Altarbau

Michael Herbst aus Haldern baut Altar für Marienkapelle

Michael Herbst wird dieses geschnitzte Tableau, das mit Ähren und Weinlaub an die Eucharistie erinnert, wieder in den Altar einbauen.

Michael Herbst wird dieses geschnitzte Tableau, das mit Ähren und Weinlaub an die Eucharistie erinnert, wieder in den Altar einbauen.

Foto: Markus Weissenfels

Haldern.   Die Kapelle in St. Marien Haldern wird am Samstag eingeweiht. Den Altar baut derzeit der Halderner Schreinermeister Michael Herbst.

Michael Herbst hat Zeitdruck. Denn am Dienstag muss alles fertig sein. Der Schreiner-, Zimmerermeister und Holztechniker fertigt gerade den Altar für die neue Kapelle, die in St. Marien Haldern entsteht. Für Dienstag hat der Halderner vier Kameraden der St. Josef Schützenbruderschaft bestellt, die ihm beim Aufbau des rund 200 Kilogramm schweren Altars behilflich sein werden.

Ersten Altar hat Michael Herbst mit seinem Vater gebaut

Der Altar ist nicht völlig neu. Der bisherige Opfertisch der Kapelle wird Teil des neuen Altars sein. Und wer könnte den Umbau besser gestalten als Michael Herbst – hat er doch als junger Mann vor knapp 45 Jahren den alten Altar gemeinsam mit seinem Vater Theodor gebaut. Das war 1975.

Damals haben die beiden zwei geschnitzte Tableaus eingesetzt. Das eine zeigt ein gotisches Fenster, das andere Weizenähren und Weintrauben. Es steht also symbolisch für Brot und Wein und damit für die Eucharistie. „Vor allem letzteres lässt darauf schließen, dass die Tableaus Teil einer alten Kommunionbank in der St. Georg-Kirche, vermutlich aus dem 19. Jahrhundert, waren“, sagt der 68-Jährige.

Der Vorgänger-Altar steckt im Innern

Der neue Altar hat die Größe von 1,52 x 1,02 x 1,02 Metern. Sein Vorgänger steckt im Innern. Womit die Kraft des alten Opfertisches auch im neuen stecke, sagt Herbst. Das hat aber auch einen handwerklichen Vorteil. Der Altar kann Träger der alten Schnitzarbeit bleiben. „Natürlich alles Eiche, wie das in Haldern so üblich ist“, sagt der Fachmann und grinst verschmitzt.

Die Stunden kann Michael Herbst kaum zählen, die er an dem Altar gearbeitet hat. Holz auswählen, Bohlen schneiden, hobeln, verleimen, erneut beschneiden und anschließend schleifen – weit über 100 Stunden hat er schon investiert. „Aber es macht ja auch richtig Spaß“, gibt er zu. Jetzt gilt es noch die Oberfläche mit Bootslack gegen Feuchtigkeit zu schützen.

Aussparung für das Reliquienkästchen wird eingefräst

Was noch fehlt ist die Aussparung für das Reliquienkästchen. Darin wird das kupferne Kästchen mit dem Gebein eines Heiligen eingelassen. Mitbringen wird die Reliquie Rolf Lohmann, der Regionalbischof für die Region Niederrhein. Denn Lohmann wird zusammen mit Pfarrer Michael Eiden am Samstag, 30. März, um 10.30 Uhr die Marienkapelle im zweiten Obergeschoss des Giebelhauses an der Gerhard-Storm-Straße 1 einweihen.

Bis dahin muss Herbst auch noch zwei Stelen fertigen, eine für den Tabernakel und eine weitere für eine Pietá.

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