Kirmes Rees

Reeser Kirmes lockt wieder viele Besucher in die Stadt

Die Reeser Kirmes zieht wieder viele Besucher an.

Die Reeser Kirmes zieht wieder viele Besucher an.

Foto: Jens Uwe Wachterstorm / Funke Foto Services GmbH

Rees.  Die Kirmes in Rees ist gestartet – übrigens zum 778. Mal. Schon vor 15 Uhr am Samstag bildeten sich vor den Fahrgeschäften Schlangen.

Schon kurz vor 15 Uhr bildeten sich vor den Fahrgeschäften wie „Time Machine“ oder „Mr. Beat“ in Erwartung der Fahrt zum halben Preis die ersten Schlangen mit Kindern und Jugendlichen. Alle warteten auf den offiziellen „Startschuss“ zu den viertägigen Feierlichkeiten, die dann die stellvertretende Bürgermeisterin der Stadt Rees, Mariehilde Henning, und der Chef der Schausteller, Dirk Janßen, gemeinsam vollzogen.

„Es ist für mich eine ganz besondere Freude, zum zweiten Mal in der Geschichte unserer Stadt als Frau die Kirmes eröffnen zu dürfen“, verwies Henning am Markt auf die Tradition der zum 778. Mal stattfindenden Kirmes als „Treffpunkt für jung und alt“ – „fester Bestandteil im Terminkalender vieler Reeserinnen und Reeser“. Es sei nicht so leicht, Schausteller in eine Kleinstadt zu bekommen. Deshalb sollten die Menschen die Angebote auch wahrnehmen, forderte sie die Besucher auf.

Bernd Hübner verlieh Preise an für den diesjährigen Foto-Wettbewerb

Anschließend vollzog sie mit den beiden Ortsvorstehern Waldemar Prust und Manfred Dickes den Fassanstich. Ein kühles Gläschen gönnten sich auch die Mitglieder der in Deutschland verstreuten Familie Giesen, die sich wie einige frühere Reeser extra für die Kirmes wieder getroffen hatte. „Wir sind drei Generationen hier, 35 Leute. Wir sind auf der Rünkelstraße aufgewachsen, haben mit unseren Eltern gefeiert“, erzählte Rainer Giesen.

„Diese Intimität, alles ist harmonisch. Kinder können hier frei laufen“, schwärmte der 60-Jährige. „In der Ecke standen die großen Geräte, da durfte ich als Anhängsel der großen Cousins mit“, erinnerte sich Tochter Elena. Erneut hatte der Verkehrs- und Verschönerungsverein Rees mit den befreundeten Vereinen und Firmen einen Bierstand aufgestellt. „Unser Platz ist klasse, weil immer die Chance besteht, dass jemand stehen bleibt“, verlieh der erste Vorsitzende Bernd Hübner dort die Preise an die neun Gewinner des diesjährigen Fotowettbewerbs für den „Historischen Kalender Rees 2020.“

„Die Kirmes wird kleiner“

Dafür waren 38 historische Motive ausgewählt worden. Am Autoscooter ließ Sabrina Bartsch ihren achtjährigen Sohn Marlon zum Fahrgeschäft laufen. „Mama darf noch bezahlen“, freute sie sich über den Spaß ihres Jungen. „Die Kirmes wird kleiner, es ist weniger Angebot“, war der Eindruck der 34-jährigen Reeserin.

Ein paar Meter weiter wechselte Brunhilde Weber einem Kunden fürs Basketballwerfen das Kleingeld. „Wir kommen seit 30 Jahren hierher. Die Menschen feiern hier noch ihre Kirmes“, meinte die Heeler Schaustellerin. Auch die Reeser Familie Kühn hatte beim Ballwurf ihren Spaß. „Wir waren auf dem Kettenkarussell, haben Pfeilwerfen gemacht und Schießen – macht einfach Spaß“, waren die neunjährige Jana und der siebenjährige Elias voll im Kirmesfieber.

„Die Tradition führt uns immer wieder zurück“

Am Fahrgeschäft „Mr. Beat“ riefen die Zwillinge Lili und Luis ihrem Papa Michael Lach auf die Frage, ob sie nochmal fahren wollten, ein lautes „Ja“ zu. „Es kribbelt im Bauch, da wird man geschleudert“, erzählte eines der Mädchen. „Die Tradition führt uns hier immer wieder zurück“, bekannte sich der frühere Reeser, der heute in Kleve lebt, gerne zur alten Heimat.

Am Carl-Kempkes-Weg gegenüber der Bushaltestelle sorgte eine Showbühne mit der Band „Back to the roots“ und dem Biergarten für Stimmung. Und entlang der Dellstraße konnte man Enten angeln, sich karikaturistisch zeichnen lassen, Armbrush-Tattoes machen lassen oder einfach nur lecker essen. Zwei kritische Stimmen fanden sich aber doch im Pulk der Zufriedenen.

„Als Rollstuhlfahrer muss man auf vieles achten“

„Als Rollstuhlfahrer muss man auf vieles achten, und die schwarzen Gummimatten für die Kabel sollten festgemacht werden“, meinte Jochen Radzun. „Und es bräuchte mehr Fahrgeschäfte für die Jugend, und die Älteren“, fand die 16-jährige Celine.

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