Stickstoffdioxid

Zwei neue Stationen gegen dicke Luft in Duisburg

So klein und unauffällig wie ein Vogelhäuschen: Die neuen Passivsammler des Lanuv für die Messung von NO2 in Stadtmitte und in Meiderich.

Foto: Dietmar Wäsche

So klein und unauffällig wie ein Vogelhäuschen: Die neuen Passivsammler des Lanuv für die Messung von NO2 in Stadtmitte und in Meiderich. Foto: Dietmar Wäsche

Die Stadt hat in der Stadtmitte und in Meiderich zwei neue Mess-Stationen in Betrieb genommen, die schädliches Stickstoffdioxid messen.

Wie stark stickstoffbelastet ist eigentlich die Duisburger Luft durch den Hauptverursacher motorisierter Straßenverkehr? Um dies künftig standortschärfer als bisher beschreiben zu können, hat das Landesamt für Natur, Umwelt und Verbraucherschutz NRW (Lanuv) auf Bitten der Stadt in der City (Friedrich-Wilhelm-Straße 25) und in Meiderich (Bahnhofstraße 90) zwei sogenannte Passivsammler in Betrieb genommen, an denen jetzt zusätzlich zu vier Tagesmesspunkten einmal im Monat schädliches Stickstoffdioxid gemessen wird.

Um Haaresbreite - genau um ein Mikrogramm - hat die Stadt Duisburg im vergangenen Jahr 2016 nach Berechnung des Umweltbundesamtes (UBA) den sogenannten „Jahresmittelwert“ von NO2 unterschritten: 39 Mikrogramm NO2 pro Kubikmeter Luft, statt des Grenzwertes von 40 im Jahresmittel am Messpunkt Kardinal-Galen-Straße.

Der VW-Skandal lässt grüßen

Anders als Stuttgart oder München, wo der verbindliche EU-Grenzwert mit Jahresmittelwerten von 70 und 80 Mikrogramm krass überschritten wird, liegt Duisburg trotz Belastung durch Industrie und Autoverkehr immer noch unterhalb der Grenzwerte.

Die vier Stationen zur kontinuierlichen Luftqualitätsmessung in Duisburg (Kardinal-Galen-Straße in der Stadtmitte, Sonnenstraße in Walsum, Kaiser-Wilhelm-Straße in Bruckhauen und Böhmerstraße in Buchholz) zählen mit ihren Jahresmittelwerten noch nicht zu den 57 Prozent jener Ausreißer-Stationen in Deutschland, an stark befahrenen Straßen, an denen die Stickstoffdioxid-Werte zum Teil weit über dem erlaubten Grenzwert von 40 Mikrogramm pro Kubikmeter Luft lagen.

Und dennoch ist auch Thomas Griebe, Abteilungsleiter beim städtischen Amt für Umwelt und Grün, mit der aktuellen Belastung durch schädliches NO2, trotz bereits spürbarer Effekte der Umweltzone in Sachen „Feinstaub“ alles andere als zufrieden: Trotz Umweltzone sei auch 2016 in den deutschen Städten nach Mitteilung des UBA die Luftbelastung trotz bzw. gerade wegen moderner Diesel-Pkw noch deutlich zu hoch gewesen.

Selbst Dieselautos der neuesten EU-Abgasnorm, so Griebe, seien schmutziger als Lastwagen oder Busse: Laut einer Studie stoßen sie doppelt so viele Stickoxide aus wie Nutzfahrzeuge. Hier lässt der VW-Abgas-Skandal herzlich grüßen.

Das bedeutet auch für eine Stadt, die wie Duisburg um Haaresbreite unter dem NO2-Grenzwert liegt, schon einmal an Gegenmaßnahme zu denken – wie an ein Fahrverbot (an Hotspots) für Besitzer von Diesel-Autos. Eine Idee der Bundesumweltministerin, für die im Augenblick aber noch jede rechtliche Grundlage fehlt.

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