Kindertheater

Zauberer von Oz im Duisburger Theater: Ein Erlebnis

Wo bin ich denn hier gelandet: Dorothy (Edda Lina Janz, l.) wird von der guten Hexe des Nordens (Anne Noack, m.) und einem Munchkin auf eine Reise durch das Land Oz geschickt.

Wo bin ich denn hier gelandet: Dorothy (Edda Lina Janz, l.) wird von der guten Hexe des Nordens (Anne Noack, m.) und einem Munchkin auf eine Reise durch das Land Oz geschickt.

Foto: Lars Fröhlich / FUNKE Foto Services

Duisburg.  Das westfälische Landestheater spielt die zeitlose Geschichte im Duisburger Stadttheater. Wieso das Kindertheater auch Erwachsenen unterhält.

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Eine Geschichte, so alt wie die Zeit. Na gut, nicht ganz, aber mit seiner Erstveröffentlichung im Jahr 1900 hat „Der Zauberer von Oz“ trotzdem ein paar Dekaden auf dem Buckel. Die zeitlose Geschichte von L. Frank Baum hat mit „Wicked“ sogar ein Musical-Prequel bekommen – und am Dienstag im Duisburger Stadttheater eine hervorragende Version für Kinder. Ein Gastspiel des Westfälischen Landestheaters in Castrop-Rauxel entführte die jungen Gäste ins zauberhafte Oz mit seinen ängstlichen Löwen, herzlosen Blechmännern und gar nicht so bösen Hexen. Dabei stellte sich auch heraus, dass die Produktion auch die Erwachsenen im Theater bei Laune hielt, vor allem mit ihrem unterschwelligen Witz.

„Oz“ Gastspiel im Duisburger Stadttheater setzt auf Moral und Witz

Ein kurzer Abriss der Geschichte: Das Mädchen Dorothy wird von einem Wirbelsturm aus ihrer Heimat Kansas in das Land Oz getragen. Dabei plättet ihr Haus versehentlich die böse Hexe des Ostens. Die Bewohner von Oz feiern Dorothy als Heldin und schicken sie, samt neuer magischer Schuhe, zum großen Zauberer in die Smaragdstadt, der sie wieder nach Hause bringen soll. Unterwegs gabelt sie eine Vogelscheuche ohne Verstand, einen Blechmann ohne Herz und einen feigen Löwen auf, die darauf hoffen, dass der große Zauberer diese Mängel verschwinden lassen kann.

Dass es am Ende überhaupt keinen Zauberer gibt, ist dann gar nicht so tragisch. Denn die, vermeintlich, böse Hexe des Westens hat den vier Freunden mit einer List gezeigt, dass sie Verstand, Herz und Mut die ganze Zeit besessen haben, nur der Glaube an sie selbst hat gefehlt.

Schon kurz nach Dorothys Ankunft in Oz wird klar: Die Produktion des Westfälischen Landestheaters setzt auf subtilen Wortwitz, der auch die Erwachsenen im Publikum kurzweilig unterhält. Kinder von Traurigkeit sind die beiden „Munchkins“ in ihren Mülltonnen zwar nicht, mit viel Körpercomedy bringen sie aber die Kinder zum Lachen, und mit vertraktem Wortwitz und musikalischen Einschüben die Erwachsenen.

Innovatives Bühnenbild und ironischer Sprachwitz

Die vielen Schauplatzwechsel löst die Produktion im Stadttheater sehr gewitzt. Die einzige Kulisse der Vorstellung steht auf Rollen, auf jeder der vier Seiten ist ein anderer Schauplatz aufgemalt, zum Beispiel die Hütte der bösen Hexe oder der Smaragdpalast. Die Schauspieler füllen diese Kulissen mit Leben, vor allem Julius Schleheck als Vogelscheuche begeistert mit staubtrocken-ironischen Einwürfen. Auch Felix Zimmermann als Löwe im Zuhälter-Outfit sorgt bei den kleinen Gästen für große Lacher.

Spätestens seit der Verfilmung mit Judy Garland gehört auch die Musik fest zum Zauberer von Oz. Die Lieder über „Stroh im Kopf“ und eine umgedichtete Version von „Weil ich ein Mädchen bin“ lockern die Dialogpassagen auf – nicht zuletzt, weil die Schauspieler allesamt amtliche Musicalsänger sind.

„Oz“ im Duisburger Stadttheater ist ein Erlebnis

All die feinen Nuancen, die cleveren Produktionstricks und die Situationskomik gilt es am besten selbst zu erleben. Eltern und Großeltern, die ihre Kinder ins Theater begleiten müssen sich keine Sorgen machen. Wer auch nur ein bisschen übrig hat für die Bretter, die die Welt bedeuten, wird ganz hervorragend unterhalten – egal, wie alt er ist.

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