Linken-Zentrum

Caritas erklärt Probleme bei der Ausländerbehörde in Kleve

Im Linken-Zentrum in Kleve wurde über die jüngsten Probleme bei der Ausländerbehörde in Kleve diskutiert.

Foto: Thorsten Lindekamp

Im Linken-Zentrum in Kleve wurde über die jüngsten Probleme bei der Ausländerbehörde in Kleve diskutiert.

Emmerich/Rees.   Bei einer Diskussionsrunde im Linken-Zentrum Emmerich ging es auch um die Ausländerbehörde des Kreises. Reeser Verein bleibt am Thema dran.

Der Kreisverband Kleve von Die Linke hatte am Dienstagabend zu einer Diskussionsveranstaltung zum Thema „Migrantinnen und Migranten im Kreis Kleve“ ins Linke Zentrum an der Steinstraße geladen. Dazu begrüßte Dr. Sabine Jordan, Sprecherin der Linken des Kreises Kleve, zunächst die geladenen Gäste Anne Wagner und Norbert Müsch vom Verein Fremde werden Freunde aus Rees, sowie Gerrit Hermans, Fachleiter für den Bereich Integration und Migration beim Caritasverband Geldern-Kevelaer.

1685 Menschen mit Flüchtlingsstatus

Hermans ist bei der Caritas in erster Linie beratend tätig und Ansprechpartner für Zuwanderer wie Flüchtlinge, Arbeitsmigranten, aber auch Studenten. In einem rund einstündigen Vortrag erläuterte Hermans die Entwicklung im Bereich Migration-Integration bis hin zur aktuellen Situation speziell im Kreis Kleve und merkte an, dass die Anzahl der Asylsuchenden bereits stark zurückgegangen sei. Aktuell lebten 1685 Menschen mit Flüchtlingsstatus, sprich die anerkannt sind, im Kreis Kleve, was etwa zwei Prozent der Gesamtbevölkerung entspreche.

Hermans hatte den Eindruck „dass die Kommunen die Probleme in der Vergangenheit überwiegend gut gelöst haben“, und äußerte sich auch zur aktuellen Situation an der Ausländerbehörde: Dort kämen viele Faktoren zusammen. Derzeit herrsche ein erhöhtes Aufkommen an Ausländern, die ihren Aufenthaltstitel bekommen, die Studenten der Hochschule kommen hinzu und nicht zuletzt die Grenzregion. Dies alles habe Auswirkung auf das Arbeitsaufkommen.

Verein will weiter nachbohren

Zudem habe man in der Behörde bereits das Personal erhöht, weitere Bewerber fehlen aber derzeit. „Nach meiner Erfahrung sind die Mitarbeiter der Behörde aber stets sachlich und bemüht“, so Hermans . Doch manche Verfahren seien nicht zu beschleunigen und von heute auf morgen sei keine Verbesserung zu erwarten. Jedoch wäre eine frühzeitige Transparenz durch die Verantwortlichen wünschenswert gewesen. Probleme hätten im Vorfeld erkannt werden müssen.

Von Seiten der Linken wünscht man sich, „dass konkrete Schritte unternommen werden, damit die augenblickliche Situation sich verbessert.“ Es sei auch wichtig sich zu vergegenwärtigen, dass „die Menschen aufgrund der gesetzlichen Anforderungen gezwungen sind die Ausländerbehörde aufzusuchen – sie haben keine andere Wahl“, äußerte sich die Sprecherin der Linken.

„Integration muss von beiden Seiten kommen!“

Laut Anne Wagner sei es für den Verein aus Rees ein Anliegen „weiterhin den Finger in die Wunde zu legen. Die unerträglichen Zustände sind viel zu lange ausgesessen worden.“ Von Seiten des Vereins wünsche man sich, dass die Verantwortlichen überprüfen, wie es in anderen Kreisen gehandhabt wird, in denen es funktioniert. Eine Möglichkeit sei hier beispielsweise die temporäre Einrichtung von Zweigstellen der Ausländerbehörde. Bei seiner Arbeit hat es der Verein oft mit den verschiedensten Einzelschicksalen zu tun: „Die Bevölkerung muss sich bewusst sein, dass weiterhin viele Migranten hier sind und auch bleiben. Wir sollten auch weiterhin die helfende Hand ausstrecken“, so Wagner, betont aber dabei: „Integration muss von beiden Seiten kommen!“

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