Schuldner-Übersicht

Übersicht: Wo die meisten überschuldeten Duisburger leben

Ein Luftbild mit Ruhrort im Blick: Der Stadtteil gilt laut Schuldneratlas als der stärkste Schuldnerbrennpunkt im Duisburger Stadtgebiet und auch im Ruhrgebiet.

Ein Luftbild mit Ruhrort im Blick: Der Stadtteil gilt laut Schuldneratlas als der stärkste Schuldnerbrennpunkt im Duisburger Stadtgebiet und auch im Ruhrgebiet.

Foto: Hans Blossey / www.blossey.eu

Duisburg.  Im Großstadtvergleich ist die Schuldnerquote in Duisburg am höchsten. In diesen Stadtteilen ist die Zahl der Überschuldeten besonders hoch.

72.466 Menschen in Duisburg gelten als überschuldet. Das geht aus dem aktuellen Schuldneratlas Ruhrgebiet hervor, den die Wirtschaftsauskunftei Creditreform veröffentlicht hat. Als stärkster Schuldnerbrennpunkt der Stadt gelten die Stadtteile Beeck, Laar und Ruhrort – sie sind gleichzeitig Spitzenreiter im gesamten Ruhrgebiet.

Die Schuldnerquote in Duisburg liegt bei 17,53 Prozent. Das bedeutet im Vergleich zum Vorjahr (72.421 Menschen) einen minimalen Zuwachs um 0,01 Prozent. All diesen Menschen gelingt es dauerhaft nicht, mit den monatlichen Einnahmen die monatlichen Ausgaben zu decken.

Schuldner in Duisburg: Keine Großstadt hat mehr überschuldete Bürger

Revierweit ist der Anteil der Überschuldeten an der Gesamtbevölkerung nur in Herne (18,21 Prozent) und Gelsenkirchen (18,05 Prozent) höher als in Duisburg. Ein Vergleich der deutschen Großstädte mit mehr als 400.000 Einwohnern zeigt: In Duisburg leben die meisten überschuldeten Menschen, vor Essen (14,17 Prozent) und Dortmund (14,04 Prozent).

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Die Stadtteile Beeck, Laar und Ruhrort gelten laut der Studie als stärkster Schuldnerbrennpunkt des gesamten Ruhrgebiets. 28,19 Prozent der Bürger in diesen drei Stadtteilen sind laut der Wirtschaftsauskunftei verschuldet. Unter den 20 schuldnerreichsten Postleitzahl-Bezirken des Ruhrgebiets befinden sich insgesamt sieben Duisburger.

Die laut Studie stärksten Schuldnerbrennpunkte in Duisburg:

• Postleitzahl 47119: Beeck, Laar, Ruhrort (28,19 Prozent der Bürger sind überschuldet)

• Postleitzahl 47139: Beeck, Beeckerwerth, Untermeiderich (27,52 Prozent)

• Postleitzahl 47053: Altstadt, Dellviertel, Hochfeld, Wanheimerort (27,45 Prozent)

• Postleitzahl 47137: Mittelmeiderich, Obermeiderich, Untermeiderich (25,74 Prozent)

• Postleitzahl 47169: Aldenrade, Fahrn, Marxloh, Röttgersbach, Wehofen (24,10 Prozent)

• Postleitzahl 47166: Alt-Hamborn, Beeck, Bruckhausen, Marxloh, Neumühl, Obermarxloh (23,85 Prozent)

• Postleitzahl 47229: Bergheim, Friemersheim, Rheinhausen-Mitte (21,39 Prozent)

Zu den 20 schuldenärmsten Bereichen des Ruhrgebiets gehören ebenfalls drei Duisburger Bezirke: In Baerl und Hochheide (PLZ 47199) beträgt der Anteil der Schuldner an der Gesamtbevölkerung nur 6,34 Prozent. In den Stadtteilen Großenbaum und Rahm (PLZ 47269) beträgt die Quote 6,86 Prozent. Auch Rumeln-Kaldenhausen (PLZ 47239) zählt mit einer Quote von 7,44 Prozent zu den schuldenärmsten Regionen im Ruhrgebiet.

Wann gilt eine Person als überschuldet?

Als überschuldet gilt eine Person, deren Einkommen nicht mehr ausreicht, in absehbarer Zeit Rechnungen oder Kredite zu begleichen oder zu bedienen.

Creditreform wertet für die Schuldnerübersicht mehrere Quellen aus. So fließen etwa Privatinsolvenzen, gerichtlich angeordnete Vermögensauskünfte und Inkassoverfahren von Versandhäusern in die Studie mit ein.

Menschen geraten aus unterschiedlichen Gründen in die Schuldenfalle, so Creditreform. Die Hauptauslöser für Überschuldungsprozesse , die seit 2008 kontinuierlich vom Statistischen Bundesamt erhoben werden, zeigen, dass in erster Linie „ökonomische“ Auslöser wie Arbeitslosigkeit (19,9 Prozent) und gescheiterte Selbstständigkeit (8,4 Prozent) als Ursache gelten. Auch Trennung und Scheidung (12,5 Prozent) sollen ein Auslöser sein.

An Bedeutung gewonnen haben in den vergangenen Jahren die Ursachen „Erkrankung, Sucht, Unfall“ (17,1 Prozent) und „unwirtschaftliche Haushaltsführung“ (15,9 Prozent), so das Auskunftsunternehmen. Zu den sechs Hauptauslösern für Verschuldung gilt auch ein „längerfristiges Niedrigeinkommen“ (9,3 Prozent).

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