smartphone hat doch gleich mehrere Geräte überflüssig gemacht“, sagt Kern, der da an Diktiergerät, Taschenrechner sowie Video- und Fotokamera denkt. „Ich mache den Job nach wie vor unheimlich gerne, weil er so abwechslungsreich ist.“

Prüfung einen Tag vor dem 30. Geburtstag bestanden

Die Meisterprüfung bestand Thomas Kern einen Tag vor seinem 30.

Geburtstag. Der Wandel in der Branche lässt sich im Übrigen ganz gut auch an der Verleihung des silbernen Meisterbriefs ablesen.

„Auf der Internetseite der Handwerkskammer musste ich einen Link anklicken und der Meisterbrief ist mir dann in einer Papprolle zugeschickt worden“, berichtet Kern.

Privater Grund zur Freude

Das berufliche Jubiläum ist für den Hüthumer im Übrigen in diesem Jahr nicht der einzige Grund zur Freude. Denn neben silbernem Meisterbrief feiert er auch silberne Hochzeit mit seiner Birgit. „Hat beides mit Älterwerden zu tun“, sagt er mit einem Schmunzeln.

>>>BERUFLICHER WERDEGANG

  • Im Jahr 1980 Lehre als Radio- und Fernsehtechniker bei Radio Hallmann (noch ein Jahr Wassenbergstraße, dann Umzug zum Neuen Steinweg).
  • Ausbildung 3,5 Jahre, dann als Geselle bei Hallmann übernommen worden bis zur Wehrdienstzeit.
  • Im Wehrdienst berufbezogen eingesetzt als Funkmechaniker bei der Luftwaffe in Goch (Reichwaldkaserne)
  • Danach als Geselle bei Klaus Nienhaus (Speelberger Straße) bis 1993.
  • Ab 1993 Meisterschule in Tagesform an der HWK Düsseldorf.
  • 1994 bis 1995 wieder bei Klaus Nienhaus, dann als Meister.
  • 1995 - 2010 selbstständig mit Geschäft Alte ‘s-Herrenberger Straße.
  • Seit 1. Januar 2011 als angestellter Meister bei Abbing & Bolk.

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