Zooführungen

Zoo Duisburg: Nachts ist die Kulisse der Star

Licht aus! Die Flamingos im Duisburger Zoo finden die vielen Taschenlampen bei den Nachtsafaris nicht so prickelnd.

Licht aus! Die Flamingos im Duisburger Zoo finden die vielen Taschenlampen bei den Nachtsafaris nicht so prickelnd.

Foto: Michael Dahlke / FUNKE Foto Services

Duisburg.  Den Duisburger Zoo können Besucher auch nachts besichtigen. Dabei sehen sie Tiere, die tagsüber unsichtbar sind. Einige will man gar nicht sehen.

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Normalerweise geht es im Duisburger Zoo ziemlich laut zu. Die Tiere machen Rabatz, Geburtstage feiernde Kinderscharen ziehen lärmend durch den Tierpark. Bei Nacht aber liegt der Zoo mit seinen Bewohner ganz still und friedlich da, wenn man sich das beständige Rauschen der A 3 wegdenkt. Diese besondere Atmosphäre können Besucher an jedem zweiten Freitag erleben, ohne in den Zoo einzubrechen: Die „Nachtsafari für Erwachsene“ führt vorbei an schläfrigen Koalas, lichtscheuen Flamingos und Bewohnern des Rio Negro-Tropenhauses, die tagsüber unsichtbar sind – zum Glück.

Duisburger Zoo: Giraffen können sprechen – wir hören sie bloß nicht

Sarah Schroeder ist eine der Zoobegleiterinnen, die die Gäste außerhalb der Öffnungszeiten durch den Zoo führen. „Im Moment haben wir öfter Firmen, die ihre Weihnachtsfeiern mit einer Nachtsafari beginnen“, erklärt Schroeder, als es gerade ins Giraffenhaus geht.

Giraffenbulle Kiringo beäugt die Besuchergruppe etwas kritisch, seine zwei Frauen tapsen aber neugierig auf die kleinen Zweibeiner zu, die da gerade im Holzverschlag stehen.

„Die Giraffen dösen oft mehrere Stunden, dann aber im Stehen“, weiß Sarah Schroeder. Die Tiefschlafphase dauert hingegen nur wenige Minuten, nur dann liegt die Giraffe, und ihr Kopf fällt auf ihren Körper zurück.

„Was für uns im Bett entspannend ist, ist für die Tiere richtig anstrengend“, so Schroeder, „die sind entspannt wenn sie stehen.“ Bulle Kiringo hat offensichtlich etwas mitzuteilen, seine Lippen flattern. „Er spricht mit uns“, erklärt die Zoobegleiterin, „aber im Infraschallbereich. Das können Menschen nicht hören.“

Im Tropenhaus steppt nachts der Flussdelfin

Von den Giraffen geht es ins Tropenhaus, Flussdelfin „Baby“ dreht friedlich seine Runden. Mit stolzen 46 Jahren hat das Tier die Lebenserwartung in freier Wildbahn weit übertroffen, „Flussdelfine haben vor allem mit schleichenden Quecksilbervergiftungen zu kämpfen“, weiß die Expertin.

„Wenn Baby tot ist“, ergänzt ein Kollege, „ wird es für die Art schwer.“

Zwei echte Highlights bekommen die Besucher dann in den Baumwipfeln des künstlichen Urwalds zu sehen. Zuerst gibt sich eins der zwei Faultiere die Ehre, dann huscht ein Zwergameisenbär über der Gruppe durch die Äste. „Die können sie tagsüber nicht sehen, die schlafen hoch oben in den Bäumen“, freut sich Sarah Schroeder über die Sichtung.

Weniger erfreulich ist die Sichtung anderer Tiere: Auf dem Boden des Tropenhauses wimmelt es gehörig, unangenehm große Kakerlaken huschen durch die Dunkelheit. Die sind Tagsüber natürlich auch da – haben dann aber wenigstens den Anstand, sich nicht blicken zu lassen.

Duisburger Fossas haben keine Lust auf Besucher

Die Fossas, eine Raubtierart aus Madagaskar, lassen sich derweil auch nicht blicken, in diesem Fall aber zum Unmut der Besucher. „Die sind wahrscheinlich in ihrem Bau“, vermutet Schroeder.

Dafür können die Gäste zwei Koalas bei ihren zwei Lieblingsbeschäftigungen beobachten: Fressen und Schlafen, in den Federn liegen die Beuteltiere bis zu 20 Stunden am Tag.

Nach einem Gläschen Sekt zur Stärkung wandert die Gruppe weiter durch den Zoo. Die leeren Wege, die Gehege in der Dunkelheit – all das ist beinahe beeindruckender als die schläfrigen Tiere.

Apropos schläfrig: Die Flamingos nahe am Zooausgang haben auch etwas gegen die Störung ihrer Nachtruhe. Huscht aus Versehen der Strahl einer Taschenlampe über ihr pinkes Gefieder, zucken die Vögel ruckartig zusammen und schlagen mit den Flügeln.

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