Jazzkonzert

„Zoom“ bringt eigenwillige Klangfarben nach Duisburg

Stephan Mattner hier bei einem Konzert 2013 im Consol Theater in Gelsenkirchen.

Stephan Mattner hier bei einem Konzert 2013 im Consol Theater in Gelsenkirchen.

Foto: Christoph Giese

Duisburg.  Das Quartett um Saxofonist Stephan Mattner war beim Säulen-Jazz-Konzert zu erleben. Und erweist sich als anarchische Keller-Club-Band.

Die Kamera-Technik des Näherkommens und Entfernens ist weithin als „Zoom“ bekannt. Das Jazz-Quartett um den aus Dortmund stammenden 44-jährigen Saxofonisten Stephan Mattner hat sich ebenfalls diesen Namen gegeben, ist aber auch als Großprojekt unterwegs. Jetzt ist die Band „Zoom“ wieder zurück in der kleinen Form, mit der sie in Eckard Presslers Säulen-Jazz-Reihe zu Gast war, um kraftvolle und komplexe Klangfarben mit inspiriertem Modern-Jazz und melodischen Grundmustern zu verschmelzen.

Eine Reise durch eine junge deutsche Jazz-Szene ohne musikalische Grenzen

Neben Stephan Mattner gehören Gitarrist Philipp van Endert, Bassist Sebastian Räther und Schlagzeuger Jo Beyer zum kleinen Zoom-Ensemble, das zur Eröffnung der Herbst-Saison im intimen Säulen-Jazz-Club sowohl solistisch als auch im ideenreichen Kollektiv seine Zuhörer auf eine Reise durch eine junge deutsche Jazz-Szene mitnahm, deren Musik aber keine Grenzen kennt.

Das spieltechnisch sich auf hohem Niveau bewegende Quartett eröffnete den Abend mit einer Eigenkomposition, die stilistisch an John Scofield erinnerte, von dem Gitarrist Philipp van Endert mehr als nur eine CD im Plattenschrank haben dürfte. Stephan Mattner, der Haupt-Komponist der Band und ein echter Ruhrgebietsmusiker mit trockenem Moderations-Humor, klang dann wieder ein wenig wie Tenorsaxofon-Veteran Joe Lovano, der im wirklichen Leben immer schon gerne mit seinem Freund John Scofield musizierte. Mit gutem Timing lieferte das exzellente Rhythmus-Duo Jo Beyer und Sebastian Räther dazu das richtige Tempo.

„City Walk“ und zurück in die 70er und 80er Jahre

Es folgte „City Walk“ und dank Gitarrist van Endert eine musikalische Reise in die 70er und frühen 80er Jahre, als der Jazz-Rock noch hoch im Kurs stand. Mit groovigem und erdigem Sound präsentierte sich dieses ungewöhnliche und musikalisch eigenwillige Quartett als anarchische Keller-Club-Band fernab blutleerer High-Tech-Akustik-Aufnahmen. Viel Beifall für eine originelle Band und für vier ganz starke Jazzmusiker.

Im nächsten Säulen-Jazzkonzert ist am Mittwoch, 30. Oktober, die neue Band „Basso“ mit unter anderem Daniel Basso als Sänger und Keyboarder sowie sein Bruder Gereon Basso an den Drums zu Gast. Mirko van Stiphaut spielt Gitarre und Peter Deinum Bass und fesselndes Konzert.

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