Naturschutzzentrum

Fast 50 Brutpaare der Trauerseeschwalbe in Rees und Emmerich

Auch in diesem Jahr haben wieder zahlreiche Trauerseeschwalben in Emmerich und Rees gebrütet. Etwa 50 Paare siedelten sich an.

Auch in diesem Jahr haben wieder zahlreiche Trauerseeschwalben in Emmerich und Rees gebrütet. Etwa 50 Paare siedelten sich an.

Foto: NZ Bienen

Emmerich/Rees.  Im April kommen sie, im August ziehen sie weiter: Naturschützer zählten 2019 rund 50 Brutpaare der Trauerseeschwalbe in Rees und Emmerich.

Sie ist ein saisonaler Gast am Niederrhein: die Trauerseeschwalbe. Von weit her – aus ihren 5000 bis 10 000 Kilometer entfernten Winterquartieren an der afrikanischen Westküste – kommen die Vögel jedes Jahr im April an den Niederrhein.

Der Reeser Altrhein mit seinen üppigen Wasserpflanzen dient ihnen als Brutplatz. Seit 1997 hat das Naturschutzzentrum des Kreises Kleve in Bienen die Tiere besonders im Blick. „Sobald die ersten Tiere gesichtet werden, sind unsere Praktikanten täglich an den von uns ausgebrachten Flößen vor Ort und beobachten die Lage“, so Bettina Blöß.

120 Flöße als Nistplätze an vier Orten

Das Monitoring der Trauerseeschwalbe wurde natürlich auch 2019 wieder betrieben. Bevor die Tiere zum Brüten an den Niederrhein kommen, bringen die Mitarbeiter des Naturschutzzentrums insgesamt 120 Flöße als Nistplätze an insgesamt vier Orten auf.

„Im Jahr 2019 brüteten auf den 120 ausgebrachten Flößen 47 bis 49 Brutpaare der Trauerseeschwalbe“, so Blöß. Ein Erfolg? „Zumindest sind dies mehr als im vergangenen Jahr“, freut sich die Diplom-Biologin. Generell bewege sich die Anzahl der Brutpaare aber immer in diesem Bereich. „Mal sind es nur eben ein paar mehr, mal ein paar weniger“.

Millinger Meer als beliebter Nistort

Mit Nistflößen ausgestattet wurden auch in diesem Jahr wieder der Bienener Altrhein – und zwar am Köster (also direkt am Naturschutzzentrum selbst) und in Praest – , sowie das Millinger Meer und der Reeser Altrhein.

Dabei stellte sich durch die Beobachtungen heraus, dass vor allem die Flöße auf dem Millinger Meer beliebt waren. Die ersten Trauerseeschwalben konnten hier am 29. April beobachtet werden. Insgesamt brüteten hier etwa 30 Brutpaare, die 87 Eier legten, aus denen 65 Küken schlüpften. Von diesen wurden 51 flügge. Der Bruterfolg überstieg mit 1,70 bis 1,76 Jungvögel je Brutpaar (JV/BP) die bestandserhaltende Schwelle von 0,85 bei Weitem.

Am Reeser Altrhein brüteten sechs Paare

Am Reeser Altrhein werden erst seit 2012 Flöße ausgelegt. Sie wurden seinerzeit direkt angenommen. 2019 kamen hier ebenfalls 30 Flöße zum Einsatz. Die ersten Trauerseeschwalben wurden am 1. Mai gesichtet. Das erste Brutpaar konnten wir am 22. Mai feststellen.

Alles in allem brüteten fünf bis sechs Paare an diesem Standort. Sie legten zusammen 17 Eier aus denen 13 Küken schlüpften. Von diesen wurden elf flügge. Der Bruterfolg erreichte mit 1,83 bis 2,2 JV/BP den höchsten Wert aller Standorte.

Am Standort Praest fehlten plötzlich Jungvögel

Der Standort Praest wurde 2019 ebenfalls mit 30 Flößen besetzt. Die ersten Trauerseeschwalben in Praest wurden am 25. April gesichtet. Das erste Brutpaar konnten wir am 23. Mai feststellen. Es siedelten sich insgesamt 13 bis 15 Brutpaare an. Diese legten zusammen 40 Eier, aus denen 20 Küken schlüpften. Von diesen wurden acht flügge. Dies entspricht einem Bruterfolg von 0,53 bis 0,62 JV/BP.

Der schlechte Bruterfolg an diesem Standort ist zum einen durch einen hohen Verlust an Gelegen bzw. Eiern in der Nacht vom 4. auf dem 5. Juni zu erklären. Ursache hierfür könnte das Gewitter und die teils starken Böen gewesen sein. Zum anderen sind vom 6. auf den 7. Juli 8 Jungvögel verschwunden. Sie fielen vermutlich einem oder mehrerer Fressfeinde zum Opfer.

Köster kein guter Standort

Am Standort Köster wurden 2019 wie an den anderen Standorten 30 Flöße ausgebracht. Die ersten Trauerseeschwalben wurden bei Köster am 29. April gesichtet, es siedelten sich aber keine Brutpaare an.

2019 zählten die Biologen damit rund 49 Brutpaare, die zusammen 144 Eier legten, aus denen 98 Küken schlüpften. Von diesen wurden 70 flügge.

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