Ratssitzung

Rat Rees für überplanmäßige Ausgabe für Kunstrasenplatz

So wie hier im Lüttinghof Stadion in Buer wird der Kunstrasenplatz in Haldern aussehen, mit dessen Bau schon in Kürze begonnen werden soll.

So wie hier im Lüttinghof Stadion in Buer wird der Kunstrasenplatz in Haldern aussehen, mit dessen Bau schon in Kürze begonnen werden soll.

Foto: Joachim Kleine-Büning

Rees.   Der Rat der Stadt Rees beschließt überplanmäßig Ausgabe für Kunstrasenplatz Haldern, keine geringeren Beiträge für Geringverdiener bei OGS.

Helmut Wesser, Fraktionschef der Grünen, nutzte die Ratssitzung, um noch einmal Dampf in Sachen Kunstrasenplätze abzulassen. Wie bekannt, verteuert sich der Platz in Haldern um 119.000 Euro auf 590.000 Euro. Für die überplanmäßige Ausgabe benötigte die Verwaltung das Okay des Stadtrates. Was sie auch erhielt. Es gab einen einstimmigen Beschluss bei fünf Enthaltungen.

Die Kosten hätten sich um ein Viertel erhöht, ärgerte sich Wesser. Er wies auch noch einmal darauf hin, dass man den Vorstellungen der Grünen nicht gefolgt sei, zunächst nur einen Kunstrasenplatz zu bauen, um dann abwarten, wie sich das Projekt hinsichtlich der Wirtschaftlichkeit und Tauglichkeit entwickele, bevor man in anderen Ortsteilen Kunstrasenplätze anlege. „Jetzt müssen wir drei Mio. Euro vorhalten, um überall im Stadtgebiet Kunstrasenplätze anzulegen“, sagte er. Das verstehe er nicht als „verantwortungsvolles Handeln“.

Es soll Korkgranulat verbaut werden

Dass, so ein weiterer Vorwurf Wessers, die Kostensteigerung überraschend gekommen sei, wies Bürgermeister Christoph Gerwers vehement zurück und legte Daten verknüpft mit Kostenschätzungen ab Mai 2018 vor. Im Winter 2017/18 seien viele Spiele ausgefallen, weil man eben keinen Kunstrasenplatz habe, erinnerte Gerwers.

Die Kostensteigerung beruht u.a. darauf, dass man Korkgranulat verbauen will. Das hat den Vorteil, dass man nach 15 Jahren Nutzungsdauer nur die Oberfläche, nicht aber den Untergrund erneuern muss. Was langfristig Kosten spare. Zudem seien die Höhe der Planungs- und Ingenieurkosten höher als zunächst erwartet.

Die SPD wollte Änderungen durchsetzen

Die Höhe der Elternbeiträge für die Offene Ganztagsschule (OGS) im Primarbereich wird sich nicht verändern. Dafür sprach sich der Rat der Stadt Rees nach leidenschaftlicher Diskussion aus – mit 33 Ja-Stimmen bei elf Gegenstimmen und einer Enthaltung. Die SPD und Teile der Grünen hatten eine Änderung herbeiführen wollen.

SPD-Fraktionschef Peter Friedmann monierte die bestehende Einstufung als „nicht sozial“, vor allem wollte die SPD, dass Eltern mit einem Brutto-Jahreseinkommen bis zu 12.000 Euro beitragsfrei bleiben. Derzeit und künftig zahlen sie 25 Euro je Familie monatlich. Je Familie heißt, sollten mehr als ein Kind aus einer Familie die OGS besuchen, sind diese Kinder ab dem zweiten Kind beitragsfrei.

Vergleich mit anderen Städten recherchiert

Auch letztere Regelung wollte die SPD ändern, und zwar ergänzen. „Auch beitragsfrei sollen Erziehungsberechtigte ab jedem zweiten Kind bleiben, wenn diese(s) eine andere Einrichtungen, z.B. eine Kita besucht“, schlug Peter Friedmann vor. Er und sein Parteikollege Arno Wingender-Monats hatten sich sogar die Mühe gemacht, die Beiträge mit denen in anderen Städten zu vergleichen.

„Es träfe ja vor allem die Alleinerziehenden“, so Wingender-Monats. Es gebe Städte, da sei der Beitrag sogar bis zu einem Brutto-Jahreseinkommen von 30.000 Euro frei, ergänzte Friedmann. „Ja, wollen wir denn nicht nur die älteste Stadt am unteren Niederrhein sein, sondern auch die teuerste?“, fragte er rhetorisch.

„Wir brauchen jetzt wirklich keinen Wahlkampfauftakt“, machte Johannes Erlebach (CDU) seinem Ärger Luft. Kämmerer Mai erinnerte daran, dass man 13 Jahre lang die Beiträge unverändert beibehalten und auf eine Inflationsrate verzichtet habe.

Ulrich Doppstadt hatte Tagessatz ausgerechnet

Bürgermeister Gerwers schaltete sich ein. Die Pädagogen legten Wert auf sozial gut durchmischte Gruppen aus ärmeren und besser gestellten Elternhäusern. „Wir erhöhen ja auch nicht den Betrag der Gruppe über 60.000 Euro Brutto-Jahreseinkommen auf 180 Euro, weil sonst diese Eltern ihre Kinder möglicherweise nicht mehr in die OGS schicken“, sagte Gerwers. Was ebenfalls seitens der SPD moniert wurde.

Ulrich Doppstadt (Grüne) rechnete vor, dass die Beiträge für die Geringverdiener bei 25 Betreuungstagen monatlich zwischen 1,20 bis 1,25 Euro pro Tag liegen. „Das finde ich in Ordnung!“

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