Freizeit

Litjes und Co.: Wo ein Kreis Klever unbedingt mal hin sollte

Mit der „Wilden Gans“ können Interessierte am Reeser Meer eine spannende Forschungstour unternehmen. Dies bietet der Wahrsmannshof an.

Mit der „Wilden Gans“ können Interessierte am Reeser Meer eine spannende Forschungstour unternehmen. Dies bietet der Wahrsmannshof an.

Foto: Christoph Karl Banski

Kreis Kleve.  Die NRZ stellt Geheimtipps aus dem Kreis Kleve und den Niederlanden vor, die eine Stippvisite wert sind. Etwa das Forschungsschiff „Wilde Gans“.

In dieser Woche präsentiert die NRZ einige Geheimtipps aus dem Kreis Kleve. Orte, die einen Besuch Wert sind. Dinge, die man mal gemacht haben sollte.

Tour mit dem Forschungsschiff „Wilde Gans“

Schon mal mit einem Forschungsschiff unterwegs gewesen? Und dabei selbst als Forscher „gearbeitet“? Das muss für Menschen ab fünf Jahren und bis ins hohe Alter kein Traum bleiben. Der Wahrsmannshof in Rees, Bergswick 19, ist als Regionalzentrum für eine Bildung für nachhaltige Entwicklung zertifiziert worden und ist überdies Partner der Kampagne Schule der Zukunft. Hier können Kleine, aber auch Große viel über Natur, Umwelt und ökologische Zusammenhänge lernen. Ganz praxisnah. Zum Beispiel an Bord des Forschungsschiffes „Wilde Gans“.

Die „Wilde Gans“ hat ihren Heimathafen auf dem Reeser Meer Süd, einem Baggersee unweit des Wahrsmannshofes. Der Katamaran mit Außenbordmotor bietet Platz für bis zu 25 Personen. Regelmäßig sticht das mit professionellen Messgeräten ausgestattet Schiff „in See“. An Bord hat es ausreichend Ferngläser, um Wasservögel wie Haubentaucher, Graugans, Schwan und Möwe zu beobachten.

Eine Tierwelt eröffnet sich dem Betrachter

Durch die drei im Boden eingelassenen Öffnungen kann die Besatzung Wasserproben nehmen und beispielsweise die Wassertemperatur, den Sauerstoffgehalt oder die Tiefe des Sees messen. Greifschaufel oder Wasserschöpfer ermöglichen es, Bodenproben zu nehmen und die darin gefundenen Kleinlebewesen, ob Libellen- oder Mückenlarven, zu untersuchen oder die verschiedenen Wasserpflanzen zu bestimmen. Federstahlpinzette, Becherlupe und Bestimmungstafeln hat das Team selbstverständlich auch an Bord.

Durch die Betrachtung und Erforschung verborgener Naturwelten wird biologische Vielfalt erlebbar. „Mit solchen Angeboten wollen wir nicht nur das Wissen über die Natur, sondern auch den wertschätzenden und nachhaltigen Umgang mit unserer Umwelt und ihren Ressourcen fördern“, erklärt Projektleiter Tuve von Bremen. Ihn sollte man kontaktieren, wenn man die „Wilde Gans“ buchen möchte. Interessenten wenden sich an Tuve von Bremen, 02851/963321 oder online unter vonbremen@wahrsmannshof.de.
Die ein- bis eineinhalbstündige Fahrt sollte frühzeitig gebucht werden. Kosten entstehen keine, eine Spende ist willkommen.

Die Sichtachse von Hochelten ins Rheintal

Berge am Niederrhein sind eher eine Seltenheit. Nicht so in Emmerich. Da misst der höchste Punkt auf der Kuppe des Eltenberges immerhin 82 Meter. Hier oben kann nicht nur die über 1000 Jahre alte St.-Vitus-Stiftskirche bewundert werden, sondern auch eine wunderbare Sicht über das Grün des Niederrheins. Dazu begeben sich die Besucher des Eltenberges am Besten hinter die Vitus-Kirche. Dort steht das aus einem 50 Tonnen schweren Granitquader geschaffene Stein Tor mit zwei seinen je 6,80 Meter hohen Flügeln.

Es lenkt die Sicht über das Rheintal – und zwar sogar bei gutem Wetter und freier Sicht bis auf den 350 Jahre alten Barockgarten in Kleve. Diese Achse bildet im Übrigen die Verlängerung der Blickbeziehung vom Stuhl der Fürstäbtissinnen durch das Steinerne Tor bis auf den Sternberg in Kleve (Skulpturenachse).

Es ist aber nicht die einzige Sichtachse. Mittels Waldarbeiten wurden weitere Sichtachsen, die auch in historischen Quellen nachgewiesen sind, wieder vor einigen Jahren instand gesetzt. Sie stammen aus den Zeiten, als die St.-Vitus-Kirche mit anderen Gebäuden auf dem Berg eine große Anlage bildete. 20 Meter sind diese breit und bieten unter anderem einem Blick vom Berg nach Emmerich. Um die Verweildauer hier zu erhöhen, wurden kürzlich Sitzbänke an den Sichtachsen aufgestellt. An insgesamt vier Stellen wird ein traumhafter Ausblick in die niederrheinische Tiefebene ermöglicht. Von Elten aus kann man auf Emmerich schauen, auf Kleve und den Rhein blicken. Herrlich!

Die beliebten Pommes bei Litjes in ‘s-Heerenberg

Wer das Schnellrestaurant Litjes in ‘s-Heerenberg aufsucht, der muss etwas Zeit mitbringen. Nicht, weil Nancy und Jurgen Egberts die beliebten Fritten nicht zügig frittieren könnten, sondern weil mitunter ein recht hoher Andrang besteht.

Seit über 35 Jahren gibt es die Pommesschmiede am Oude Doetinchemseweg und sie hat sich zu einer beliebten Adresse bei vielen Emmerichern entwickelt. Gut 40 Prozent der Kundschaft kommt mittlerweile aus Deutschland: Für Frietjes von Litjes fährt man gerne über die Grenze.

Nur hochwertige Kartoffeln werden verwendet

Deutsche Kunden, so Nancy Egberts, würden meist zu Frikandel XXL-Speciaal oder zum Berenhap greifen – eine große Frikadelle mit dicker Zwiebelscheibe, die genauso aussieht, wie sie klingt: Man sollte einen Bärenhunger haben.

90 Prozent der Kundschaft kommt regelmäßig, erzählten die beiden. Da macht es auch nichts, dass die Lage des Hauses nicht gerade 1A ist. Die Leute wissen schon, wie man zu Litjes kommt – auch wenn das Restaurant abseits des Zentrums liegt.

Wichtig sind den Betreibern hochwertige Kartoffeln. Litjes bezieht ausschließlich frische Kartoffelstangen (zehn Millimeter dick), die im Werk von Aviko bereits leicht frittiert werden. Tiefgefrorene Pommes frites kommen nicht in die Tüte.

Nierspaddeln eröffnete neue Perspektiven

Die Niers ist nicht überfüllt, es ist herrlich, flussab ein traumhaftes Stück Natur zu genießen, zu paddeln, zu rudern oder, wenn es zu langsam geht, auszusteigen und lachend sein Schlauchboot durchs bauchtiefe Wasser zu ziehen oder zu schieben.

An vier Stationen kann man Boote leihen, Paddelboot oder Kanus, allein, zu zweit, zu dritt. Oder man baut als Verein, Nachbarschaft oder Kindergruppe unter Anleitung ein Floß selber. Es gibt verschiedene Modelle, je nach Ansprüchen: zum Beine-Baumeln-Lassen für Kids, mit Platz für den Bierkasten und geschrubbte Tische für erwachsene Freunde. Start ist in Wachtendonk oder Weeze oder der entzückenden Ausflugsgaststätte Jan an de Fähr (mit Seil-Fähre) in Goch.

Anfangs ist die Niers bereits lauschig renaturiert, mäandert in malerisch schönen Schleifen, aber auch auf der geraderen Strecke am Ende bis Goch-Kessel begeistern das glasklare Wasser, die ungewohnten Ausblicke unter Brücken und auf Wohngebiete aus der Froschperspektive. Alle Boote müssen übrigens um 18 Uhr vom Wasser runter sein, sie werden zurück transportiert. Die Menschen auf Wunsch auch. Einige Anbieter fürs Nierstouren: www.freizeitexperten.de, www.freizeit-schwarz.de, www.gocher-nierstouren.de, www.niers-fahrten.de, www.kesseler-bootsverleih.de.

Kuchen-Ereignis im Herzen der Düffel

Dörfliche Idylle und ein Kuchen-Ereignis zum Niederknien: So hausgemacht-lecker – wenn die Stücke nicht noch so großzügig geschnitten wären, würde man glatt drei verschiedene probieren wollen. Abgelegen liegt der Geheimtipp Café Schmidthausen an der Düffelgaustraße 83 in Kleve-Keeken. Das Flair vergangener Jahrzehnte blieb absichtlich in manchen Ecken des traditionellen Gasthauses erhalten.

Das Café ist rollstuhlfreundlich und hat eine hübsche Außengastronomie. Komfortabel und mit Frühstück kann man in zwei Gästezimmern übernachten. Café Schmidthausen liegt direkt an der Via Romana im Herzen der Düffel, acht Kilometer durch schöne Landschaft von der Schwanenburg-Stadt Kleve entfernt und vier Kilometer zu den Niederlanden mit dem Naturschutzgebiet Millinger Ward.

Montags und dienstags Ruhetag. Übrigens: Café Schmidthausen ist nicht zu verwechseln mit Haus Schmithausen, das ist ein Rokoko-Schlösschen an der B220 in Kleve-Kellen. Es beherbergt in Räumen zum Teil mit historischer Wandbemalung Konferenzzimmer und Büros der Geschäftsstelle Euregio-Rhein-Waal (Zusammenschluss von 51 deutschen und niederländischen Gemeinden, Kommunalverbänden und Handelskammern).

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