Zwei Brüder entfalten ihre Fantasiewelten in Zeichnungen

Die Zeichnungen von Michael Golz sind bis Ende September in der Collection de l’Art Brut in Lausanne und ab 24. August in der Galerie Art Cru in Berlin zu sehen. Nach Duisburg mochte der Mülheimer sich gestern aber wegen der Gewittergefahr nicht auf den Weg machen. Dafür war sein Bruder Wulf mit Banjo ins Atelierhaus Goldstraße gekommen, um seine und die Zeichnungen seines Bruders zu erklären. „Art brut“ („rohe Kunst“) oder „Outsider-Kunst“ bedeutet, dass Werke von Kindern oder Menschen mit psychischen oder geistigen Erkrankungen stammen, die keine Ausbildung genossen haben.

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Die Zeichnungen von Michael Golz sind bis Ende September in der Collection de l’Art Brut in Lausanne und ab 24. August in der Galerie Art Cru in Berlin zu sehen. Nach Duisburg mochte der Mülheimer sich gestern aber wegen der Gewittergefahr nicht auf den Weg machen. Dafür war sein Bruder Wulf mit Banjo ins Atelierhaus Goldstraße gekommen, um seine und die Zeichnungen seines Bruders zu erklären. „Art brut“ („rohe Kunst“) oder „Outsider-Kunst“ bedeutet, dass Werke von Kindern oder Menschen mit psychischen oder geistigen Erkrankungen stammen, die keine Ausbildung genossen haben.

Das Platzhirsch-Festival ist bei seiner Suche nach dem Ungewöhnlichen auf die Brüder Michael und Wolf Golz (Jahrgang ‘57 und ‘60) gestoßen. „Wir haben sie ausgewählt, weil sie als hervorragende Zeichner hier zu wenig wahrgenommen werden“, sagt Josef Tobias vom Platzhirsch-Team über die Ausstellung, die am Freitag, 18. August, um 19.30 Uhr an der Goldstraße 15 eröffnet wird. Als Prolog zum Festival, das vom 1. bis 3. September läuft, und in dessen Programmfülle die bildende Kunst unterzugehen droht.

Gemeinsam ist den Brüdern, dass sie auf einfachem Papier mit Bunt-, Wachsmal- und Filzstiften arbeiten, wobei Wulf Golz auch gern den Tuschestift benutzt. Seine Werke sind nicht so farbintensiv wie die seines Bruders. Beide zeichnen schon seit ihrer Kindheit, die Reaktion auf Alltagseindrücke ist bei ihnen offenbar anderes verschaltet als bei anderen erwachsenen Menschen. Denn bei beiden wachsen aus den Wurzeln der Wirklichkeit zugleich kindlich anmutende als auch komplexe Fantasiewelten. Diese eigenen Welten sind angelegt wie geografische Karten oder zeigen detailreiche Stadtansichten, verblüffen mit Ding- und Tierwesen voll skurrilen Humors. „Da kommt kein Tourist hin“, sagt Wulf Golz über die Zeichnungen seines Bruders aus dem Land Atos, das er in Hunderten von Zeichnungen ausmalt. Darin tummeln sich erfundene Lebewesen wie Ifichen, Brucktiere oder Ziehdinger.

Wulf Golz zeichnet eine Stadtansicht von Mülheim, in der eine Achterbahn durch die Häuser fährt oder einen Klaviertasten-Platz. Die fette Geige „hat zu viel Notenstaub inhaliert“. Und zu jedem Bild kennt er lange Geschichten. Wulf Golz, dem man seine Mittelalter-Begeisterung schon an der Kleidung ansieht, arbeitet auch an einem großen fantastischen Roman.

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