Kommentar

Zoo und Zebras – Duisburgs wichtige Aushängeschilder

Zoo und Zebras, ein Kommentar von WAZ-Redakteur Oliver Schmeer

Zoo und Zebras, ein Kommentar von WAZ-Redakteur Oliver Schmeer

Foto: WAZ Grafik

Duisburg.   Der MSV Duisburg und der Tierpark: Beide prägen Duisburgs Identität. Doch beide Aushängeschilder eint ein dünnes finanzielles Polster.

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Welches sind die beiden Aushängeschilder Duisburgs? Klar: Zebras und Zoo, MSV und Tierpark. Was sie eint: Sie sind Teil Duisburger Identität, sie leiden beide aber auch an chronischer Finanznot. Heimspiel für Heimspiel pilgern die Fans ins Stadion, jubeln und leiden mit ihrem Verein. Hunderttausende besuchen den Tierpark Jahr für Jahr. Noch etwas mehr Mitglieder als der MSV hat der Zoo-Förderverein: über 9000. Zahlen, die die Bedeutung beider Zebraherden untermauern.

Zweieinhalb Stunden belegten die WAZ-Leserbeiräte in dieser Woche MSV-Präsident Ingo Wald mit Fragen und bekamen fundierte Antworten. Und der Präsident viel Lob dafür. Nicht nur dafür zu Recht. Unter Wald wird der MSV solide, unaufgeregt und kompetent geführt. Auch deshalb sind Stadt, Verein und Fans nach dem Desaster des Lizenzentzugs, den emotionalen Streifen-Zeigen-Aktionen danach und dem Wiederaufstieg zusammengerückt. Und dann noch jetzt der prächtige Platz 7.

Städtetag im Dortmunder Fußballmuseum

Solide und bodenständig: Dafür stehen auch Bernard Dietz, Michael Bella und Joachim Hopp. 100 WAZ-Leser und meist eingefleischte MSV-Fans, begegneten ihnen beim Städtetag im Dortmunder Fußballmuseum am Mittwoch. Auch dort wurde der Abend lang, weil es so viel zu reden gab. Spürbar dabei auch die Nähe, die Verbundenheit, die Authentizität – bei Dietz & Co, aber auch bei den Duisburgern.

Noch steht der MSV finanziell auf tönernen Füßen. Aber es geht aufwärts, vielleicht auch sportlich in ein paar Jahren. In der 1. Liga spielt dagegen schon der Zoo. Wenn auch nicht überraschend, aber im Stil doch Knall auf Fall und von Stadtseite eher kühl wurde jetzt der Abschied von Zoo-Direktor Achim Winkler verkündet. So richtig es für beide Seiten ist, dass der langjährige Tierpark-Leiter geht: Winkler hat mehr als einen gesichtswahrenden Abschied verdient, nämlich einen würdigen, auch wenn er kein einfacher Typ ist: „Einfach kann jeder“, meinte er polternd-kernig bei seinem Abgang im Koalahaus.

Der Zoo und die chronische Unterfinanzierung

Zugleich der Blick nach vorne: Künftig integriert in den Stadtkonzern DVV soll und muss der Zoo aus seiner chronischen Unterfinanzierung raus. Finanzen, Personal, Marketing & Management, Bauplanung, Sponsoring, all dies muss professionalisiert werden. Winkler selbst bescheinigte dem Zoo eine „rosige und spannende Zukunft“, an der er freilich nicht mehr mitmachen will. Wie beim MSV gilt aber: Entscheidend ist auf’m Platz.

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