Bildung

Zauberhaftes Musical-Projekt im Kom’ma Theater

Die Natur schlägt zurück – und die zauberhaften Darsteller besingen die Klimakatstrophe auf der Bühne des Kom’ma Theaters.

Foto: Jörg Schimmel

Die Natur schlägt zurück – und die zauberhaften Darsteller besingen die Klimakatstrophe auf der Bühne des Kom’ma Theaters. Foto: Jörg Schimmel

Duisburg-Rheinhausen.  Ein kritisches Stück zum Klima bringt das Jugendtheater Bahtalo mit „Rettet Tumultanus“ auf die Kom’ma-Bühne. Auch Flüchtlingskinder spielen mit.

Inhalt 
ARTIKEL AUF EINER SEITE LESEN >

„SOS – Rettet den Planeten, er ist in Not!“, dröhnt es aus den Boxen. Die Musiker vom Jungen Ensemble Ruhr spielen das Grundthema, das das Theaterstück „Rettet Tumultanus!“ aufgeführt vom Projekt „Bahtalo“ durchzieht, ein vielstimmiger Jugendchor klingt mit ein – und die Botschaft im Rheinhauser Kom’ma-Theater wird klar: Es geht um die Rettung des Planeten Erde, der durch Klimakatastrophen geplagt ist. Spätestens dann, als eine Botschaft von den Sternenwesen auf die Erde rauscht – allerdings in einer geheimnisvollen Sprache verschlüsselt, die vielleicht die Rettung bedeutet.

Etwa 100 junge Kinder im vollbesetzten, erhitzten Raum lachen laut auf, als die Assistentin Frau Immergrün, forsch gespielt von Laura Schmidtke, ihrem Professor Hagen Brumm gesteht: „Ich kann es nicht deuten – bin ich Google?“

Die beiden, der Professor, überzeugend tranig dargestellt von Anil Özulp, und Frau Immergrün, starten eine abenteuerliche Reise: Es gilt Ursachenforschung zu betreiben – warum es der Erde so miserabel geht. Sie geraten zu den Wasserwesen, den Waldelfen, den Wüstenbewohnern und sogar noch in die Welt der Eiskönigin und ihren Untertanen. Bei allen Gruppierungen erfahren sie nicht die Ursache für die Klimakatastrophe, die sich anzubahnen scheint.

Der Sultan beklagt die Sandverwehungen

Jeder klagt nur über die misslichen Zustände, die in seinem Reich herrschen – derweil über den Video-Prompter Aufnahmen der Klimazonen rauschen. So erzählt der Sultan (Carmen Hundt) von stürmischen Sandverwehungen, es stöhnt die Eiskönigin (Cora Schramm), weil sich ihr Eis in Wasser verwandelt, dazu der Song „Dreh dich im Kreis, Eis und Schnee, Schnee und Eis“ erklingt – und die Wasserprinzessin (Djilia Ali) berichtet verstört von aufkommenden Fluten, die die Meere überschwemmen.

In jedem Reich versuchen die Bewohner das Problem tänzerisch zu lösen, die etwa 50 Darsteller des Projektes führen ideenreiche Sonnen- und Wassertänze auf, während die Waldbewohner natürlich Purzelbäume schlagen zu afrikanischen Rhythmen.

Schuldzuweisungen durchziehen das Stück, jeder Herrscher sucht die Ursache für die schlechten Klimaverhältnisse bei den anderen Weltreichen. Der Professor und seine Assistentin stürzen herab in die Welt der Unterirdischen. Die können nicht nur ganz toll „beat-boxen“, doch ebnen sie die Lösung, die aber in den Sternen steht. Am Schluss erreicht alle die Erkenntnis, dass jeder für die Welt verantwortlich ist, und das gesamte junge Ensemble singt den Hit „Weltbürger – das sind wir“ mit dem Publikum gemeinsam und eine starke Premiere des Jugendmusicals, das von Annegret Keller-Steegmann komponiert und geleitet wurde, erntet stehenden Applaus der vielen Kinder und Erwachsenen.

Ein Mal in der Woche haben die Akteure donnerstags in der Sekundarschule am Körnerplatz geprobt, die Koordination hatte Lehrerin Janina Köster: „Wir haben natürlich geschaut, welche Kinder zu welcher Gruppe am besten passten und dementsprechend gecastet.“ Janina Schmidtke (14) kam von der Lise-Meitner-Gesamtschule dazu: „Mir hat meine Rolle als Frau Immergrün gut gefallen, weil ich den Professor immer mitreißen musste.“ Und Zuschauerin Nura (20) aus Köln meinte: „Der kritische Ansatz des Stücks stimmte nachdenklich – das war so etwas, was man beim G20 auch hätte bringen können.“

>>> INFOS ZUM JUGENDTHEATER BAHTALO

Die Jugendbühne „Bahtalo“ wurde 2013 als Theaterintegrationsprojekt gegründet, viele Flüchtlingskinder aus den Unterkünften Traglufthalle und Werthauser Straße, sowie Schüler und Schülerinnen der Sekundarschule Rheinhausen und der Lise-Meitner-Gesamtschule waren bei der Premiere dabei.

Kurz nach Beginn des letzten Halbjahres begannen die Proben in der Sekundarschule, koordiniert von Janina Köster und Annegret Keller-Steegmann.

Inhalt 
ARTIKEL AUF EINER SEITE LESEN >
Auch interessant
Leserkommentare (0) Kommentar schreiben
    Aus der Rubrik