Online-Lexikon

Willkommen in der Welt von Wikipedia

Das ist die für Nutzer typische Startseite von Wikipedia. Gereon Kalkuhl kennt auch die Rückseite der Online-Enzyklopädie.

Das ist die für Nutzer typische Startseite von Wikipedia. Gereon Kalkuhl kennt auch die Rückseite der Online-Enzyklopädie.

Foto: dpa Picture-Alliance / Schoening

Duisburg.   Gereon Kalkuhl, Autor bei Wikipedia, hat über 1500 Artikel bei der Online-Enzyklopädie verfasst. Er weiß, wieso der Brockhaus mehr Fehler hat.

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Wikipedia ist das umfangreichste Lexikon der Welt – so steht es bei Wikipedia. Für Gereon Kalkuhl, Wikipedianer seit 2007, ist es nicht weniger als „alles Wissen dieser Welt, das weltweit zur Verfügung steht.“ „Wikipedianer“, so der 49-Jährige, „ist praktisch jeder. Denn jeder kann an der Wikipedia teilhaben.“

Teilhaben können fortan auch interessierte Besucher, die sich mit erfahrenen Autoren und Administratoren der Online-Enzyklopädie auseinandersetzen möchten: Jeden dritten Samstag im Monat bieten Kalkuhl und Kollegen in der Stadtbibliothek Sprechstunden an.

Es gibt nämlich mehr als genug Gesprächsstoff: Die englischsprachige Wikipedia hat mehr als 5,5 Millionen Artikel. Es war die erste Sprachversion Wikipedias. „In der deutschsprachigen Version, die im März 2001 entstand, sind es mehr als zwei Millionen Artikel“, sagt der in Ennepetal wohnende Kalkuhl.

Er selber hat in etwas mehr als zehn Jahren genau 1504 Artikel selber verfasst. „Die meisten Werke befassen sich mit Biografien von Schachspielern, Bürgermeistern und Insekten“, zählt der Dolmetscher auf. Für einen Artikel benötigt er etwa 30 Stunden: „Am zeitintensivsten ist die Recherche. Ich wälze sämtliche Publikationen zu dem Thema, suche verschiedene Quellen und wenn alles abgeglichen ist, fange ich an zu schreiben. Natürlich geht nichts ohne Quellenangaben, die sich mit im Wiki-Artikel befinden.“

Die Fehlinformationen bei Karl-Theodor zu Guttenberg

Da jeder der Wikipedia etwas hinzufügen kann, indem er einfach etwas dazuschreibt, sind bisweilen Fehlinformationen online zu lesen. Bestes Beispiel: Die Vornamen von Karl-Theodor zu Guttenberg, ehemaliger Wirtschafts- und Verteidigungsminister. Zu seinen zehn Vornamen mischte sich ein Wilhelm bei Wikipedia dazu – etliche Medien fielen darauf herein. „Wikipedia ist bestimmt keine seriöse Primärquelle, die man ohne nachzuprüfen übernehmen kann“, meint er dazu, „aber Wikipedia hat weniger Fehler als der Brockhaus.“ Wie kann das sein? Schwarmintelligenz.

Über 120 000 Artikel bearbeitet

„Bei einer klassischen Enzyklopädie schreibt ein Wissenschaftler einen Eintrag. Dieser wird von einem Lektor überprüft. Bei der Wikipedia sehen 10 000 Leser einen Artikel. 1000 fällt ein Fehler auf. 100 denken, den sollte man mal korrigieren und zehn Leute korrigieren ihn dann tatsächlich.“ Punktuell sei die Wikipedia fehlerbehaftet, aber im allgemeinen Vergleich ist sie recht akkurat, findet Gereon Kalkuhl, der selbst weit mehr als 120 000 Artikel bearbeitet hat.

Sein Hobby hat Kalkuhl einerseits seiner Neugier zu verdanken, andererseits ist er überzeugt vom Prinzip der digitalen Wissenssammlung: „Der kostenlose Zugang zu Bildung ist Anreiz genug, um Wikipedia zu nutzen und ­mitzugestalten.“ Die Enzyklopädie ist auf Spenden angewiesen, um Server und Webpräsenz zu finanzieren. Kostenfrei sind auch Sprechstunden, die er in der Stadtbibliothek regelmäßig anbietet. Bei Fragen hat Wikipedia nun ein Gesicht.

>>SPRECHSTUNDE IN DER STADTBIBLIOTHEK

Die Wikipedia-Sprechstunde findet jeden dritten Samstag im Monat von 14 bis 16 Uhr statt. Der Treffpunkt ist die blaue Arbeitskabine auf der dritten Etage der Stadtbibliothek, Steinsche Gasse 26.

Das nächste Treffen ist am 17. März. Mit dabei sind stets erfahrene Wikipedianer wie Gereon Kalkuhl.

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