Zootiere

Zoo Duisburg freut sich über Bärenstummelaffen-Nachwuchs

Die gefährdeten Bärenstummelaffen im Zoo Duisburg haben Nachwuchs.

Die gefährdeten Bärenstummelaffen im Zoo Duisburg haben Nachwuchs.

Foto: Zoo Duisburg

Duisburg.  Bärenstummelaffen sind vom Aussterben bedroht. In keinem Zoo leben mehr von ihnen als in Duisburg. Nun freut sich der Zoo über zwei Jungtiere.

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Der Zoo Duisburg meldet einen „großen Erfolg“: Die Bärenstummelaffen haben Nachwuchs. Gleich zwei Jungtiere der seltenen und gefährdeten Art wachsen derzeit im Affenhaus am Kaiserberg auf.

Munter turnen die beiden Äffchen zurzeit durch ihr Gehege und halten den Rest der Affenbande auf Trab. „Bei der Geburt sind die Jungtiere immer weiß gefärbt und haben schwarze Augenringe“, erläutert Revierleiter Alexander Nolte. „Fast wie kleine Totenköpfe sehen sie dann aus.“

„Tantenverhalten“: Wie Bärenstummelaffen ihre Jungen schützen

Ihr auffälliges, weißes Fell tragen die Jungtiere etwa drei Monate. Danach färben sie sich langsam um und werden schwarz wie ihre Eltern. Das auffällige Jungtierfell habe eine wichtige Funktion: Bei Gefahr sammeln die Familienmitglieder den weißen Nachwuchs ein und bringen ihn in Sicherheit – ob es das eigene Junge ist oder nicht. „Wir nennen so etwas ‚Tantenverhalten‘“, erläutert Nolte.

Mit seinen nun 13 Exemplaren beherbergt der Zoo den weltweit größten Bestand in Zoologischen Gärten und koordiniert das Europäische Erhaltungszuchtprogramm (EEP) für die gefährdete Affenart. Seit 1967 hält der Zoo Bärenstummelaffen und machte sich in der Zoowelt mit der Zucht einen Namen.

EEP: Zoo Duisburg soll Affen vor dem Aussterben bewahren

Über 40 Jungtiere wurden im Duisburger Affenhaus geboren und konnten über das EEP vermittelt werden. „Das EEP ist eine Art Singlebörse für bedrohte Tierarten“, sagt Kurator Volker Grün. Seit elf Jahren koordiniert der Biologe die Zucht der Bärenstummelaffen von Duisburg aus: „Meine Aufgabe als Zuchtbuchführer liegt darin, passende Zuchtgruppen zusammenzustellen und eine zukunftsfähige Population in Menschenhand aufzubauen.“

Besonders die Ernährung der rein vegetarisch lebenden Tiere stellt die Tierpfleger vor große Herausforderungen. Sie „fressen gut 90 Prozent Blätter und nur etwa zehn Prozent Gemüse“, erklärt Revierleiter Nolte. „Im Sommer frieren wir große Mengen Laub ein, damit wir die Tiere auch im Winter adäquat ernähren können.“ Wie bei den Koalas braucht auch die Verdauung bei den Stummelaffen viel Energie. „Daher dösen und schlafen die Tiere viel“, so Nolte.

Abholzung der Regenwälder gefährdet Affen

Bärenstummelaffen sind in tropischen Regenwäldern in Westafrika in einem kleinen Verbreitungsgebiet beheimatet. Wegen der zunehmenden Nutzung und Abholzung der Wälder stuft die Internationale Union zur Bewahrung der Natur (IUCN) die Art als „gefährdet“ ein. Volker Grün: „Es ist zu befürchten, dass die Bärenstummelaffen in absehbarer Zeit leider zu den am stärksten bedrohten Affenarten im westlichen Afrika zählen.“

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