Stadtteil-Geschichte

Wie Haniel Homberg groß machte – mit historischen Bildern!

Die Moerser Straße in Höhe des Bismarckplatzes (rechter Bildrand) im Jahre 1951.

Die Moerser Straße in Höhe des Bismarckplatzes (rechter Bildrand) im Jahre 1951.

Foto: Foto. Stadtarchiv, Repro Tamara Ramos / FUNKE Foto Services

Duisburg.  Aus einer ländlichen Streusiedlung entwickelte sich Homberg zu einer Kleinstadt. Die Aktivitäten des Investors Hugo Haniel gaben den Anstoß.

Am Beispiel von Homberg lässt sich sehr gut zeigen, welchen Schub ein einziger Investor für die Entwicklung einer Siedlung bewirken kann. Gemeint ist der Ruhrorter Franz Haniel und seine dort errichtete Zeche Rheinpreußen. Das heutige kleinstädtische Bild geht auf diese Ansiedlung zurück.

In einem Verzeichnis der Ländereien der Abtei Essen-Werden taucht der Name Homberg um 900 erstmals auf. So berichtet es der frühere Stadtarchivar Dr. Hans-Georg Kraume. Direkt an den Rhein rückte das Dorf erst, als sich der Rhein um 1000 verlagerte und nach Norden durchbrach.

Dadurch wurde das Kaßlerfeld abgetrennt. Unter die Herrschaft der Edelherren von Moers kam der Ort nach 1268. Durch Übernahme der Statthalterei der Abtei dort wurden sie Landesherren.

Homberg: Rheinfähre schon 1489 nachgewiesen

Kirchlich gehörte Homberg zur Pfarrei St. Petrus in Halen, ein paar Kilometer nordwärts. Eine evangelische Gemeinde gibt es seit 1571. In Homberg ist 1489 eine Rheinfähre nachgewiesen. Früher als in Duisburg gab es eine Druckerei: 1574.

Seit Ende des 16. Jahrhunderts tobte der Kampf um die Vorherrschaft zwischen evangelischen und katholischen Staaten. Homberg war von 1586 bis 1597 und erneut 1605 spanisch besetzt, von 1632 bis 1672 niederländisch. 1702 kam die ganze Grafschaft Moers zum Königreich Preußen.

Wirtschaftlich bedeutsam wurde, dass ab 1740 am Rheinufer Packhäuser entstanden, um bei Waren für Holland durch Wechsel vom Schiffs- auf den Landtransport den Zoll des Kurfürstentums Köln in Uerdingen zu umgehen.

Homberg war ab Ende 1794 französisch Besetzt

Ab Ende des Jahres 1794 war auch Homberg französisch besetzt, bildete der Rhein die Grenze zu Frankreich. Von 1807 an waren Homberg und Essenberg erstmals eine Bürgermeisterei mit 1100 Einwohnern. 1815 kam sie zu Preußen zurück. Seit 1849 hatte der Ort Bahnanschluss nach Krefeld. Für den Übergang über den Rhein mittels Fähre wurde 1854 ein Hebeturm gebaut. Er erinnert an den Beginn des Industriezeitalters. In Betrieb war er bis 1885, nach anderen Quellen bis 1907.

Das zweite Industriezeugnis ist der Malakowturm von 1879, ein gemauerter Förderturm. Er gehörte zu der ab 1857 angelegten Schachtanlage I von Rheinpreußen. Haniel hatte linksrheinisch riesige Kohlefelder erworben – bis nach Moers.

Erst 1884 konnte Schacht I aber fördern und nur bis 1912. Dafür lieferte der 1866 direkt benachbarte Schacht II schon 1876. Dort arbeiteten 1895 rund 1500 Menschen.

Die Förderung endete aber 1925. Die oberirdischen Gebäude wurden erst 1963 stillgelegt. Seit Ende der Kohleförderung dominiert die 1892 angesiedelte Firma Sachtleben den Ort. Sie stellte den Weißfarben-Grundstoff Litophone her.

Zentrale Gebäude in Alt-Homberg

Die zentralen Gebäude befinden sich fast alle in Alt-Homberg: das Krankenhaus St.-Johannes-Stift (von 1894), die evangelische Rheinkirche (1895), das heutige Franz-Haniel-Gymnasium an der Wilhelmstraße (1911) und das Rathaus am Bismarckplatz.

1907 wurde die Rheinbrücke nach Ruhrort eröffnet, von Anfang an mit Straßenbahn. Im gleichen Jahr bildeten Homberg-Essenberg und Hochheide eine gemeinsame Landgemeinde. Sie waren durch die Zeche zusammengewachsen.

Rheinhochwasser trifft Homberg in den 1920ern

Im Dezember 1918 begann die siebenjährige Besatzung durch Belgier und Franzosen mit strengen Auflagen für die Bevölkerung. Schwer betroffen war Alt-Homberg vom Rheinhochwasser 1919/20 und Anfang 1926. Ab 1921 war man Stadt.

Der Stadtrat stimmte schon 1928 mehrheitlich für eine Eingemeindung nach Duisburg. Sie kam aber erst 1975.

Im Zweiten Weltkrieg wurde Homberg zu 30 Prozent zerstört. Seit 1944 ruhte die Produktion bei Sachtleben für zwei Jahre. Am 6. März 1945 wurde die Stadt von den Siegermächten besetzt. Zwei Tage zuvor hatten die Deutschen noch die Rheinbrücke gesprengt. Die unterbrochene Bahnstrecke nach Krefeld wurde nicht wieder angebunden.

Nach den Zerstörungen gab es in den 1950er Jahren regen Wohnungsbau. Der Ortsteil In den Haesen wuchs stark. Besondere Anstrengungen unternahm die Stadt ab 1958, um Erholungsgebiete wie den Uettelsheimer See und Grünzüge zu schaffen. Die Bevölkerung erreichte zeitweise 18.000 Personen.

>> WEITERE WICHTIGE DATEN DER DUISBURGER STADTGESCHICHTE

• 883 Duisburg taucht in einer Chronik des Klosters Prüm auf.

• 1111 entsteht die Stadtmauer.

• 1153 Die Marienkirche wird erstmals erwähnt.

• 1189 Die Salvatorkirche wird erstmals genannt.

• 1280 gibt’s einen Schulmeister.

• 1361 Rathaus wird erwähnt.

• 1557 gibt es in der Stadt einen Buchdrucker.

• 1559 wird ein akademisches Gymnasium gegründet.

• 1727 erscheint eine erste Wochenzeitung.

• 1820 entsteht das erste Haus vor der Stadtmauer.

• 1844: Ein 600 Meter langes Hafenbecken an der Nordseite der Stadt ist fertiggestellt.

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