Bildstöcke und Wegekreuze

Sichtbare Glaubensbekundungen in Stein und Holz in Isselburg

Die Nadrop-Bildstöcke in Anholt im Schatten der St.-Pankratius-Kirche.

Die Nadrop-Bildstöcke in Anholt im Schatten der St.-Pankratius-Kirche.

Foto: Thorsten Lindekamp

Isselburg.   Auf dem Gebiet der Stadt Isselburg gibt es sechs religiöse Bildstöcke beziehungsweise Wegekreuze. Oft findet man sie an markanten Orten.

Bereits seit dem 13. Jahrhundert errichten gläubige Katholiken religiöse Kleindenkmäler an markant gelegenen Standorten. In dem Faltblatt Bildstöcke und Wegekreuze entlang der Bocholter Aa sind auch sechs Stellen auf dem Gebiet der Stadt Isselburg aufgeführt. Hier ein Überblick:

1 Nadorp-Bildstöcke, St. Pankratius-Kirche, Anholt.

Im Jahr 1756 gestaltete Johann Theodor Nadorp drei Bildstöcke mit beidseitigen Reliefs. Sie standen bis Ende des 2. Weltkrieges am Kapellendeich, zur Regnieter Gruftkapelle hin.

Durch die Kämpfe um Anholt wurden sie umgestürzt und schwer beschädigt. Die fürstliche Familie zu Salm-Salm schenkte der Kirche Steine, aus denen im Jahre 1999 zwei Stationen wiederhergestellt werden konnten.

2 Wegekreuz Den leeven Heern, Isselburger Straße, Anholt.

An der Straße von Anholt nach Isselburg steht ein Feldkreuz, dessen Entstehung nicht klar datiert werden kann. Laut mündlicher Überlieferung wurde es bereits im Mittelalter in der Nähe zur ältesten Kirche von Anholt errichtet, der 1501 abgebrochenen Kirche von „Bredenasle“. Der ursprüngliche Korpus war vermutlich aus Holz.

1862 wurde dieser durch einen neuen, in der Isselburger Hütte gegossenen Korpus ersetzt, worüber ein Bleitäfelchen im Inneren Auskunft gibt. Bei den Kämpfen um Anholt im März 1945 wurden Kreuz und Einfriedigung schwer beschädigt, jedoch schon bald unter anderem unter Mithilfe des Heimatvereins restauriert. Die Einwohner der Gemeinde prägten den Namen „Den Leeven Heer“, der mit der Zeit zum festen Begriff wurde.

3 Wegekreuz Isselburg, Högerdeich, Isselburg.

Die Idee zur Errichtung des ersten Wegekreuzes von Alt-Isselburg reifte 25 Jahre, bis sie 2007 von der Kolpingfamilie Isselburg in die Tat umgesetzt wurde. Am 07.10.2007 wurde das Kreuz am Högerdeich unweit des Gehöftes van Waasen-Ehringfeld aufgestellt.

Drei Künstler setzen das ambitionierte Projekt um, das von zahlreichen ehrenamtlichen Helfern getragen wurde: Die Figur schuf Ewald Böggemann, das Eichenkreuz Berni van der Linde und der Sockel stammt von Sebastian Daxenberger. Die Kupferabdeckung ist eine Spezialanfertigung einer Firma aus Greven.

4 Wegekreuz Heelden, Ecke Millinger Straße/Feldstraße, Heelden.

„Die Gemeinde Heelden bedankt sich hiermit beim HERRN, dass die Ortschaft Heelden jahrelang schon von großen Unglücken und Naturkatastrophen verschont blieb.“ – Mit diesen Worten weihte Pastor Nachtwey aus Millingen das Wegekreuz Heelden im August 2007 ein. Damit sprach er dem ortsansässigen Heimatkreis aus der Seele, auf dessen Initiative die Entstehung des Kreuzes zurückzuführen ist.

Mit dem Gelände der Familie Heinz Mecking wurde ein Standort gefunden, den nicht nur Anwohner, sondern auch die jährlichen Bocholter Kevelaer-Pilger passieren. Viele ehrenamtliche Helfer beteiligten sich an der Vorbereitung und Umsetzung. Korpus und Kreuz schnitzte Klaus Arndtsen aus Empel, Bernhard van der Linde aus Isselburg fertigte den Strahlenhintergrund und die Bedachung, die anschließend vom Klempner Oliver Heidtkamp verkupfert wurde.

5 Wegekreuz Schüttenstein, Schüttensteiner Straße, Herzebocholt.

Das Kreuz wurde vor dem 2. Weltkrieg auf Hof Hüting errichtet, gerahmt von zwei Eichensäulen, in die die Namen der Gefallenen des 1. Weltkrieges geschnitzt waren. Sein Korpus ist ein Werk von Eugen Severt aus Dingden. Im Juli 1978 zerstörte ein Blitzschlag Kreuz und Korpus fast vollständig.

Die Trümmer wurden vom Landwirt Gerhard Hegmann verwahrt, bis sich der Kirchenvorstand zur Restauration entschloss. Den Korpus richtete eine Fachwerkstatt her, das Kreuz fertigte der Herzebocholter Schreinermeister Johann Schlütter. 1980 wurde es neu eingeweiht. Die beiden Eichensäulen mit den Inschriften lagerten unterdessen im Heimathaus des Werther Heimatvereins, bis man sie 2011 im Zuge von Sanierungsarbeiten an der Kreuzumfriedung wieder rechts und links vom Kreuz installierte.

6 Marien-Bilderstock am Hof Nehling, Liederner Straße, Herzebocholt.

Der im Familienbesitz befindliche Marienbildstock stand ursprünglich auf Gut Hambrock in Bocholt-Stenern. Die damaligen Pächter Johann Bernhard und Maria Nehling brachten ihn im Herbst 1896 mit nach Herzebocholt auf ihren im selben Jahr erworbenen Hof. Hier ließen sie das Bildnis als Schutzpatronin der Familie neu errichten.

1997 baute die Familie Nehling eine schützende Überdachung, und 1998 beauftragte man die Gebrüder Hermann und Karl Spaan aus Anholt, die Statue zu restaurieren, da sie brüchig geworden war. Bei der Abnahme zerbrach die Figur in viele Teile. Nach erfolgreicher Restaurierung konnte das Marien-Bildnis am 26. Mai 1999 neu geweiht werden.

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