Sprengung

Zwei „Weiße Riesen“ sollen in Duisburg am selben Tag fallen

Das Gesicht Hochheides könnte sich bald sehr verändern. Die beiden großen

Foto: Hans Blossey

Das Gesicht Hochheides könnte sich bald sehr verändern. Die beiden großen Foto: Hans Blossey

Duisburg-Hochheide.   Nach der Asbestsanierung in den beiden leerstehenden „Weißen Riesen“ in Hochheide könnten diese am selben Tag gesprengt werden.

Für so manchen Hochheider könnte sich der 23. September 2018 etwa so anfühlen, als fielen Weihnachten und Ostern auf einen Tag. An diesem Sonntag im Frühherbst könnten nämlich gleich zwei Sprengungen stattfinden: Die des „Weißen Riesen“ an der Friedrich-Ebert-Straße und die des „Weißen Riesen“, Ottostraße 24-30. So lautet ein der Redaktion vorliegender Genehmigungsantrag, den die Planungsfirma Rebuilding am 12. Oktober der Stadt Duisburg hat zukommen lassen.

Aus dem Rathaus heißt es dazu, dass dieser Antrag derzeit geprüft würde. Sehr viele Behörden seien daran beteiligt, mit einer Entscheidung, ob eine Doppelsprengung am 23. September 2018 möglich sei, könne man in ein bis zwei Monaten rechnen, so eine Sprecherin auf Anfrage der Redaktion.

Die Idee hatte das Planungsunternehmen

Marc Sommer, Chef der Planungsfirma Rebuilding, bestätigt den Antrag an die Stadt, er erklärt seinen Vorstoß: „Es ist eine erste Idee, eigentlich noch gar nicht spruchreif, es ist noch keine Entscheidung gefallen.“ Eine zeitgleiche Sprengung würde Synergien schaffen, so Sommer. Man müsse das Quartier lediglich einmal evakuieren, man müsse nur einmal absperren und den Schutt wegräumen. Das Risiko bestünde eben darin, dass quasi doppelter Staub und doppelte Erschütterung in einem dicht besiedelten Gebiet anfielen. Auch für den erfahrenen Planer Sommer wäre das Neuland.

Aktuell würde das Vergabeverfahren für den Abbruch des zweiten „Weißen Riesen“ an der Ottostraße laufen, bis Ende des Jahres stünde dann fest, wer den Auftrag fürs Abreißen samt Asbestentfernung bekomme. Zudem seien viele weitere Fragen zu klären, etwa, ob die Stadt an dem Tag der Sprengung auch genügend Ordnungsamtskräfte mobilisieren könnte.

Gebe es etwa zeitgleich eine Veranstaltung in der Innenstadt, könne man dies schon nicht mehr gewährleisten. So sei man dann eben auf den Termin 23. September gekommen. Von einer exakt zeitgleichen Sprengung geht Sommer indes nicht aus. Zu klären ist, wie lange man zwischen den beiden Sprengungen abwartet, die Spanne reiche von fünf Minuten bis zu einem halben Tag.

Vergabeverfahren läuft aktuell

Mit der Vergabe und auch der aufwändigen Asbestbeseitigung via Hochdruckgerät wäre man aber definitiv rechtzeitig fertig, erklärt Marc Sommer, unabhängig davon, wer den Auftrag für den Abbruch des zweiten Riesen bekäme. Dass dies auch der Abbrecher des ersten „Riesen“, die Firma Prangenberg&Zaum aus Neuss ist, sei dabei keinesfalls sicher. Den Zuschlag bekomme derjenige, der für die Stadt das wirtschaftlichste Angebot vorlege.

Ob Weihnachten und Ostern für die Hochheider tatsächlich auf den 23. September 2018 fallen, die ungeliebten 60 Meter hohen Ex-Wohntürme dann der Vergangenheit angehören, hängt von vielen Faktoren ab. Ob es wirklich klappt, wissen mit Stadt und Planer heute noch nicht einmal diejenigen, die sich vermeintlich mit am besten mit dem Thema auskennen...

>>>Kosten: 5,25 Millionen Euro pro Hochhaus>>>

Insgesamt rund 21 Millionen Euro, davon kommen 17 Millionen vom Land NRW, stehen für das Sanierungsgebiet Hochheide zur Verfügung. Davon sollen unter anderem die beiden leerstehenden „Weißen Riesen“ Ottostraße und Friedrich-Ebert-Straße gesprengt werden.

Die Kosten mussten durch neue Asbestfunde (wir berichteten) neu kalkuliert werden. Man geht jetzt davon aus, dass pro Hochhaus rund 5,25 Millionen Euro anfallen.

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