Natur

Wie zwei Duisburg-Baerler ihre Hühner vor dem Fuchs schützen

Damit sie nicht der Fuchs holt, können sich die Tiere zurückziehen.

Damit sie nicht der Fuchs holt, können sich die Tiere zurückziehen.

Foto: Norbert Prümen

Duisburg-Baerl.   Wie die Weyands aus Duisburg-Baerl versuchen, ihre frei laufenden Tiere vor dem Fuchs zu schützen. Ein Besuch auf dem Steinschenhof in Baerl.

Mit den Hühnern und uns – das ist eine tragische Geschichte. Im vergangenen Jahr wollten wir Herta vorstellen, ein dressiertes Huhn vom Steinschenhof in Baerl. Als der Termin vereinbart war, fiel Herta tot um. Zum Glück hatte die Hof-Familie Weyand gerade einen mobilen Hühnerstall gebaut. Ein schönes Ersatzthema.

Wir machten ein neues Treffen aus, kurz vorher klingelte das Telefon: Reinhard Weyand teilte mit, dass es kaum noch Hühner gab. Ein Fuchs hatte sie geholt. 70 Stück! Vergangene Woche starteten wir einen neuen Versuch. Kaum stand fest, wann wir kommen, war der Fuchs da. Die Wildkamera hat ihn erwischt. Zwei glühende Augen zeigt das erste Bild, auf dem nächsten hat er ein Federvieh im Maul. Fünf waren es diesmal, aber 145 sind noch da. Jetzt aber schnell, nix wie hin!

Ein Zaun für das Hühnerparadies

Mit der idyllischen Streuobstwiese, auf der sich die Tiere tummeln, erfüllen die Weyands ihren Kunden den Traum vom glücklichen Hühnerei. „Da hat ein Umdenken stattgefunden“, sagt Sibille Weyand, die den landwirtschaftlichen Betrieb samt Hofladen gemeinsam mit ihrem Mann führt. Die Sehnsucht nach möglichst natürlichen und regionalen Produkten lotst so mancher Städter auf den Hof im ländlichen Baerl.

So kurz vor Ostern dreht sich hier natürlich alles ums Ei. „Wir haben jede Menge Vorbestellungen“, freut sich Sibille Weyand. Und da Füchse wegen der Jungtiere bis zum 16. Juli nicht geschossen werden dürfen, hat der Landwirt seinem Ärger mit dem Hammer Luft gemacht: Der Zaun rund ums Hühnerparadies wurde verstärkt.

„Hier kommt der bestimmt nicht mehr durch“

„Hier kommt der bestimmt nicht mehr durch.“ Christa Griese, Tierfreundin und Mieterin auf dem Steinschenhof, hofft, dass ein Miteinander von Fuchs und Huhn mit entsprechender Absicherung funktionieren kann. Sie freut sich, dass das Abenteuer mobiler Hühnerstall in die zweite Runde geht.

„Etwas Besseres gibt es für die Tiere doch gar nicht“, sagt die Naturliebhaberin und beobachtet, wie die braunen Federknäuel durchs Gras huschen. Einige rupfen an den grünen Halmen, andere picken nach Würmern, Larven und kleinen Steinen, eine weitere Gruppe turnt auf einem Sandhügel herum.

Hühner gab es hier eigentlich schon immer

Hühner gab es auf dem Steinschenhof schon immer. „Meine Schwiegermutter ist damals noch mit 94 Jahren jeden Tag in den Stall gegangen und hat sie gefüttert“, erinnert sich Sibille Weyand. Über den selbst gebauten Mobilstall mit hochmodernem Innenleben hätte die alte Dame vermutlich den Kopf geschüttelt. Unter dem Dach des umgebauten Containers hocken die Hühner auf Legematten mit Löchern.

Eier auf der Wiese suchen muss hier keiner. Die Tiere bevorzugen ihre Legeplätze im Stall und per Knopfdruck setzt sich das Fließband in Gang. Der Nachschub für Ostern rollt nach vorne. „Die jungen Tiere sind zum Glück sehr legefreudig“, sagt die Chefin.

Zwölf Wochen alt sind die „Hybrid-Hühner“, eine Mischung aus verschiedenen Rassen. Sie legen braune Eier. Die Weyands haben zwei weitere Rassen, die weiße und grüne Eier zum Sortiment des Hofladens beisteuern. Damit es dort vor Ostern genügend Vorrat gibt, müssen die Tiere abends in den Stall. Denn nicht nur der Fuchs liebt sie. Neulich hat Sibille Weyand einen Habicht über der Wiese kreisen sehen. Ganz schön gefährlich, ein glückliches Huhn zu sein.

Der Hofladen auf dem Steinschenhof

Der Hofladen des Steinschenhofs, Steinschenstraße 5, hat am Samstag, 20. April, von 8 bis 14 Uhr geöffnet.

Sibille Weyand wird kurz vor Ladenschluss noch einmal in den Stall gehen und die letzten frischen Eier einsammeln. Kontakt: 02841/8 06 81. www.steinschenhof.de

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