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WG-Zimmer-Suche: Studenten haben es zunehmend schwerer

Studenten müssen für WG-Zimmer immer tiefer in die Tasche greifen – zu diesem Ergebnis kommt ein Ranking des Moses Mendelssohn Instituts.

Studenten müssen für WG-Zimmer immer tiefer in die Tasche greifen – zu diesem Ergebnis kommt ein Ranking des Moses Mendelssohn Instituts.

Foto: Frank Rumpenhorst

Duisburg.  Bundesweites Ranking sieht dramatische Entwicklung in Hochschulstädten. In Duisburg ist die Lage entspannter, Wartelisten gibt es aber auch hier.

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Bundesweit betrachtet ist die Wohnungssuche für Studenten zu Beginn dieses Semesters so schwierig wie nie zuvor. Vor allem in beliebten Uni-Städten wie Köln, Münster oder Düsseldorf müssen junge Leute viel Geduld und Geld aufbringen, um ein WG-Zimmer oder Appartement zu bekommen. Auch in Duisburg und Essen wird es für die rund 72 000 Studenten schwieriger, bezahlbaren Wohnraum zu finden – jedoch sieht die Lage hier insgesamt entspannter aus.

Unter dem Deutschland-Schnitt

Jedes Jahr messen das Berliner Moses Mendelssohn Institut und das Internet-Portal „WG gesucht“ die Bedingungen und Preisentwicklungen in den rund 100 größten Hochschulstädten. Darunter auch Duisburg und Essen, die im Ranking auf Platz 41 im Mittelfeld landen. Bedeutet: „Hier muss die Situation auf dem Wohnungsmarkt für Studenten aufgrund einiger riskanter Faktoren genau im Auge behalten werden“, heißt es in der Erklärung des Instituts. Kurzfristige Entwicklungen könnten dafür sorgen, dass der Anspannungsfaktor schnell in den kritischen Bereich steige. Die durchschnittliche Miete für ein WG-Zimmer liegt in Essen und Duisburg mit 305 Euro noch unter dem Deutschland-Schnitt von 363 Euro. Der durchschnittliche Mietpreis stieg hier in den vergangenen fünf Jahren um etwa 15 Euro an, während er bundesweit um über 40 Euro zunahm.

Der allgemeine Druck auf dem Wohnungsmarkt spiegelt sich aber auch in Duisburg wider. Zum ersten Mal seit Jahren gibt es dieses Semester eine Warteliste für Studenten, die einen Platz in einem der sieben Wohnheime des Studierendenwerks suchen. Zum 1. Oktober gibt es mehr Bewerber als Plätze: Auf 48 freie Zimmer kommen 135 Bewerber, 87 stehen auf der Warteliste. „In der Regel können wir aber jedem Bewerber einen Platz anbieten“, versichert Johanne Peito, Sprecherin des Studierendenwerks Essen-Duisburg. Schließlich gebe es immer wieder Interessenten, die wieder abspringen.

Trend zu den Einzelappartement

Im Angebot hat das Studierendenwerk Einzelappartements, genauso wie Zweier- oder Fünfer-WGs. „Wir beobachten den Trend, dass Einzelappartements zunehmend gefragt sind“, sagt Peito. Besonders beliebt seien die Wohnheimplätze, da alles inklusive ist: Vom W-lan über den TV-Anschluss bis zur Möblierung. Die Monatsmieten liegen zwischen 239 und 315 Euro. Mietpreissteigerungen wie in den vergangenen zwei Jahren seien momentan nicht geplant.

Wer jetzt noch ein Zimmer zum 1. Oktober sucht, wird wohl nur noch auf dem freien Wohnungsmarkt fündig. „Wir raten stets, sich so früh wie möglich zu bewerben, sobald die Immatrikulation vorliegt“, sagt Peito.

>> 870 PLÄTZE IN DUISBURG

Das Studierendenwerk Essen-Duisburg betreibt sieben Wohnheime in Duisburg mit insgesamt 870 Plätzen. Im vergangenen Jahr haben mehr Studenten ihren Abschluss an der Uni Duisburg-Essen gemacht. 2016 waren es rund 6400, in 2017 etwa 8800, das zeigen Zahlen der Landestatistiker. Die Absolventenzahl ist in ganz NRW angestiegen.

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