Training

Submarine-Team lässt U-Boot im Embricana abtauchen

 

 

Foto: Embricana

Emmerich.   Im Emmericher Freizeitbad taucht regelmäßig ein U-Boot ab. Das hat auch einen Grund: Ein Submarine-Team der Hochschule Rhein-Waal trainiert hier.

Langsam taucht das grau-orange U-Boot aus dem Wasser auf. Ein Deckel geht auf und die Pilotin klettert aus dem Gefährt. Wenige Minuten später heben fünf Studenten – drei im Wasser und zwei am Beckenrand stehend – das U-Boot vorsichtig aus dem Wasser und positionieren es millimetergenau auf dem Transportständer am Beckenrand. Eine weitere Trainingseinheit des Submarine-Teams der Hochschule Rhein-Waal (HSRW) im Emmericher Freizeit- und Sportbad ist damit vorüber.

Seit Ende vergangenen Jahres unterstützt das Embricana das HSRW-Submarine-Team. Einmal im Monat haben die Studenten der Fakultät „Technologie und Bionik“ die Gelegenheit außerhalb des regulären Badebetries, ihr selbst konstruiertes U-Boot im Sportbecken des Schwimmbades zu testen.

Dank für die Trainingseinheit im Embricana

„Wir sind sehr dankbar, dass wir die Möglichkeit bekommen haben, hier trainieren zu dürfen. So konnten wir auch in den Wintermonaten testen und unser U-Boot weiterentwickeln“, freut sich Professor Dr. William Megill, der das Studierendenprojekt 2012 an der Hochschule Rhein-Waal ins Leben rief und seitdem betreut.

Aktuell trainieren zwei Teams im Embricana. Das 2019-Team, das sich in diesem Jahr erstmals mit der Technischen Universität Delft an der französischen Mittelmeerküste bei einem Rennen im offenen Gewässer messen wird – und das 2020-Team. Das möchte im kommenden Jahr nach England reisen und am European Submarine Race teilnehmen, wo die Hochschule Rhein-Waal in den vergangenen Jahren mehrmals vordere Plätze belegte.

Entstehung genau dokumentieren

Um die Erfolge wiederholen zu können, ist aber noch viel Arbeit notwendig. Denn um zum European Submarine Race zugelassen zu werden, müssen die Studenten ihr Boot selbst konstruieren und bauen. Die Entstehung des U-Bootes muss dann durch Berichte, Bilder und Videos dokumentiert werden.

„Nur wer die Unterlagen rechtzeitig einreicht und sein U-Boot bis Februar/März fertig gebaut hat, erhält die Starterlaubnis“, erklärt Professor Dr. Megill.

Fahrt im offenen Meer möglich

Im Sportbecken des Embricana, das mit einer Beckentiefe von 3,65 Meter beste Voraussetzungen bietet, testen beide Teams aktuell mit dem Trainings-U-Boot. Die aus den Übungseinheiten gewonnenen Erkenntnisse fließen in die Konstruktion der neuen U-Boote mit ein.

Während das diesjährige Team für die Fahrt im offenen Meer den Fokus auf die Entwicklung von Navigationsinstrumenten legt, will das 2020-Team sich auf mehr Schubkraft konzentrieren.

Boot wird um die Pilotin herum gebaut

Die zusätzliche Kraft soll durch die doppelte Anzahl an Flossen (vier Paar) erreicht werden. Außerdem wird das U-Boot aus einem neuen Material gebaut. „Wir werden den Kunststoff PETG und Kork verwenden. Dank dieser Stoffe ist das Boot dann komplett recycelbar“, erklärt William Megill.

Das Boot wird im Übrigen auf die Körpermaße der beiden zukünftigen Pilotinnen abgestimmt und „um sie herum gebaut“. Wie genau das neue U-Boot konstruiert wird, entscheidet das jeweilige Team selbst. Professor Dr. Megill freut sich jedenfalls auf die ersten Entwürfe: „Entweder es läuft im Team richtig gut oder nicht. Beim 2020-Team ist der Zauber da, so dass ich mit einem guten Ergebnis rechne.“

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